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ROUNDUP 2: Schneider Electric will RIB Software in Milliardendeal kaufen

Eine Elektronikerin bei der Arbeit (Symbolbild).
Eine Elektronikerin bei der Arbeit (Symbolbild). © scanrail / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © scanrail / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

(neu: Aktienkurs aktualisiert, Analystenstimme, weitere Aussagen aus Telefonkonferenzen und Details)

RUEIL-MALMAISON/STUTTGART (dpa-AFX) - Der französische Industriekonzern Schneider Electric (Schneider Electric Aktie) will den deutschen Bausoftwarehersteller RIB Software (RIB Software Aktie) übernehmen. Je Aktie wollen die Franzosen 29 Euro bezahlen, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Das entspricht bei 51,9 Millionen Aktien einem Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden Euro. "Wir freuen uns, mit Schneider Electric einen strategischen Partner gefunden zu haben", sagte RIB-Chef Tom Wolf, der bislang Hauptaktionär mit knapp 17 Prozent ist.

Der geplante Angebotspreis liegt 40 Prozent über dem Aktienschlusskurs am Mittwochabend - am Donnerstag legte das Papier entsprechend um gut 41 Prozent auf 29,16 Euro zu. Der Plan mache strategisch für Schneider Sinn, schrieb RBC-Analyst Wasi Rizvi. Die Bewertung von RIB Software liege im branchenüblichen Bereich.

RIB Software mit Sitz in Stuttgart ist mit seinen über 2700 Mitarbeitern spezialisiert auf Bausoftware für Planer, Architekten und Bauunternehmen und konzentriert sich vor allem auf die Bausimulation und -ausführung. Schneider Electric ist vor allem in der Elektrotechnik und der Industrieautomatisierung stark. Der Konzern hat weltweit mehr als 137 000 Mitarbeiter.

Schneider will mit dem Zukauf seine Kompetenzen in der Digitalisierung für den Maschinenbau und die Bauwirtschaft ausbauen, wie Vorstandschef Jean-Pascal Tricoire sagte. In den letzten Jahren haben Industrieunternehmen verstärkt kleinere Softwareunternehmen übernommen, um einen Fuß in die Tür attraktiver Wachstumsbereiche zu bekommen, da sich die Kundschaft in Richtung digitale Technologien wandelt. So hat unter anderem der Siemens (Siemens Aktie) -Konzern verstärkt bei Softwareunternehmen zugegriffen.

In einer gemeinsamen Telefonkonferenz machten die Manager der Unternehmen klar, dass sie ohnehin mit den gleichen Kunden sprechen. Schneider Electric hatte vor einigen Jahren den britischen Anbieter Aveva übernommen, um den industriellen Kunden eine Softwarebasis für den Betrieb ihrer Anlagen bieten zu können. Nun wollen die Franzosen mit der Übernahme das Angebot für die Bauwirtschaft ausbauen. Materielle Kosten für die Integration von RIB Software seien nicht zu erwarten, hieß es vom Schneider-Management.

Der Verwaltungsrat von RIB Software unterstützt das Angebot, das eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent beinhaltet. Aufseher müssen dem Vorhaben noch zustimmen, auch bei der US-Investitionskontrolle CFIUS soll laut Schneiders Finanzchef Emmanuel Babeau ein Antrag gestellt werden. Den Abschluss der Übernahme erwarten die Unternehmen im zweiten Quartal dieses Jahres. Schneider wolle das Wachstum von RIB unterstützen, hieß es. Ein Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag sei gegenwärtig nicht geplant.

Schon seit geraumer Zeit ist eine Übernahme von RIB Software im Gespräch. Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte Chef Wolf bekannt gemacht, dass er mit Investoren über eine neue Strategie spricht. Wolf ist bisher auch Hauptaktionär des Unternehmens. Er und Finanzchef Michael Sauer sollen nach der Transaktion gemeinsam weiter knapp 9 Prozent der Anteile halten. Bis zum Ende ihrer Verträge 2022 sollen die Manager an Bord bleiben. Bisher besitzt Wolf mit seiner Familie knapp 17 Prozent. Schneider hat sich bereits den Zugriff auf 16 Prozent der Aktien gesichert.

RIB hat unterdessen im vergangenen Jahr erneut ein kräftiges Wachstum hingelegt. Der Umsatz kletterte um 57 Prozent auf 214,3 Millionen Euro, wie das im Kleinwerte-Index SDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 32 Prozent auf 50,1 Millionen Euro. Die Ende Januar angehobene Prognose für das neue Jahr bestätigte der Konzern./men/nas/fba

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Quelle: dpa-AFX