Ein Automotor. (Symbolfoto)
Mittwoch, 09.09.2020 17:19 von | Aufrufe: 881

ROUNDUP 2: Schaeffler baut Tausende Stellen in Deutschland ab

Ein Automotor. (Symbolfoto) © Diy13 / iStock / Getty Images Plus / Getty Images http://www.gettyimages.de

(durchgehend aktualisiert)

HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler (Schaeffler Aktie) will bis Ende 2022 wegen der Krise in der Automobilindustrie 4400 weitere Stellen in Deutschland und Europa abbauen. Betroffen seien im wesentlichen zwölf Standorte in Deutschland - darunter der Stammsitz im fränkischen Herzogenaurach - und zwei weitere im europäischen Ausland, teilte Schaeffler am Mittwoch in Herzogenaurach mit.

Clausthal-Zellerfeld werde geschlossen, es sei denn, es ergebe sich kurzfristig eine Verkaufsmöglichkeit. Für den Standort Wuppertal werde eine Komplettschließung ebenfalls nicht mehr ausgeschlossen. Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen reagierte umgehend und bezeichnete eine Standortschließung als inakzeptabel. Es müsse Perspektiven für die Menschen geben.

Für das Werk in Luckenwalde (Brandenburg) könne auch ein Verkauf in Betracht kommen, sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur.

Darüber hinaus soll es Personalreduzierungen an allen inländischen Standorten geben, besonders betroffen seien Bühl (Baden-Württemberg), Homburg (Saarland), Höchstadt, Schweinfurt (beide Bayern) und Langen (Hessen). Die Produktion vom Standort Eltmann (Landkreis Haßberge/Bayern) werde nach Schweinfurt verlagert. Die Aftermarket-Beschäftigten in Hamburg und Köln sollen möglichst vom Home-Office aus arbeiten.

Der Standort Bühl solle zum neuen Zentrum für E-Mobilität in der Schaeffler-Gruppe ausgebaut werden. Am Firmensitz in Herzogenaurach werden künftig die Wasserstoff-Aktivitäten von Schaeffler gebündelt. Dort soll zudem ein Zentrallabor entstehen.

"Wir haben uns vorgenommen, was wir auf der einen Seite freisetzen, dann auch wieder zu investieren", sagte Rosenfeld. "Unser Maßnahmenpaket hat eine offensive und eine defensive Komponente."

Schaeffler erhofft sich durch das Maßnahmenpaket ein Einsparpotenzial in Höhe von 250 bis 300 Millionen Euro jährlich, das 2023 zu 90 Prozent realisiert sein soll. Dem stehen Transformationsaufwendungen in Höhe von 700 Millionen Euro gegenüber. "Wir stehen in einem Strukturwandel, den wir aktiv angehen müssen", sagte Rosenfeld.

Schaeffler, einer der größten deutschen Zulieferer vor allem für die angeschlagene Automobilbranche, hatte bereits in den vergangenen Jahren seine Kapazitäten heruntergefahren. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen ein Freiwilligenprogramm aufgelegt, das derzeit noch umgesetzt wird und mit dem nahezu 2000 Stellen abgebaut werden sollten. Seit Ende 2018 hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Schaeffler-Gruppe insgesamt um rund 8250 auf 84 223 verringert.


ARIVA.DE Börsen-Geflüster

Werbung

Weiter abwärts?

Kurzfristig positionieren in Schaeffler AG Vz
MB7NLB
Ask: 0,73
Hebel: 7,41
mit moderatem Hebel
Zum Produkt
Smartbroker
Morgan Stanley
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: MB7NLB,. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.

Kurse

65,38
-0,40%
Continental Realtime-Chart
6,285
-0,63%
Schaeffler AG Vz Realtime-Chart

"Trotz einer Belebung der Nachfrage in allen drei Sparten und vier Regionen in den letzten Monaten bleibt die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie und die daraus resultierende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage hoch", heißt es in der Mitteilung.

Die Nachricht aus Herzogenaurach kommt nur einen Tag nach einem "Autogipfel" in Berlin, bei dem Bundesregierung und Industrie Maßnahmen zur Stärkung der angeschlagenen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer in Deutschland beraten hatten. Die Situation der Zulieferer gilt als besonders prekär. Zuletzt hatte Continental (Continental Aktie) größere Personalreduzierungen angekündigt.

Die Stammaktien des im S-Dax notierten Zulieferers sind allesamt in den Händen von Mitgliedern der Familie Schaeffler. Das Unternehmen mit 150 Standorten in aller Welt hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 14,4 Milliarden Euro erzielt und zählt damit mit Continental, Bosch und ZF zu den größten der Branche in Deutschland.

Erst vor wenigen Wochen hatte Schaeffler angekündigt, sich über eine Kapitalerhöhung frisches Geld besorgen zu wollen. Eine außerordentliche Hauptversammlung soll am 15. September über die Ausgabe von bis zu 200 Millionen neuen Aktien entscheiden. Rosenfeld hatte angekündigt, das Geld solle für Investitionen in Zukunftsfelder wie Windkraft, Wasserstofftechnik und E-Mobilität verwendet werden./dm/DP/fba

Werbung

Mehr Nachrichten zur Continental Aktie kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse
Benachrichtigungen von ARIVA.DE
(Mit der Bestellung akzeptierst du die Datenschutzhinweise)

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Andere Nutzer interessierten sich auch für folgende News