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ROUNDUP 2: Preisverfall sorgt bei Lanxess für Gewinnschwund - Prognose eingeengt

Lanxess Arena in Köln.
Lanxess Arena in Köln. ©LANXESS AG ©LANXESS AG

(Neu: Telefonkonferenz, Analysten und Aktienkurs)

KÖLN (dpa-AFX) - Ein schwaches Reifengeschäft und niedrigere Preise haben beim Spezialchemiekonzern Lanxess (Lanxess Aktie) im dritten Quartal für einen Gewinneinbruch gesorgt. Auch für den Rest des Jahres bleibt der Konzern trotz Stabilisierungstendenzen vorsichtig. Die Unsicherheit sei weiterhin hoch, mahnte Lanxess-Chef Axel Heitmann am Dienstag. Zudem habe mancher Kunde wohl niedrigere Preise für Käufe zur Aufstockung der Vorräte genutzt. Dies dürfte im vierten Quartal bremsen. Auch negative Währungseinflüsse machten dem Konzern zu schaffen. Die Prognose für das operative Ergebnis im laufenden Jahr engte er etwas ein. Die Aktien standen am Vormittag mit Abschlägen von mehr als drei Prozent in einem etwas schwächeren Gesamtmarkt deutlich unter Druck.

Nach einem schwachen ersten Halbjahr gab es im dritten Quartal laut Heitmann positive Signale. "Einige unserer Kunden haben wieder damit begonnen, ihre Lagerbestände aufzubauen", erklärte er. So seien die Absatzmengen sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum Vorquartal gestiegen. "Dennoch ist es aus unserer Sicht immer noch zu früh, von einer grundsätzlichen Erholung der Geschäfte zu sprechen", mahnte er. Der Preis für den wichtigen Rohstoff Butadien habe nach dem scharfen Einbruch zuvor zuletzt zwar leicht angezogen. Dennoch müsse man weiterhin vorsichtig sein.

Der Preisverfall bei wichtigen Rohstoffen setzte dem Konzern im dritten Quartal zu. Auch die Nachfrage in der Autoindustrie blieb in Europa schwach. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereffekten sackte im Jahresvergleich um 26,4 Prozent auf 187 Millionen Euro ab. Kräftig sinkende Preise und ein schwacher Dollar (Dollarkurs) sorgten beim Umsatz trotz höherer Absatzmengen für einen Rückgang um fünf Prozent auf 2,05 Milliarden Euro. Der Gewinn ging wegen höheren Abschreibungen und Kosten für das Sparprogramm scharf um 88 Prozent auf 11 Millionen Euro zurück. Analysten hatten dies in etwa erwartet. Lanxess habe die Erwartungen knapp erfüllt, schrieb etwa Commerzbank-Analyst Stephan Kippe. Der sehr wichtige Reifenmarkt habe sich aber noch nicht erholt.

Lanxess-Chef Heitmann engte die Prognose für das laufende Jahr bei Vorlage der Zahlen etwas ein. Das operative Ergebnis (EBITDA vor Sonderposten) dürfte 2013 zwischen 710 und 760 Millionen Euro liegen. Bisher hatten die Kölner hier eine weitere Spanne von 700 bis 800 Millionen Euro angepeilt. 2012 hatte der Konzern operativ allerdings noch 1,2 Milliarden Euro verdient. Sinkende Preise und die Schwäche der Auto- und Reifenindustrie in Europa fordern ihren Tribut. Für 2018 stellt Heitmann weiter ein EBITDA vor Sonderposten von 1,8 Milliarden Euro in Aussicht. Dieses Ziel sei aber herausfordernder.

Auch für das vierte Quartal rechnet der Lanxess-Chef insgesamt mit einer verhaltenen wirtschaftlichen Dynamik. Unsicherheit präge das Geschehen. Insbesondere für die Auto- und Reifenbranche sei ein weiter schwieriges Umfeld zu erwarten. Die Autoproduktion dürfte sich in den verbleibenden Monaten des Jahres nur leicht erhöhen. Für die Reifenindustrie sei vor allem in Europa weiter nur von einer leichten Erholung auszugehen.

In der Bauindustrie sei im vierten Quartal nur in den USA und China eine bessere Entwicklung zu erwarten, während in Europa die Talsohle erreicht werden sollte. Im Gegensatz dazu sei für Agrochemikalien weiter eine gute Nachfrage zu erwarten. Auch im dritten Quartal hatte eine unverändert gute Nachfrage nach Agrochemikalien den Konzern stabilisiert.

Lanxess hatte Anfang August sein Ertragsziel für 2014 wegen der anhaltenden Autokrise in Europa und ausbleibender Signale für eine Erholung aufgegeben und eine Überprüfung der Konzernstrategie angekündigt. Mitte September legten die Kölner dann ein Sparprogramm auf. Demnach sollen weltweit bis Ende 2015 rund 1.000 Stellen wegfallen. Lanxess will so ab 2015 pro Jahr rund 100 Millionen Euro sparen. Darüber hinaus hatte Konzernchef Heitmann auch Randaktivitäten mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro und weltweit weiteren 1.000 Mitarbeitern zur Disposition gestellt. Nähere Details nannte Heitmann am Dienstag nicht./jha/mne/kja

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Quelle: dpa-AFX