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ROUNDUP 2: Medizinkonzern Fresenius verbucht Rekordgewinn - Bei Rhön im Zeitplan

Medikamente in Tablettenform (Symbolbild).
Medikamente in Tablettenform (Symbolbild). © pixabay.com/CC0 © pixabay.com/CC0 www.pixabay.com

(neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, Analysten, Kurs)

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Medizinkonzern Fresenius (Fresenius Aktie) hat dank guter Geschäfte mit Nachahmermitteln und Krankenhäusern einen Rekordgewinn verbucht. Mit Blick auf das dritte Quartal und die ersten neun Monate habe Fresenius das höchste Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte erreicht, wie Vorstandschef Ulf Schneider am Dienstag sagte. Die Jahresziele wurden bestätigt. In den ersten neun Monaten stieg der Gewinn auch dank einer niedrigeren Steuerquote im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 753 Millionen Euro.

An der Börse kam das gut an: Fresenius-Titel bauten am Nachmittag mit 3,27 Prozent auf 96,74 Euro ihre frühen Kursgewinne aus. Auch die Aktien der ebenfalls im Dax notierten Dialysetochter Fresenius Medical Care (Fresenius Medical Care Aktie) (FMC) legten zu, während der Dax nachgab. Die Privatbank Berenberg sieht mit einem Kursziel von 120 Euro noch Luft nach oben.

Der Fresenius-Umsatz kletterte in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 15 Milliarden Euro. Dagegen bekamen die Hessen bei der größten Tochter FMC operativ den staatlichen Sparkurs im amerikanischen Gesundheitswesen zu spüren. Das operative Ergebnis (EBIT) von Fresenius fiel um ein Prozent auf 2,2 Milliarden Euro und lag im Rahmen der Markterwartungen. Bei FMC sank das EBIT in den ersten neun Monaten um vier Prozent.

FMC muss in den USA - dem wichtigsten Markt für den Dialysespezialisten - seit Jahresbeginn eine Sondersteuer auf medizinische Geräte zahlen. Zudem wurde die Vergütung für Dialysebehandlungen staatlich Versicherter gekürzt. Die wichtige Entscheidung über die Höhe der Erstattung im nächsten Jahr werde spätestens am 27. November fallen, sagte ein Fresenius-Sprecher.

Bei dem Milliardendeal um Rhön-Klinikum ist Fresenius im Zeitplan: "Bis Ende des Jahres soll ein Großteil der Transaktion abgeschlossen sein", sagte Schneider. Die Hessen hatten im September den Kauf eines Großteils der Kliniken des Konkurrenten für gut 3 Milliarden Euro angekündigt. Fresenius will diese mit seiner Krankenhaussparte Helios zusammenführen. Für Helios ist Schneider zuversichtlich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll dieses Jahr die obere Hälfte der Spanne von 370 bis 395 Millionen Euro erreichen, nachdem es in den ersten neun Monaten um fast ein Viertel nach oben geschnellt war.

Die zweitgrößte Sparte Kabi ist mit einem Umsatzplus von elf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro stark gewachsen. Allerdings schwächelte Kabi mit Blick auf das operative Ergebnis in Europa, Asien, Lateinamerika und Afrika. Das Infusions- und Generikageschäft trägt gut ein Viertel zum Fresenius-Umsatz bei und hat beim Narkosemittel Propofol lange Zeit von Lieferschwierigkeiten des US-Konkurrenten Hospira profitiert. Dieser positive Effekt werde sich in diesem wie im kommenden Jahr weiter abschwächen, sagte Fresenius-Chef Schneider. Hospira hat die Produktion von Propofol jüngst wieder aufgenommen.

An der Prognose hielt Schneider fest: 2013 und damit ein Jahr früher als bisher geplant, soll der Überschuss auf mehr als eine Milliarde Euro steigen - ein Plus von 11 bis 14 Prozent zum Vorjahr. Beim Umsatz peilt der Arbeitgeber von gut 175.000 Mitarbeitern unter Ausklammerung von Währungsschwankungen einen Zuwachs zwischen 7 und 10 Prozent auf mehr als 20 Milliarden Euro an. Fresenius profitiert von einem niedrigeren Zinsaufwand, einer niedrigeren Steuerquote und rückläufigen Konzernkosten. Zudem sorgt eine staatliche Finanzspritze im Umfang von 10 bis 15 Millionen Euro für Krankenhäuser für Rückenwind.

Bei Fresenius Medical Care zeigte sich Konzernchef Rice Powell am Dienstag angesichts der "anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen" mit der Entwicklung im dritten Quartal zufrieden und bekräftigte ebenfalls die Erwartungen für 2013./ep/mne/he

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Quelle: dpa-AFX