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ROUNDUP 2: Infineon optimistisch für die Zukunft - Erstes Quartal noch verhalten

Ingenieur repariert einen Computer (Symbolbild).
Ingenieur repariert einen Computer (Symbolbild). © D-Keine / E+ / Getty Images © D-Keine / E+ / Getty Images www.gettyimages.de

(Neu: Aussagen aus Analysten- und Pressekonferenz, aktueller Aktienkurs)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Nach dem versöhnlichen Ende eines durchwachsenen Jahres spürt der Chiphersteller Infineon (Infineon Aktie) wieder Rückenwind. Die Münchner setzen auf einen Aufschwung der Branche. Im gerade begonnen Geschäftsjahr 2013/14 will der Konzern seinen Umsatz um 7 bis 11 Prozent steigern und auch beim operativen Gewinn zulegen. Sollte die Weltwirtschaft besonders kräftig anziehen, seien sogar einige weitere hundert Millionen Euro Umsatz drin, sagte Finanzchef Dominik Asam am Dienstag. Dazu soll die Segmentergebnis-Marge, mit der Infineon seine Rendite misst, auf 11 bis 14 Prozent steigen. Im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr landete sie bei knapp 10 Prozent.

Infineon profitiert von der kräftigen Nachfrage aus der Autoindustrie. Durch Trends wie Hybrid- und Elektroantriebe könne sich der Beitrag der Halbleiter-Branche für Autos langfristig verdoppeln, sagte Konzernchef Reinhard Ploss. Mit dieser Branche erzielt Infineon bereits den mit Abstand meisten Umsatz. Außerdem dürfte der Handy- und Tablet-Boom dem Konzern weiteren Schub geben. Hier liefern die Münchner vor allem Komponenten für Ladegeräte. Mittelfristig will Infineon den Umsatz pro Jahr um 7 bis 8 Prozent steigern und damit 2016 oder spätestens 2017 bei 5 Milliarden Euro landen.

BÖRSE HATTE MEHR ERWARTET - AKTIE VERLIERT

Den Optimismus teilt Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank. Infineon sei gut aufgestellt und dürfte von einer Konjunkturerholung profitieren, schrieb er. An der Börse kamen die Infineon-Aussagen aber nicht gut an: Die Papiere verloren am Vormittag rund 4 Prozent. Ein Interview von Unternehmenschef Reinhard Ploss in der "WirtschaftsWoche" hatte für großen Optimismus gesorgt und die Aktie nach oben getrieben. Danach hatten sich Anleger offenbar mehr erhofft und wurden nun auf dem falschen Fuß erwischt. Zudem drückte die Aussicht auf einen eher zähen Start in das neue Geschäftsjahr die Stimmung.

Saisonal bedingt sieht Infineon den Jahresstart eher verhalten: Weil die Nachfrage zum Ende des Kalenderjahres zurückgeht, dürfte der Umsatz im laufenden Quartal mit knapp einer Milliarde Euro niedriger ausfallen als zuletzt und auch die Marge nur bei 8 bis 10 Prozent liegen. Damit erwarte Infineon deutlichere Umsatzrückgänge als die Konkurrenz, schrieb Commerzbank-Analyst Thomas Becker. Der Konzern peilt durchschnittlich 15 Prozent Rendite an. In den vergangenen vier Jahren lag sie bei 14,4 Prozent.

HOHER EUROKURS BELASTET

Bei seinen Prognosen legt der Konzern einen Euro-Kurs von 1,35 US-Dollar nach 1,25 vor einem Jahr als Maßstab an. Die Heimatwährung hatte Infineon zuletzt auf den Umsatz gedrückt, denn in der Halbleiterbranche werden viele Geschäfte in Dollar (Dollarkurs) abgewickelt - die steuerten durch den hohen Eurokurs weniger zum Umsatz bei.

Im Schlussquartal des letzten Geschäftsjahrs hatte Infineon 1,05 Milliarden Euro Umsatz eingefahren nach 1,02 Milliarden im Vorquartal. In der Halbleiterbranche ist wegen schwankender Preise der Vergleich mit dem Vorquartal üblich. Sondereffekte hoben das Segmentergebnis auf 148 Millionen Euro. Infineon übertraf mit 14,1 Prozent Marge die Erwartungen der Analysten.

2013 BESSER ALS ZUNÄCHST BEFÜRCHTET - UMSATZ FAST STABIL

Insgesamt landete Infineon im Geschäftsjahr 2012/13 bei 3,8 Milliarden Euro Umsatz und musste nur knapp 2 Prozent Rückgang verbuchen. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch bis zu 9 Prozent Minus befürchtet und Investitionen verschoben. Die sollen nun auf 650 Millionen Euro steigen, um eine wachsende Nachfrage abdecken zu können.

Dank Einsparungen von mehr als 100 Millionen Euro und einer wieder stärker anziehenden Nachfrage hatte der Konzern seine Prognose Stück für Stück wieder erhöht. Auch die Rendite lag am Ende besser als angenommen. Unter dem Strich brach der Überschuss aber um mehr als ein Drittel auf 272 Millionen Euro ein. Trotzdem sollen die Aktionäre erneut 0,12 Euro Dividende erhalten./mmb/kja/fbr

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Quelle: dpa-AFX