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ROUNDUP 2: Hohe Investitionen und starker Euro bremsen BMW

Ein Bündel Euroscheine. (Symbolbild)
Ein Bündel Euroscheine. (Symbolbild) © Detailfoto / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © Detailfoto / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

(Neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, aktueller Aktienkurs)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der starke Euro und hohe Investitionen in die Zukunft des Konzerns haben BMW (BMW Aktie) im dritten Quartal eine Wachstumspause eingebrockt. Zwar verkauften die Münchner fast 482.000 Autos und damit so viele wie noch nie zwischen Juli und Ende September. Aber Umsatz und Gewinn kamen trotzdem nicht von der Stelle, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Denn die Nummer eins der Oberklassehersteller macht sich mitten in der aktuellen Europa-Flaute wetterfest für die nächsten Jahre und muss im Gegenzug für teure Modellentwicklungen Abstriche beim Gewinn machen.

Angesichts hoher Ausgaben etwa für das Elektroauto i3 und gewachsener Personalkosten schrumpfte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um fast 4 Prozent auf gut 1,9 Milliarden Euro. Auftrieb brachte dagegen das weiterhin blendend laufende China-Geschäft: Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Partner Brilliance sorgte dafür, dass BMW mehr als doppelt so hohe Einnahmen aus seinen Beteiligungen einstreichen konnte wie vor einem Jahr. Weil der Konzern außerdem weniger Geld an den Fiskus abdrücken musste, legte der Überschuss um gut 3 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro zu.

AKTIE SACKT AB - INVESTITIONEN STEIGEN WEITER

"Wir sind nach dem guten dritten Quartal auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen", sagte Konzernchef Norbert Reithofer. Doch das reichte der Börse offenbar nicht: BMW-Aktien verloren dort gegen Mittag mehr als 3 Prozent und sackten zeitweise auf unter 80 Euro ab. Damit waren sie mit Abstand schwächster Wert im Dax.

Und der Druck dürfte im Jahresendspurt noch einmal wachsen. Denn 2013 und 2014 sieht Finanzchef Friedrich Eichiner als die Jahre mit den höchsten Vorleistungen. Und für das laufende Schlussquartal kalkuliert er mit dem größten Batzen der diesjährigen Investitionen. Denn erst in den letzten Monaten des Jahres würden viele Projekte abgerechnet. Folge: Die Rentabilität der Pkw-Sparte dürfte zum Jahresende noch weiter sinken.

AUDI BLEIBT BEI RENDITE SPITZE

Schon zwischen Juli und September war die EBIT-Marge, mit der speziell die großen Oberklassehersteller ihre Rendite vergleichen, auf 9,0 Prozent gesunken. Für das vierte Quartal rechnet Eichiner eher mit dem unteren Ende der angepeilten Spanne von 8 bis 10 Prozent. Auch die Volkswagen-Tochter Audi hatte zuletzt Einbußen bei der Rentabilität wegstecken müssen. Sie sank zwischen Juli und Ende September auf 9,4 Prozent, Daimlers Pkw-Sparte steigerte sich indes nach einem schwachen Jahresauftakt mittlerweile auf 7,3 Prozent.

Damit fahren die deutschen Premium-Hersteller aber durch die Bank weiterhin fette Gewinne ein und können die Flaute in Europa weitgehend ausgleichen, weil das Geschäft in den USA und China brummt. Den Vorteil nutzen sie, um sich auf Unwägbarkeiten der Zukunft vorzubereiten. So nahm BMW Milliarden in die Hand, um mit dem Elektro-Auto i3 die strengeren CO2-Anforderungen aus Brüssel zu erfüllen. "Wir tun das aus einer Position der Stärke heraus", sagte BMW-Chef Reithofer mit Blick auf die hohen Investitionen.

STARKER EURO LÄSST REKORD-ABSATZ VERPUFFEN

Doch gegen eine Entwicklung helfen auch neueste Modellen nicht: Obwohl der BMW-Absatz um fast 11 Prozent zulegte, sorgte der starke Euro für einen Umsatzrückgang. Dabei hätten die Erlöse ohne Währungseffekte um 4,4 Prozent zugelegt. Ähnliche Erfahrungen mit der starken Heimatwährung hatte schon Europas Branchenprimus VW gemacht. Gewinnt der Euro im Vergleich zu anderen Währungen stark an Wert, dann steuern selbst beste Verkaufszahlen außerhalb der Euro-Zone weniger Geld zum Umsatz bei.

Trotzdem sehen sich die Münchner weiter auf Kurs zu ihren Jahreszielen: Sie wollen beim Absatz einen neuen Bestwert aufstellen und die 7,8 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern aus dem Jahr 2012 erneut erreichen. Nach neun Monaten liegen sie bei 6,0 Milliarden Euro und damit praktisch auf dem gleichen Wert wie vor einem Jahr. Der Absatz liegt mehr als 7 Prozent höher./mmb/sbr/stw/stb

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Quelle: dpa-AFX