Ad hoc-Mitteilungen

Reisebranche unter Druck: Die Delta-Variante macht Tui das Leben schwer – „Entscheidung steht bevor“

Die Tui-Aktie hat innerhalb eines Monats ein Fünftel ihres Wertes verloren. Weiteres Ungemach droht: Die hochansteckende Delta-Variante lässt die Inzidenzzahlen im beliebten Urlaubsland Spanien weiter steigen.

Medienberichten zufolge wurde die Delta-Variante bei 85 Prozent aller positiven Tests auf Mallorca nachgewiesen. Die Baleareninsel hat bereits reagiert und strengere Regeln eingeführt. Sollte die deutsche Regierung Spanien sowie noch weitere Länder auf die Liste der Virusvariantengebiete setzen, wäre dies gleichbedeutend mit einer zweiwöchigen Quarantäne nach der Wiedereinreise. Das dürfte noch mehr Touristen abschrecken als ohnehin schon. Nach Schätzungen der UN-Tourismusorganisation UNWTO 2020 müsse die Reisebranche im Jahr 2021 mit zusätzlichen Verlusten in Höhe von 1,7 bis 2,4 Billionen US-Dollar rechnen.

„Die Börsen haben das wachsende Risiko erkannt“, schreibt Jochen Stanzl, Marktanalyst bei CMC Markets Germany. Die nächste Unterstützung sehe er zwischen 3,04 und 2,88 Euro. Die TUI-Aktie stehe jetzt also in einem zentralen Unterstützungsbereich. Es stehe eine Entscheidung bevor, so Stanzl weiter.

Eine Entscheidung, auf die auch unsere w:o User gespannt sind:

dekrug: „Das hört sich natürlich nicht gut an. In ähnlicher Weise wie bei Lufthansa ist hier viel Geduld nötig, denn die Abläufe sind stets die gleichen: Auf dem Spielplan steht Die Zauberflöte. Das Opernhaus ist voll besetzt, der Vorhang hebt sich, das Orchester ertönt, aber was ist denn das? Gespielt wird Der Barbier von Sevilla. Jeder Zuschauer darf auf die Bühne kommen und mitspielen. Er wird auf ein Stühlchen gesetzt, eingeseift und rasiert – fertig, der nächste. Zum Schluss kommt André Kostolanys Hund und bellt. … Es gibt allerdings einen gravierenden Unterschied zwischen Lufthansa und Tui: Die Aktionärsstruktur!

rallemK: „Glaubt hier jemand das Malle Tui rettet? Bringt lieber euer Geld in Sicherheit. … Minus zehn Prozent in zwei Tagen spricht für ein hoch volatiles Investment.“

Gorman: „Tui ist leider nur für Tradingzwecke zu gebrauchen. Mal hoch, mal runter und das meistens ganz ohne Nachrichten. Derzeit leider kein Long-Investment.“

Bier-und-Kippen: „Tui ging es bereits vor Corona miserabel. Und es gab Spekulationen, ob Tui nach Thomas Cook der nächste Reiseveranstalter ist, der über den Jordan geht. Dass Tui immer noch nicht in Insolvenz ist, grenzt für mich an ein kleines Wunder!“

erikkies: „Meiner Meinung nach muss man die Tui-Aktie jetzt die kommenden Wochen gut beobachten. Was meiner Einschätzung nach passieren wird: Die Aktie fällt jetzt Richtung Drei-Euro-Marke (vielleicht auch drunter) und wird zum Rebound irgendwann ansetzen. Und da allein hier schon zig Leute aus dem Forum drauf warten, werden dann wieder alle aufspringen und die Aktie wieder um einiges hochgejagt. Wer dann Cash im Depot hat, kann sicher aufspringen und seine Verluste kompensieren.“

MisterGoodwill: „Ich würde Tui zerschlagen und abwickeln, anstatt noch ein Cent Staatsknete in ein unübersichtliches Zombiegeflecht zu stecken. Ein schlanker Konzern ohne Schulden macht mehr Sinn. Die Hotels und Reisepakete sollten besser über digitale Anbieter vermarktet werden.“

juha24: „Ein schlanker Konzern mit digitalen Angeboten und einer gesunden Eigenkapitalquote beziehungsweise niedriger Verschuldung wäre das Idealbild. Daher Insolvenz ja, aber keine Abwicklung. Eher Eigenverwaltung mit Insolvenzplan. Plan könnte wie folgt aussehen: Schuldenschnitt seitens der Gläubiger, Kapitalerhöhung der Altaktionäre und Verkauf einiger Assets um daraus Gläubiger sofort zu bedienen (würde vor allem Banken betreffen, die erstrangig beleihen). Tui wäre dann in sechs bis neun Monaten pünktlich zur Saison 2022 gesund und kann neu starten.“

Bis zum nächsten Börsengeflüster,

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.