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Rechnungshof: Deutlich mehr Obdachlose in England als geschätzt

Die Tower Bridge in London.
Die Tower Bridge in London. pixabay.com pixabay.com

LONDON (dpa-AFX) - In England gibt es deutlich mehr Obdachlose als bisher geschätzt. Das legt ein Bericht des Rechnungshofs nahe, der die Obdachlosenhilfe der Regierung in der Corona-Krise untersucht. Etwa 33 000 Menschen hätten ein Hilfsprogramm genutzt, das die Regierung zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 aufgelegt hatte, teilte der Rechnungshof in London am Donnerstag mit. Einer Regierungsschätzung von Ende 2019 zufolge lebten in dem britischen Landesteil aber lediglich 4266 Menschen auf der Straße. Dabei waren allerdings keine Unterbringungen in Notunterkünften eingerechnet.

"Zum ersten Mal ist das Ausmaß der obdachlosen Bevölkerung in England klar geworden - und es übertrifft die bisherigen Schätzungen der Regierung bei weitem", sagte Rechnungshofchef Gareth Davies. So wurden etwa im März in der Stadt Bristol 400 Menschen mit dem Corona-Hilfsprogramm "Everybody In" (in etwa: Alle rein) unterstützt, die Verwaltung war aber nur von 98 Obdachlosen ausgegangen. Im Londoner Stadtteil Southwark waren 25 Obdachlose bekannt - in den ersten Stunden des Programms wurden 200 Menschen in Hotels untergebracht. Noch immer wohnen etwa 10 000 Menschen in Notunterkünften.

Der Rechnungshof betonte allerdings, die Regierung habe mit "Everybody In" rasch auf die Gefahren der Pandemie für Obdachlose reagiert. Das Programm habe Schätzungen zufolge dazu beigetragen, mehr als 20 000 Neuinfektionen und 266 Tote zu vermeiden. Erst Anfang Januar hatte die Regierung weitere Millionenhilfen angekündigt. Das Geld soll etwa für Corona-Impfungen von Obdachlosen verwendet werden./bvi/DP/jha

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Quelle: dpa-AFX