Palladium: Die Preisrisiken wachsen

London/ Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Palladium ist zuletzt auf ein Rekordniveau von fast 1.460 US-Dollar je Feinunze gestiegen. Schon seit drei Jahren kennt der Preis kein Halten mehr. Anfang 2016 lag er noch unter 500 Dollar/Unze. Seither ging es - von kleineren Pausen abgesehen - stetig aufwärts. Seit einigen Monaten geht die Rally jedoch weiter - stärker als zuvor. Seit Mitte August vergangenen Jahres ist der Preis um fast die Hälfte gestiegen. Im Dezember überholte Palladium auch Gold. Das gab es zuletzt im Jahr 2002, damals notierte der Goldpreis allerdings gerade mal bei rund 300 Dollar je Feinunze.

Einen offensichtlichen Auslöser für den neuesten Preissprung gab es nicht, heißt es von den Rohstoffexperten der Commerzbank. Im Gegenteil, der deutliche Rückgang der chinesischen Fahrzeugabsätze im Januar sei vollkommen ignoriert worden. 80 Prozent der Nachfrage nach Palladium kommen aus der Autoindustrie. Laut Verband der chinesischen Automobilproduzenten wurden im Januar 16 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Dabei hat sich der Rückgang im Vergleich zu den bereits schwachen Vormonaten nochmals beschleunigt. „Dies spricht nicht unbedingt für eine steigende Palladiumnachfrage aus der Automobilindustrie“.

Ein weiterer potenzieller Belastungsfaktor für Palladium sind aus Sicht der Commerzbank die drohenden US-Zölle auf importierte Autos. Und es gibt noch ein weiteres Risiko. Denn die hohen Preise für Palladium setzen die Autobauer unter Druck, und sie denken über Alternativen nach. Beispielsweise könnten sie auf Platin umsteigen. Inzwischen ist das Bruder-Metall deutlich billiger, aktuell kostet die Feinunze nur 805 Dollar. Rein technisch könnte auch Platin in Katalysatoren von Benzinern zum Einsatz kommen.

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