Ad hoc-Mitteilungen

NSA-Papier entlarvt Angriffe auf interne Netze

Bis vor kurzem lief der Datenaustausch zwischen den Rechenzentren von Google (Alphabet A Aktie) und Yahoo unverschlüsselt. Der US-Geheimdienst soll sich das zunutze gemacht haben, wie die „Washington Post“ mit internen NSA-Papieren bewies.

Die „Washington Post“ hat den Vorwurf untermauert, der US-Geheimdienst NSA habe interne Netze von Google und Yahoo überwacht. Eine NSA-Präsentation enthalte Informationen und Abbildungen, die man nur aus dem Netz der Online-Riesen, aber nicht aus dem öffentlichen Internet bekommen könne, schrieb die Zeitung am späten Montag und veröffentlichte die entsprechenden Seiten. Die Daten würden auf britischem Gebiet abgefangen, in Zusammenarbeit mit dem dortigen NSA-Pendant GCHQ, hieß es.

Ein Bild in der NSA-Präsentation zeige ein Protokoll der Kommunikation zwischen zwei Google-Rechenzentren, schrieb das Blatt.

Eine weitere Grafik führe Hinweise auf interne Datenformate von Yahoo auf. Experten, die sich mit den Netzen beider Unternehmen auskennen, erklärten dem Blatt, die Präsentation enthalte Informationen, die nie unverschlüsselt im öffentlich zugänglichen Internet unterwegs seien.

Die großen Internetkonzerne betreiben eine Vielzahl von Rechenzentren. Der Datenaustausch zwischen ihnen läuft über eigene Leitungen - und daher bisher größtenteils unverschlüsselt. Google fing erst vor einiger Zeit an, auch den internen Datenverkehr mit Verschlüsselung zu schützen.

Die NSA hatte nach dem ersten entsprechenden Bericht der „Washington Post“ vergangene Woche lediglich erklärt, dass sie sich keinen Zugang zu den Servern der Unternehmen verschafft habe. Google reagierte aufgebracht.

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Quelle: Handelsblatt