Ad hoc-Mitteilungen

Notenbanken bestimmen auch 2014 die Anlagestrategien weiter

Mehrere Bündel US-Dollar.
Mehrere Bündel US-Dollar. - HASH(0x55cf85b44e88)

Nach acht Jahren an der Spitze der Geldpolitik gibt Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, seinen Posten ab. Nun bestimmt seine Nachfolgerin Janet Yellen den weltweiten Trend für Zinsen, Wechselkurse, Rohstoffpreise und Aktiennotierungen und damit auch, wie Privatanleger ihr Erspartes gewinnbringend investieren können.

(ARIVA.DE/ nb) Das Erbe das Yellen antritt, ist kompliziert: Die lockere Geldpolitik der Fed sorgte für ein historisches Tief des Leitzinses von 0,25 Prozent. Da der gewünschte Erfolg dieser Geldpolitik ausblieb, veranlasste Bernanke Ankäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren in Billionenhöhe. Monatlich kaufte die Fed Schuldscheine im Wert von 85 Millionen Dollar und pumpte mehr Geld in die Finanzmärkte. Die Folge: Fallende Zinsen und eine steigende Inflationsrate. Während die Aktienindizes in Bernankes Amtszeit stark stiegen, liegen die Sparzinsen der Banken in den meisten Fällen unter der Inflationsrate. Sparer, die auf Tages- und Festgeld setzen, gehen dabei meist leer aus. Am Ende seiner Amtszeit kündigte Bernanke einen vorsichtigen Kurswechsel der Fed an: Er verringerte die monatlichen Wertpapierkäufe auf 65 Milliarden Dollar. Yellen steht nun vor der schwierigen Aufgabe, einen kompletten Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik zu finden. Von Yellens Entscheidungen hängt ab, wie es mit den Aktien, Anleihen und weiteren Anlagen weitergeht.



Fed-Chefin Yellen verunsichert die Aktienmärkte

Für erste Verunsicherungen sorgte Yellen bereits mit der Aussage, die Zinssätze früher als erwartet anzuheben und zwar schon im Frühjahr 2015. Die Reaktion der Finanzmärkte erfolgte sofort: Die Anleiherenditen stiegen – die Aktienkurse fielen. Aber bedeutet die Zinserhöhung in Amerika auch das Ende der Niedrigzinsphase bei uns? Die Prognose ist schwierig. Aufgrund der immer noch schwachen Wirtschaft in Europa, denkt die Europäische Zentralbank derzeit eher über eine weitere Zinssenkung nach. Privatanleger sollten vorerst nicht auf steigende Zinsen wetten.



Welche Alternativen gibt es für Sparer, ihr Geld klug zu investieren?

Bundesanleihen sind genau wie Tages- und Festgeld zur Zeit wenig lukrativ: Die Renditen liegen unter zwei Prozent. Zinspapiere von soliden Firmen wie BMW oder Siemens hingegen gelten als sicher, bieten aber trotzdem deutlich höhere Renditen als Staatsanleihen.

Kurzlaufende Anleihen sind ebenfalls eine interessante Alternative zu dem Sparkonto. Wer sich 2011 beispielsweise eine Anleihe der freenet AG gekauft hat, kassierte seitdem einen Kupon von 7,125 Prozent jährlich. Setzt man also auf kurze Laufzeiten und weicht riskanten Hochzinspapiere aus, winken deutlich mehr Zinsen bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von Finanzinstituten. Mehr als die niedrige Inflation auszugleichen, verspricht diese Anlagestrategie allerdings nicht.

Mit dem Kauf deutscher Aktien wäre von 2009 bis 2014 eine Verdoppelung des Ersparten möglich gewesen. Die Risiken durch schwankende Aktienkurse und Unternehmensinsolvenzen sind dabei deutlich höher. Experten erwarten 2014 zwar weiterhin Kursgewinne, doch sollten Anleger abrupte Korrekturen einplanen: Die Krim-Krise und Irritationen über China geben einen Vorgeschmack. Verschärft sich die Krise, wird es wohl speziell bei Aktien zu einem Einbruch kommen, wodurch sichere Anleihen profitieren würden. Aktien bieten zwar bessere Chancen auf Gewinn, doch sollten Anleger ihr Aktiendepot festigen: Langfristig angelegte Aktien können über Zertifikate abgesichert werden und es sollten in jedem Fall Stopp-Kurse gesetzt werden.

Rohstoffe haben 2013 deutlich an Wert verloren. Der Goldpreis fiel um 27 Prozent und auch die Silber- und Kuperpreise sanken kontinuierlich. Viele Anleger nutzen das niedrige Preisniveau für Nachkäufe und ergattern damit das ein oder andere Schnäppchen, sollten sich aber den hohen Risiken bewusst sein.

Anleger können ihr Glück auch außerhalb der EU-Zone suchen und in Fremdwährungen investieren. Der US-Dollar ist derzeit vielversprechend, da die US-Notenbank die Zinsen voraussichtlich schneller als die EZB erhöhen wird. Laut Prognosen der deutschen Bank, wird der Dollar gegenüber dem Euro um 16 Prozent aufgewertet. Währungsanlagen machen aber lediglich als Beimischung fürs eigene Portfolio Sinn.



Mischfonds stark gefragt

Je nach Marktlage sollte das Portfolio schnell und flexibel angepasst werden. Besonders geeignet als Anlagestrategie sind dabei Mischfonds: Je nach Risikobereitschaft können Anleger zwischen defensiven und chancenorientierten Produkten wählen, wobei die Aussichten auf eine Mehrrendite günstig sind.

In welche Richtung sich der Markt 2014 bewegen wird, bleibt unklar. Wird sich die Konjunktur der USA und Europas 2014 erholen? Steigen die Zinsen? Bleibt die Inflationsrate so niedrig? Bei Märkten ohne eindeutige Richtung sollten Risiko und Erträge gut verteilt werden. Die Flexibilität der Mischfonds wird diese voraussichtlich zu den gefragtesten Fondsprodukten 2014 machen.

Bild: © Adam Parent - Shutterstock.com

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.