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Neuer ZEW-Chef Fuest fordert stärkere Gläubiger-Beteiligung an Euro-Rettung

Flagge der Bundesrepublik Deutschland.
Flagge der Bundesrepublik Deutschland. pixabay.com pixabay.com

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der neue Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, hat die Regierungen in Europa zu mehr Ehrlichkeit im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise aufgefordert. Es sei notwendig, die Gläubiger stärker zu beteiligen, zumindest bei der Sanierung der Banken, sagte Fuest dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe). Derzeit verfolge die Politik die Strategie, den Krisenstaaten durch billige Kredite mehr Zeit zu verschaffen und darauf zu setzen, dass diese Staaten die notwendigen Reformen schon durchführen werden. "Das wird meines Erachtens schiefgehen", erklärte der Volkswirt.

"Die Reformen in den Krisenstaaten und auf europäischer Ebene müssen beschleunigt werden, bevor die Menschen die Hoffnung verlieren, dass die Krise irgendwann ein Ende hat", forderte Fuest, der an diesem Freitag seinen neuen Posten als Präsident des ZEW in Mannheim antritt. Er folgt damit auf Wolfgang Franz, der sowohl die ZEW-Spitze als auch sein Amt als Chef der Wirtschaftsweisen zum Monatsende aufgibt.

Fuest geht mit seiner Kritik noch weiter: "Die Politik in Europa verlässt sich zu sehr darauf, dass die Europäische Zentralbank es schon richten wird", sagte er. Die EZB habe mit ihrem Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen die Märkte kurzfristig beruhigt. Das habe den Druck reduziert, notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Die Lösung der Schuldenkrise könne nicht darin bestehen, den Sparkurs aufzugeben. "Aber die Politik sollte den Menschen ehrlich mitteilen, wie die Lage ist, und unangenehme Entscheidungen wie Schuldenschnitte oder unpopuläre Reformen nicht auf die lange Bank schieben", forderte Fuest./jkr/enl

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Quelle: dpa-AFX