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Megatrend Space Economy: Wettlauf zu den Sternen

Es könnte das nächste große Ding werden: Unter dem Dach der Space Economy wetteifern drei Milliardäre, gestandene Unternehmen und junge Start-ups um Marktanteile. Die Branche ist spekulativ, aber äußerst spannend.

Was macht man, wenn man beruflich alles erreicht und ein Vermögen verdient hat, visionär denkt und seinem Abenteuergeist freien Lauf lässt? Man könnte wie Amazon-Gründer Jeff Bezos, Tesla-Chef Elon Musk und Sir Richard Charles Nicholas Branson, der mit seinem Mischkonzern Virgin Group gleich ein ganzes Bündel an Geschäftsfeldern abdeckt, die Sache etwas größer angehen und buchstäblich nach den Sternen greifen.

Die drei Milliardäre liefern sich seit geraumer Zeit im wahrsten Sinne ein Wettrennen um wichtige Anteile in der sogenannten Space Economy und haben jeweils eigene Unternehmen gegründet, um hier ganz vorne mitzuspielen. Branson und Bezos treibt dabei vorrangig der Wunsch um, ins All zu reisen. Was nach Science-Fiction klingt, hat inzwischen handfeste Formen angenommen. Inzwischen hat Branson das Rennen für sich entschieden: Der Brite startete am 11. Juli mit seinem Raumflugzeug SpaceShip Two VSS Unity Richtung Weltraumgrenze – neun Tage vor Jeff Bezos. Dieser will am 20. Juli in seiner New-Shepard-Raumkapsel abheben und somit ebenfalls den Grundstein für den kommerziellen Weltraumtourismus legen.

SpaceEconomy: Weltraumtourismus, Satelliten-Technik, Raumschlepper und Raketen

Nun ist die Sparte Weltraumtourismus sicherlich eine der spannendsten und revolutionärsten im Bereich Raumfahrt – gilt aber gleichzeitig auch als sehr spekulativ. Wie groß der Markt dahinter wäre, ist fraglich. Denn auch wenn solche All-Flüge künftig angeboten werden könnten, bliebe es ein Trip für Superreiche. Wohin diese Bestrebungen künftig tatsächlich führen, bleibt daher abzuwarten. Virgin Galactic jedenfalls, der darauf spezialisierte Ableger aus Bransons Virgin-Imperium, wurde an der Börse zwischenzeitlich sehr stark gehypt, verlor dann wieder an Wert und befindet sich seit diesem Frühjahr wieder in einer steilen Aufwärtsbewegung.

Jeff Bezos‘ Raumfahrtunternehmen Blue Origin verfolgt neben dem ehrgeizigen Prestigeprojekt des Gründers gleich mehrere Ansätze. So ist Blue Origin im Rahmen einer NASA-Ausschreibung etwa an der Entwicklung einer Mondlandefähre beteiligt. Die Orbitalrakete New Glenn, an der das Unternehmen schon seit 2010 arbeitet, könnte in der bemannten und in der unbemannten Raumfahrt eingesetzt werden, etwa um Satelliten in die Umlaufbahn zu befördern. Blue Origin ist allerdings nicht börsennotiert, Anleger können sich die Mission also vorerst nur von der Seitenlinie aus ansehen.

Dasselbe gilt für Elon Musks SpaceX – der Titel wird nicht an einer öffentlichen Börse gehandelt und ist somit momentan nicht investierbar. Spannend ist das Geschäftsfeld aber dennoch: Mit dem Starship-Projekt sollen bemannte Flüge zum Mars möglich werden. Zum anderen entwickelte Musks Weltraumunternehmen unter anderem leistungsstarke Trägerraketen und das Satellitennetzwerk-Projekt Starlink soll weltweiten Internetzugang ermöglichen.

Fertig für den Abflug: Space-Investments für Anleger

Doch im Bereich Space Economy gibt es schon jetzt eine ganze Reihe von Unternehmen, die je nach persönlicher Präferenz und Risikoneigung als Investment in Frage kommen könnten.

Ein Beispiel wäre die in Bremen ansässige OHB, ein familiengeführtes und solide aufgestelltes Raumfahrtunternehmen. Die Ursprünge des Technologie- und Raumfahrtkonzerns gehen auf die Otto Hydraulik Bremen GmbH (OHB) zurück, Ende der 1950er Jahre ein kleiner Betrieb mit einer Handvoll Mitarbeitern. In den 1980er Jahren verlagerten sich die Aktivitäten des Unternehmens in Richtung Raumfahrt. Heute umfassen die Geschäftsfelder die Bereiche Telematik und Satellit, Raumfahrt und Sicherheit, Nutzlasten und Wissenschaft, Internationale Raumfahrt sowie Raumtransport und Aerospace. Nachdem die Aktie nach einem Auftragsverlust Anfang dieses Jahres unter Druck geriet, scheint sich inzwischen eine Stabilisierung abzuzeichnen.

Wesentlich jünger ist das 2009 in München gegründete Space-Unternehmen Mynaric. Dahinter stehen ehemalige Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mynaric stellt Laserkommunikationsgeräte für luft- und weltraumgestützte Kommunikationsnetze her und liefert damit die Technologie für die Kommunikation zwischen Satelliten und dem Boden. Das Start-up ging Mitte Juni dieses Jahres in Serienproduktion.

Im Bereich Standardwerte könnte je nach individuellen Anlagegrundsätzen der Rüstungs- und Technologiekonzern Lockheed Martin als Kandidat interessant werden, gerade auch für Dividendenjäger. Das US-Unternehmen verdient sein Geld vor allem im Bereich militärische und zivile Luftfahrt und ist zudem im Geschäftsfeld Raumfahrt aktiv – etwa baute Lockheed Martin das Hubble-Weltraumteleskop und Teile der ISS.

Wie spannend das Thema Raumfahrt in all seinen Facetten mittlerweile ist, erkennt man auch daran, dass kürzlich ein erster europäischer Themenfonds gelauncht wurde: Der Aktienfonds Echiquier Space (WKN: A3CRUG) vom Vermögensverwalter La Financière de l’Echiquier will damit zahlreiche Marktchancen der Raumwirtschaft 2.0. und des „New Space“ zugänglich machen. Alternativ wird als „erster Raumfahrt-ETF für deutsche Anleger“ der im Juni gestartete Procure Space UCITS ETF beworben. Der ETF bildet den S-Network Procure Space Index nach, in dem 30 Unternehmen aus der Raumfahrtindustrie gelistet sind. Darin ist die gesamte Bandbreite an Geschäftsfeldern abgedeckt, von satellitengestützter Telekommunikation über Raumfahrttechnologie bis hin zum Weltraumtourismus.

Auch wenn viele Projekte noch in der Entwicklung stecken und das Marktumfeld somit durch technische Unwägbarkeiten geprägt ist: Anleger, die ihr Depot auf der Growth-Seite etwas diversifizieren möchten, können alternativ zu populäreren Investmentthemen auch im Space-Sektor fündig werden.

Autorin: KS, Redaktion Fondsdiscount.de

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