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Krisensicherung Goldinvestment: Welche Möglichkeiten haben Anleger?

Anleger, die in Gold investieren wollen, stehen vor der großen Frage, welches Investment für sie das geeignete ist. Der Klassiker ist immer noch der Goldbarren. Es gibt neben dem physischen Investment jedoch auch Instrumente, die nicht so sehr von physischem Gold abhängen und zudem noch höhere Renditen versprechen.
Gestapelte Goldbarren.
Gestapelte Goldbarren. - © vasabii www.gettyimages.de

Die Weltwirtschaft befindet sich zurzeit im Aufschwung. Die US-amerikanische Zentralbank hat im vergangenen Jahr gleich dreimal die Zinsen erhöht. Der Kurs des Dax klettert seit rund zwei Jahren nach oben. Dass die Konjunktur nicht immer so rund läuft, wissen die meisten mittlerweile aus eigener Erfahrung. Doch was können Privatanleger tun, um für Krisenfälle vorzusorgen? Eine schwierige Frage, auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Eine Möglichkeit ist jedoch das Investment in den Klassiker schlechthin: Gold. Doch für welches Investment sollten sich Anleger entscheiden? Physisches Gold, mit Gold hinterlegte Wertpapiere oder doch Zertifikate?

Der ungeschlagene Klassiker

Bei einem Investment in physisches Gold können Anleger zwischen Münzen oder Barren wählen. Eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) kostet zurzeit 1.321,54 Euro. Gekauft werden kann Gold bei Banken, Edelmetallhändlern, Fachhändlern oder im Internet. Da es sich bei physischem Gold nicht um Wertpapiere handelt, fällt beim Kauf auch keine Abgeltungssteuer an, wenn Anleger das Gold länger als zwölf Monate halten. Davor zahlen Anleger die übliche Einkommenssteuer. Investments in physisches Gold sind zudem mehrwertsteuerfrei. Wo das Gold gelagert werden soll, bleibt dem Anleger überlassen. Er kann das Geld zu Hause aufbewahren oder aber in einem Schließfach bei der Bank oder einem bankenunabhängigen Institut. Goldbarren für Privatanleger gibt es üblicherweise in den Gewichtseinheiten von einem Gramm bis hin zu einem Kilogramm. Goldmünzen gibt es ebenfalls ab einem Gewicht von einem Gramm. Anleger sollten jedoch bedenken, dass sie beim Kauf von Münzen Aufschläge zahlen, da die Anfertigung von Münzen aufwendiger ist als die Produktion von Barren. Die Goldmünze sollte mindestens einen Goldanteil von einer halben Unze besitzen, da die Aufschläge sonst relativ hoch ausfallen können. Zu den gängigen Goldmünzen gehören beispielsweise der südafrikanische Krügerrand, der American Eagle, der Canadian Maple Leaf oder der chinesische Panda.

Physisch gesicherte Wertpapiere als Alternative zum Barren?

Sollten sich Anleger für ein Wertpapier-Investment in Gold entscheiden, haben sie mit Xetra-Gold oder Euwax-Gold gute Möglichkeiten, in relativ sichere Titel zu investieren, da diese mit physischem Gold hinterlegt sind. Dabei handelt es sich um Exchange Traded Commodities (ETCs), die in Form von Inhaberschuldverschreibungen verbrieft werden und dem Käufer ein Recht auf die Lieferung des hinterlegten Goldes einräumen. Er kann jedoch selbst entscheiden, ob er sich das Gold ausliefern lässt. Im Falle der Insolvenz des Emittenten hat der Gläubiger jedoch ein nachrangiges Recht auf das Vermögen des Emittenten. Hier besteht also das Risiko, dass Anleger in diesem Fall keinen Zugang mehr zu dem physisch hinterlegten Gold bekommen. Der Goldpreis beider Emittenten richtet sich nach dem Weltmarktpreis.

Xetra-Gold wird von der Frankfurter Wertpapierbörse ausgegeben und hat das Jahr 2017 mit einem neuen Rekord abgeschlossen. Noch nie wurde dort so viel Gold nachgefragt wie im vergangenen Jahr: 175 Tonnen Gold. Bei Xetra-Gold handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung, die zu 100 Prozent durch Gold gedeckt wird, wovon 95 Prozent durch Clearstream, der Abwicklungsgesellschaft der Deutschen Börse, gesichert sind und nicht verliehen werden. Die restlichen fünf Prozent werden durch die Umicore AG & Co. KG garantiert. Dadurch wird die Auslieferung des physisch hinterlegten Goldes vereinfacht. Sollten Anleger sich dazu entscheiden, das Gold in einem Depot bei einer Bank oder einem anderen Verwahrungsinstitut zu lagern, fallen monatlich 0,025 Prozent Depotgebühren an. Bei einem Kauf oder Verkauf von Xetra-Gold entstehen zudem die an den Börsen üblichen Transaktionskosten. Ausgabeaufschläge oder Managementkosten fallen nicht an. Die Notierung von Xetra-Gold erfolgt in Euro, wodurch das Währungsrisiko beim Handel ausgeschlossen wird. Xetra-Gold kann ab einer Menge von einem Gramm ausgeliefert werden. Je nach Auslieferungsmenge fallen dafür unterschiedliche Kosten an.

Bei dem ETC Euwax Gold handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung der Börse Stuttgart. Euwax Gold ist ebenfalls komplett mit physischem Gold hinterlegt und wird komplett durch die Clearstream verwahrt. Beim Kauf oder Verkauf des Goldes fallen, wie bei Xetra-Gold auch, nur die Transaktionskosten an. Zudem wird auch der Preis des Euwax-Goldes in Euro berechnet, um Währungsrisiken zu umgehen. Die Auslieferung ist ab einer Lieferung von 100 Gramm Euwax-Gold oder einem Vielfachen kostenfrei.

Die Schweizer sind Vorreiter im Goldgeschäft

Neben Gold-ETCs können Anleger auch in Gold-ETFs investieren. Für deutsche Anleger hat die Sache nur einen Haken: In Deutschland ist es aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht erlaubt, einen Indexfonds mit nur einem Bestandteil aufzulegen. Daher müssen deutsche Anleger auf ausländische ETFs ausweichen. Allen voran sind dabei die Schweizer. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist mit ihren Edelmetall-ETFs die nach Anlagevolumen größte Emittentin ihrer Klasse in Europa, schreibt die „Welt“. Der Gold-ETF der ZKB investiert ausschließlich in Gold und ist zu 100 Prozent mit dem physischen Edelmetall hinterlegt, das in der Schweiz gelagert wird und den Anlegern auch ausgezahlt werden kann. Den Fonds gibt es mit oder ohne Währungsabsicherung. Gehandelt werden die ETFs an der Schweizer Wertpapierbörse, der Swiss Exchange in Schweizer Franken, Euro, US-Dollar und britischem Pfund. Die Schweizer Bankhäuser Julius Bär, Credit Suisse und UBS handeln ebenfalls mit Gold-ETFs.

Neben Gold-ETFs können Anleger auch in ETFs investieren, deren Underlying nicht direkt der Rohstoff Gold ist. Dazu gehören beispielsweise ETFs, die sich auf Unternehmen im Goldminensektor spezialisiert haben oder die Aktien von Unternehmen beinhalten, die Einkünfte mit Produkten aus Gold generieren. Zu letzteren gehört auch der MSCI ACWI Gold. Dieser Index umfasst Unternehmen aus aller Welt. Dazu gehört unter anderem das Förderunternehmen Barrick Gold oder der Bergbaukonzern Randgold Resources. Zurzeit beinhaltet der Index mit einer Marktkapitalisierung von über 118 Milliarden US-Dollar zwölf Unternehmen aus dem Goldsektor. Der größte Anteil der Unternehmen stammt dabei aus Kanada, gefolgt von den USA. Ein weiterer Index dieser Kategorie ist der Solactive Rare Earth Performance-Index.

Lohnt sich eine Spekulation mit Gold?

Für Anleger, die es etwas spekulativer mögen, sind Gold-Zertifikate das richtige. Bei einem Zertifikat auf Gold handelt es sich um eine Schuldverschreibung, bei der Anleger von Kursschwankungen des Basiswertes, in den meisten Fällen der Goldpreis, profitieren. Ein Zertifikat ist jedoch nicht mit physischem Gold hinterlegt. Im Falle einer Insolvenz nehmen Anleger die Rolle eines Gläubigers gegenüber dem Emittenten ein. Damit besteht die Möglichkeit, den gesamten Einsatz zu verlieren, sollte das emittierende Institut zahlungsunfähig werden. Gold-Zertifikate gibt es in verschiedenen Varianten: Mit oder ohne Währungsabsicherung, gehebelt, besichert und unbesichert sowie Zertifikate mit unterschiedlichen Laufzeiten. Anleger können zudem auf fallende oder steigende Kurse setzen und so höhere Renditen erzielen als mit konservativeren Goldinvestments. Vor einem Totalverlust können sich Anleger mit einer Stop-Loss-Order schützen – dennoch ist der Handel mit Zertifikaten in der Regel spekulativ.

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