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Japan: Verbraucherstimmung fällt auf Jahrestief - Steuererhöhung belastet

In Tokio ist der Nikkei 225 beheimatet.
In Tokio ist der Nikkei 225 beheimatet. pixabay.com pixabay.com

TOKIO/FRANKFURT (dpa-AFX) - In Japan ist das Verbrauchervertrauen im Oktober überraschend eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit Dezember vergangenen Jahres gefallen. Als Ursache nannten Experten unter anderem die Ankündigung der Mehrwertsteuererhöhung in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. Der Index der Verbraucherstimmung ging um 4,2 Punkte auf 41,2 Zähler zurück, wie die Regierung am Dienstag in Tokio mitteilte. Dies ist der stärkste Rückschlag bei der Verbraucherstimmung seit der verheerenden Erdbebenkatastrophe im März 2011. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Anstieg auf 45,5 Punkte gerechnet.

"Die Entscheidung zur Erhöhung der Mehrwertsteuer hat für einen Dämpfer bei der Verbraucherstimmung gesorgt", erklärte Experte Shuichi Obata von Nomura (Nomura Aktie) Securities den Einbruch. Anfang Oktober hatte Ministerpräsident Shinzo Abe angekündigt, die Mehrwertsteuer im kommenden April von derzeit fünf Prozent auf acht Prozent zu erhöhen. Seit 1997 hatte keiner seiner Vorgänger eine Steuererhöhung gewagt.

Nach Einschätzung von Experten ist die Stimmung der Konsumenten aber auch durch einen tropischen Wirbelsturm im Berichtsmonat belastet worden. Außerdem hatte im Oktober erneut ein Erdbeben die Region um Fukushima erschüttert.

Während die Verbraucherstimmung immer weiter in den Keller sinkt, ziehen die Inflationserwartungen in der Bevölkerung unverändert an. So gingen im Oktober 89,5 Prozent der Befragten davon aus, dass die Verbraucherpreise in den nächsten zwölf Monaten steigen werden. Das ist bereits der zehnte Anstieg in Folge. Die Inflationserwartung markierte den höchsten Wert seit mehr als fünf Jahren. Als Ursache für die hohen Inflationserwartungen gelten steigende Kosten für Elektrizität und Nahrungsmittel.

In Japan versucht die Regierung mit einem Bündel an Maßnahmen, die Konjunktur stärker in Schwung zu bringen. Unter anderem überschwemmt die Notenbank des Landes seit April die Wirtschaft mit billigem Geld, um Japan aus der langen Deflationsphase zu führen. Die Strategie ist Teil der Wirtschaftspolitik von Regierungschef Abe, für die sich die Bezeichnung "Abenomics" eingebürgert hat. Kritiker befürchten, dass durch eine Steuererhöhung die Erholung der Wirtschaft abgewürgt werden könnte./jkr/bgf

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Quelle: dpa-AFX