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Japan: Handelsdefizit steigt weiter an - Kehrseite der Abenomics

In Tokio ist der Nikkei 225 beheimatet.
In Tokio ist der Nikkei 225 beheimatet. pixabay.com pixabay.com

TOKIO/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Importüberschuss Japans ist im Oktober abermals gewachsen. Nach Regierungszahlen vom Mittwoch stieg das Defizit in der Handelsbilanz von rund 934 Milliarden Yen im September auf 1,09 Billionen Yen (etwa acht Milliarden Euro). Es ist bereits das sechzehnte Mal in Folge, dass der Wert der Einfuhren den der Exporte überschreitet. Das hat zwei Gründe: den schwachen Yen und die große Abhängigkeit Japans von Energieimporten.

Die Ausfuhren der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft erhielten im Oktober einen zusätzlichen Schub: Nicht zuletzt wegen des schwachen Yen, der japanische Waren für ausländische Abnehmer vergünstigt, lagen die Exporte 18,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist der stärkste Zuwachs seit Mitte 2010. Die Einfuhren nach Japan erhöhten sich jedoch noch stärker, auf Jahressicht stiegen sie um 26,1 Prozent.

Dies zeigt die Kehrseite der Regierungspolitik, in Anlehnung an Premierminister Shinzo Abe "Abenomics" benannt: Diese Politik zielt unter anderem auf eine Schwächung des Yen ab, um den Export des Landes anzuschieben. Zugleich verteuert eine schwache Währung aber die Preise für importierte Produkte.

Dieser Effekt wiegt gegenwärtig um so schwerer, als Japan stark von Öl- und Gaseinfuhren abhängig ist. Denn seit dem Atomunglück von Fukushima ist ein Großteil der Atommeiler abgeschaltet. Beobachter erwarten deswegen, dass sich an dem für Japan ungewöhnlichen Bild eines Handelsdefizits lange Zeit nichts ändern wird./bgf/jkr

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Quelle: dpa-AFX