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ITALIEN: Investoren fliehen aus Euro-Anlagen

Die italienische Flagge.
Die italienische Flagge. pixabay.com pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der drohende politische Stillstand in Italien hat Investoren dazu veranlasst, Anlagen in Euro abzustoßen. Seit Montagnachmittag, als sich bei den italienischen Parlamentswahlen eine Pattsituation im Senat abzeichnet, steht der Euro massiv unter Druck. Im Gegenzug werden Währungen, die gemeinhin als "sichere Häfen" gelten, stark nachgefragt. Hierzu zählen neben dem US-Dollar insbesondere der japanische Yen und der Schweizer Franken. Selbst das britische Pfund, das seit Monaten unter chronischer Schwäche leidet, konnte gegenüber dem Euro deutlich zulegen.

Zum amerikanischen Dollar (Dollarkurs) hat der Euro seit Montagnachmittag in der Spitze fast drei Cent eingebüßt. Das ist für den täglichen Handel eine außergewöhnlich starke Bewegung. Mit etwas mehr als 1,30 Dollar kostete die Gemeinschaftswährung am Dienstagmorgen so wenig wie seit Mitte Januar nicht mehr.

Noch stärker fielen die Verluste zum japanischen Yen aus. In der Spitze fiel der Euro seit Montag um sechs Yen oder knapp fünf Prozent. Im Gegenzug verteuerte sich der Yen, was der japanischen Regierung alles andere als recht sein dürfte. Sie versucht mit einer extrem lockeren Geldpolitik, dem Teufelskreis aus sinkenden Verbraucherpreisen und Rezession zu entkommen. Ein stärkerer Yen verteuert die Ausfuhren der exportorientierten Wirtschaft Japans und steht den Regierungsbemühungen entgegen.

Auch der Schweizer Franken, der unter Investoren ebenfalls als Hort der Sicherheit gilt, legte spürbar zu. Im Gegenzug sank der Euro zum Franken um fast zwei Rappen auf zuletzt 1,2150 Franken. Die Schweizer Notenbank SNB dürfte diese Entwicklung mit Argusaugen beobachten. Bereits im Herbst 2011 hatte sie einen Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro festgesetzt, um der starken Aufwertung des Franken entgegenzutreten. Lange Zeit konnte sie diesen Kurs nur halten, indem sie in erheblichem Umfang am Devisenmarkt intervenierte. Seit Jahresbeginn jedoch hatte sich der Euro-Franken-Kurs wegen der abflauenden Schuldenkrise von seinem Mindestniveau gelöst.

Unter Druck geriet der Euro auch zum britischen Pfund. Die Bewegung ist beachtlich, weil das britische Pfund seit Jahresbeginn massiv unter Druck steht. Gründe sind die ausgeprägte Wachstumsschwäche der britischen Wirtschaft und die extrem lockere Geldpolitik der Bank of England. Nachdem der Euro seit Jahresstart gut acht Prozent zum Pfund zugelegt hatte, hat er allein seit Montagnachmittag gut zwei Prozent an Wert verloren./bgf/hbr

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Quelle: dpa-AFX