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Investieren in „Betongold“: Deutsche Immobilienaktien

Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld suchen Anleger ihr Heil vermehrt in Aktien. Auch Immobilieninvestments stehen dabei hoch im Kurs.
Immobilien in Berlin (Symbolbild).
Immobilien in Berlin (Symbolbild). - © Nikada / E+ / Getty Images www.gettyimages.de

Immobilienaktien und ihre Besonderheiten

In Deutschland und auch an der Börse sind Immobilienfirmen immer stärker vertreten. Bekannte Namen der deutschen Börsenlandschaft sind beispielsweise Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG Immobilien, TAG-Immobilien oder auch Deutsche EuroShop. Mit einem Plus von rund 80 Prozent in drei Jahren zählen Immobilienaktien zu den großen Börsengewinnern der letzten Zeit. Mit Immobilienaktien investieren Anleger in börsennotierte Unternehmen, die auf unterschiedlichste Art und Weise im Immobilienbereich tätig sind. Das Geschäftsmodell solcher Konzerne kann beispielsweise darin bestehen, Gebäude oder Wohnungen aufzukaufen, Bauprojekte in Auftrag zu geben und zu überwachen oder auch aus der Vermietung, Verwaltung und dem Weiterverkauf von Immobilien. Ihre Einnahmen schütten Immobilienunternehmen meist als Dividende aus, sodass Anleger indirekt davon profitieren, auch wenn sie keinen direkten Eigentumsanspruch an den Immobilien des jeweiligen Unternehmens haben. Immobilienaktien können sich in der Regel auch durch die Art des Unternehmensportfolios unterscheiden. So kann es sein, dass ein Konzern nur in einem Land agiert, ein anderer dagegen international. Auch die Art der Immobilien kann variieren. So konzentrieren sich einige Immobilienunternehmen auf Wohnimmobilien, andere nur auf Bürogebäude und wieder andere setzen auf Gewerbeimmobilien. Manche haben aber auch einfach ein ganz breit gefächertes Portfolio.

Anlegen in Immobilienaktien

Für Anleger können Immobilienaktien sehr attraktiv sein, da sie vergleichsweise stabile und vorhersehbare Einnahmen des Unternehmens versprechen. Traditionell gelten Immobilienkonzerne als ausschüttungsstark, sodass sich Anleger meist auch über solide Dividenden freuen können. Zudem stehen hinter den Aktien von Immobilienunternehmen konkrete und greifbare Werte, wie Gebäude oder Wohnungen. Auf der anderen Seite benötigt der Unterhalt von Immobilien jedoch auch recht viel Kapital, das sich die Unternehmen meist über Kredite besorgen. Immobilienaktien reagieren zudem sehr empfindlich auf das Zinsumfeld: Bei hohen Zinsen wird es für Unternehmen teurer ihre Geschäfte zu finanzieren, wodurch sie weniger Gewinn machen, was sich dann natürlich auch auf den Aktienkurs auswirkt. Bei sinkenden Zinsen steigt hingegen die Rentabilität. Hinzu kommt außerdem die grundsätzliche Stimmung am Kapitalmarkt, die auch ganz ohne rationale Gründe dafür sorgen kann, dass eine Aktie steigt oder fällt.

Anleger können über unterschiedliche Wege in Immobilienunternehmen investieren: Sie können beispielsweise direkt in Aktien investieren und so einen Anteil am Unternehmen zu erwerben. Über Immobilienfonds investieren Anleger dagegen vor allem in spezielle Bauprojekte, Gebäude und Wohnungen. Der Einstieg ist bei Immobilienfonds oft nicht jederzeit oder nur ab einer gewissen Summe möglich. Zudem gibt es gesetzliche Mindesthaltefristen und der Verkauf von Fondsanteilen muss oft lange im Voraus angemeldet werden. Einzelne Immobilienaktien können dagegen meist direkt und ohne lange Vorlaufzeit erworben werden. Der Kurs von Immobilienaktien steigt vor allem dann, wenn viele Menschen in sie investieren wollen. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise wenn ein Fondsmanager Immobilienaktien in einem Fonds bündelt oder ein neuer Exchange Traded Fund (ETF) auf die Branche ausgelegt wird. Auch ein Immobilien-Boom sowie knapper Wohnraum und eine hohe Nachfrage können Gründe für steigende Kurse sein.

Große Immobilienkonzerne in Deutschland

Der Immobilienmarkt brummt und davon profitieren auch die Immobilienkonzerne mit Fokus auf Deutschland. Hier eine Auswahl der größten Immobilienkonzerne der deutschen Börsenlandschaft:

Vonovia

Vonovia ist nach eigenen Angaben das bundesweit führende auf Wohnraum spezialisierte Unternehmen in Deutschland. Das Unternehmen besitzt rund 355.000 Wohnungen an 650 Standorten in allen Bundesländern. Vonovia orientiert sich allerdings auch nach außen und sorgte so im Oktober 2017 mit der Ankündigung bald mit dem größten Vermieter Frankreichs zusammenzuarbeiten für Aufsehen. Das Unternehmen wird derzeit mit 19,7 Milliarden Euro an der Börse bewertet und ist im Dax gelistet.

Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen ist eine führende börsennotierte Immobiliengesellschaft in Deutschland und Europa.Den Fokus legt das Unternehmen vor allem auf die Bewirtschaftung und Entwicklung seines Portfolios mit Schwerpunkt auf Wohnimmobilien. Derzeit umfasst das Portfolio fast 150.000 Einheiten, davon rund 147.000 Wohneinheiten und 2.000 Gewerbeimmobilien.An der Börse wird die Deutsche Wohnen derzeit mit 14,5 Milliarden Euro bewertet und ist im MDax gelistet.

Aroundtown

Aroundtown ist ein Unternhemn, das sich vor allem auf Objekte in Deutschland und den Niederlanden spezialisiert hat. Es investiert dabei in Gewerbe- und Wohnimmobilien, wovon sich ein Großteil in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Frankfurt und München aber auch in anderen Großstädten in Deutschland und den Niederlanden befindet.Die Gewerbeimmobilien werden von Aroundtown gehalten, allerdings hält das Unternehmen auch Anteile an Grand City Properties.An der Börse wird Aroundtown derzeit mit 6,37 Milliarden Euro bewertet und ist ebenfalls Teil des MDax.

LEG Immobilien

LEG Immobilien verwaltet vor allem Wohnimmobilien in Nordrhein-Westfalen.Zum Portfolio gehören dabei rund 130.000 Mietwohnungen und dazugehörige Garagen.Neben der Immobilienverwaltung konzentriert sich das Unternehmen auch auf die Modernisierung und Instandhaltung der Wohngebäude. Im September 2015 schloss LEG Immobilien eine Grundsatzvereinbarung über einen Zusammenschluss mit Deutsche Wohnen. Nur wenig später zog Deutsche Wohnen das Übernahmeangebot allerdings wieder zurück.An der Börse wird LEG Immobilien derzeit mit 6,01 Milliarden Euro bewertet und ist im MDax gelistet.

Grand City Properties

Grand City Properties legt den Schwerpunkt auf Wohnimmobilien in Deutschland, wobei sich der Großteil des Bestands in Nordrhein-Westfalen, Berlin und noch weiteren bevölkerungsstarken Regionen befindet. Das Portfolio besteht insgesamt aus 86.000 Einheiten. Grand City Properties setzt vor allem auf den langfristigen Bestand. Derzeit wird das Unternehmen mit 3,58 Milliarden Euro an der Börse bewertet und ist im MDax gelistet.

Immobilienaktien: Lohnt sich die Anlage?

Immobilienaktien sind grundsätzlich für Anleger geeignet, die langfristig investieren möchten. Es ist dabei von Vorteil, wenn schon etwas Erfahrung an der Börse gesammelt wurde, falls Anleger eigene Investmententscheidungen treffen wollen, ohne einem Fondsmanager folgen zu müssen. Natürlich gibt es dabei immer Einiges zu beachten. Sich im Vorfeld über ein Investment zu informieren ist nach wie vor das A und O bei Anlageentscheidungen und Immobilienaktien bilden dabei keine Ausnahme. Wer in Immobilienaktien investieren will, sollte den Immobilien- und Aktienmarkt verstehen und sich über die Unternehmen, deren Bilanzen und ihr Portfolio informieren. Es lohnt sich dabei auch, sich zu erkundigen wie genau das jeweilige Immobilienportfolio eines Unternehmens aufgestellt ist. Eine wichtige Kennzahl für Immobilienunternehmen ist zudem der Net Asset Value (NAV). Diese Zahl beziffert den Marktwert aller Immobilien eines Unternehmens abzüglich der Schulden. Grundsätzlich können in einem Aktiendepot nicht nur mehrere Branchen, sondern auch verschiedene Länder berücksichtigt werden, damit ein Investment als Ganzes breiter gestreut ist. Auf diese Weise kann das Risiko minimiert werden.

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