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Gold lockt Anleger weiter an

London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Gold haussiert. Und das in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit, was die Erwartungen der meisten Analysten sprengt. Auch die optimistischen Prognosen wurden geschlagen. Das Rohstoffteam um Chefanalyst Jeffrey Currie von Goldman Sachs hatte es im April für möglich gehalten, dass Gold das alte Hoch aus dem Jahre 2011 bei gut 1.920 Dollar/Unze im Jahresverlauf erreicht. Die Citigroup hat prognostiziert, dass der Preis in diesem Jahr bis auf 2.000 Dollar steigen könnte. Auch Bill Baruch, Vorstandschef des Finanzdienstleisters Blue Line Futures, hatte dieses Ziel vor Augen. Aus der Reihe tanzt nur Max Otte. Der deutsche Ökonom hält auf Sicht der kommenden drei Jahre auch 3.000 Dollar für eine Unze Gold für machbar.

Die dramatische Ausweitung globaler Geldmengen, zusätzlich befeuert vom aktuell schwachen Dollar und immer weiter rückläufigen Zinsen, treibt die Anleger ins Gold. Direkte Ursache für den Preisanstieg sind in erster Linie Zuflüsse zu ETFs auf Gold. Hingegen kaufen die internationalen Zentralbanken weniger ein, auch die Schmucknachfrage lässt in Corona-Zeiten zu wünschen übrig.

Aus Sicht von Bernhard Matthes, Bereichsleiter BKC Asset Management, kommt es auf die Sekundärtugenden an die Edelmetallen zugeschrieben werden, den sog. weichen Faktoren, die für Anleger bei der Asset-Auswahl eine Rolle spielen. Gold weist einen für viele Investoren unabdingbaren Sicherheitsaspekt auf. „In unsicheren Zeiten verspricht Gold Schutz vor systemischer Instabilität, Negativzinsen und vor Inflation“, schreibt Matthes in einem aktuellen Marktkommentar. „Die global synchronisierte, weitreichende Antwort auf die Corona-Krise mit sowohl monetären als auch fiskalpolitischen Programmen von historisch beispiellosem Ausmaß hat das Potenzial, die seit Langem politisch gewünschte Inflationierung herbeizuführen“. Anleger täten gut daran, ein solches Szenario in die Portfoliopositionierung einzubinden.

So bleiben laut Matthes viele Argumente für Edelmetalle im Portfolio bestehen, obwohl die Preise schon so hoch gegangen sind. „Die Realzinsen sind stark negativ und die Ausweitung der Geldmenge geht weiter. Solange der Rausch des billigen Geldes anhält, bleibt der Goldpreis auch strukturell unterstützt“, schreibt Matthes.

Die Anlegergunst bezüglich Gold ist aber vielschichtig. Laut neuen Daten des Edelmetallmarktplatzes BullionVault sind deutsche Investoren plötzlich vorsichtig beim Kauf von Gold geworden, während US-amerikanische und britische Investoren den Goldpreis auf neue Rekordhöhen weiter antreiben. Der Gold-Investor-Index Deutschland ging von 67,0 im Juni auf 61,4 im Juli zurück. Im Vergleich: der Gold-Investor-Index exklusive Deutschland sank von Juni auf Juli von 59,5 auf 57,5. „Deutsche Anleger hatten bereits zu Beginn des Jahres so stark wie nie zuvor in Gold investiert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl deutscher Anleger Januar bis Juli um 76 Prozent. Ein Großteil der deutschen Privatanleger agierte somit vorausschauend und stieg zu günstigen Preisen Anfang des Jahres ein“, kommentiert Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault.

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