Ad hoc-Mitteilungen

Finanzinvestor will Online-Tochter der Telekom

Der Teilverkauf der Scout-Gruppe geht in die Endphase. Die Telekom soll bereit sein, 70 Prozent der Internetanzeigen-Tochter abzugeben. Das Unternehmen wird mit rund zwei Milliarden Euro bewertet.

Die Deutsche Telekom (Deutsche Telekom Aktie) steht offenbar kurz davor, den Teilverkauf der Internetanzeigen-Tochter Scout zu besiegeln. Dabei könnte ein lukrativer Deal herausspringen: Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, könnten 70 Prozent der Scout-Gruppe an den Finanzinvestor Hellmann & Friedman aus den USA gehen.

Bloomberg beruft sich dabei auf drei mit der Transaktion vertraute Personen. Der Verkauf würde das Unternehmen unter Berücksichtigung von Verbindlichkeiten mit rund zwei Milliarden Euro bewerten. Noch in dieser Woche könnte der Verkauf offiziell verkündet werden, heißt es in dem Bericht. Bestätigen wollten weder die Telekom noch Hellmann & Friedman gegenüber Bloomberg den Deal.

Anfang November hatte die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete, dass neben Hellmann & Friedman noch die Finanzinvestoren EQT aus Schweden sowie Silver Lake aus den USA im Bieterrennen seien. Dem Bericht zufolge sei die Telekom bereit, eine Mehrheit an der Gruppe abzugeben, zu der das Portal Immo-Scout24 gehört.

Mit der Sache vertraute Personen hatten im Oktober gesagt, der Konzern stelle nur 30 Prozent zum Verkauf. Der „SZ“ zufolge wären die Finanzinvestoren zu einem höheren Kaufpreis bereit, wenn sie die Kontrolle über die Gruppe erhalten würden. Die Telekom habe zuletzt mit einem Unternehmenswert von zwei Milliarden Euro gerechnet. Der aussichtsreichste Bieter Axel Springer verabschiedete sich bereits Anfang September wegen der Kaufsumme aus dem Rennen.

Die Telekom braucht das Geld aus dem Scout-Verkauf. Dieser soll genug einspielen, um einen Teil des milliardenteuren Netzausbaus in Deutschland und den USA zu finanzieren. Aus strategischer Sicht fällt ihr der Abschied nicht leicht: Internetgeschäfte sollten eigentlich die Umsatzdelle im alten Telefongeschäft ausgleichen.

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Quelle: Handelsblatt