Ad hoc-Mitteilungen

Ex-CEO von Credit Suisse und UBS warnt vor Finanz-Crash

Oswald Grübel warnt vorm Zusammenbruch der Finanzmärkte. Der Spitzenmanager geht mit der Niedrigzins-Politik der Zentralbanken hart ins Gericht.
Oswald Grübel im Mai 2011 am 41. St. Gallen Symposium.
Oswald Grübel im Mai 2011 am 41. St. Gallen Symposium. - commons.wikimedia.org / Urheber: International Students’ Committee

Der ehemalige Vorstandschef der Banken Credit Suisse und UBS, Oswald Grübel, befürchtet im Interview mit dem „Manager Magazin“ einen weltweiten Zusammenbruch der Finanzmärkte. Nach Aussage des früheren Top-Bankers, der mittlerweile ausschließlich sein Privatvermögen verwaltet, werde die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken zum Vertrauensverlust der Anleger führen. Schnell steigende Zinsen und ein Überangebot von Anleihen zögen dann massive Schwankungen der Märkte nach sich, so Grübel. Im Gespräch mit dem Blatt macht der Ex-CEO risikoreiche Unternehmensanleihen als besondere Gefahr für das globale Finanzsystem aus.

Seit Längerem steht die Europäische Zentralbank (EZB) wegen ihrer Niedrigzinspolitik und ihrem Anleihen-Kaufprogramm in der Kritik. Während Sparer mit konservativen Anlageformen kaum noch Renditen erzielen können, beklagen sich die Banken zunehmend über den Einbruch ihres klassischen Geschäfts. Die EZB senkte den Leitzins im Zuge der Finanzkrise 2008 deutlich – seither verharrt der Zins auf einem niedrigen Niveau von zurzeit 0,00 Prozent.

Empfehlung für Anleger

Funktionsfähig seien nach Grübel nur Märkte, die keiner Manipulation durch die Zentralbanken ausgesetzt sind. Nach Ansicht des früheren Bankenvorstands fallen hierunter die Aktien- und Rohstoffmärkte. Grübel empfiehlt Anlegern daher den Kauf von Gold – 30 Prozent sollte der Anteil des Edelmetalls im Portfolio ausmachen. Legt man die Höchstpreise der vergangenen Monate zugrunde, ist Gold zurzeit verhältnismäßig günstig: Vor allem die Stärke des US-Dollars sowie die Zinsdebatte in den USA sind für das derzeitige Mehrmonatstief des Edelmetalls verantwortlich. Fed-Gouverneure fordern eine Leitzinserhöhung in den Vereinigten Staaten noch vor den Wahlen im November. Der Goldpreis fällt angesichts dieser Forderungen, da das Edelmetall einen Zinsnachteil gegenüber anderen Anlageformen besitzt.

Neben dem Goldkauf sieht Oswald Grübel auch den Erwerb von Immobilien als Schutz im Falle einer neuen Krise. Anleger sollten dabei auch nicht davor zurückschrecken, Hypotheken zur Immobilienfinanzierung aufzunehmen. Im Inflationsfall könnten diese billig zurückgezahlt werden.

Der Crash als Chance

Persönlich hat Grübel keine Angst vor einem möglichen Zusammenbruch: Börsen-Crashs sind seiner Meinung nach eine hervorragende Chance, um von niedrigen Kursen zu profitieren, so auch bei der Finanzkrise ab 2008.

Der 1943 geborene Grübel war von 2003 bis 2007 Vorstandschef bei Credit Suisse und von 2009 bis 2011 CEO bei UBS. Von seinem Posten bei UBS trat der Banker nach einem Betrugsfall im Investmentbanking des Schweizer Geldhauses zurück: Damals hatten Geschäfte des Händlers Kweku Adoboli bei der Bank Verluste in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar verursacht.

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