Erdogan schiebt Lira-Verfall auf 'Wirtschaftskrieg' mit Westen

Die Flagge der Türkei.
Die Flagge der Türkei. pixabay.com pixabay.com

Schon bei der Vorstellung seines 100-Tage-Programms am 3. August hatte er von einem "Wirtschaftskrieg" gesprochen. In einer nächtlichen Rede im Distrikt Rize hatte Erdogan gesagt, es seien "Kampagnen" gegen die Türkei im Gange.

Gegenüber dem Euro hat die Lira seit Januar mehr als ein Drittel an Wert verloren. Am Morgen, vor Vorstellung eines "neuen Wirtschaftsmodells" für die Türkei durch Finanzminister Berat Albayrak, war die Lira auf einen Tiefststand gestürzt. Im Handel mit dem US-Dollar kam es zeitweise zum Einbruch um 13,5 Prozent. Im Handel mit dem Euro wurden erstmals mehr als sieben Lira für einen Euro gezahlt.

Erdogan sprach von einer "künstlichen Finanzkrise". An jene gerichtet, die höhere Zinsen fordern, um die Inflationsrate von mehr als 15 Prozent zu drücken, sagte er: "Ihr werdet es nicht schaffen, diese Nation in die Knie zu zwingen." Anders als Ökonomen sieht Erdogan Zinserhöhungen als Ursache für Inflation und nicht als Instrument dagegen.

Die Türkei diversifiziere ihre Wirtschaftspartner - "von China bis Russland", sagte Erdogan. Vor allem wegen der Inhaftierung eines US-Pastors in der Türkei hat sich die Beziehung mit den USA stark verschlechtert. Die Märkte hatten darauf stark verunsichert reagiert. "Diese Nation hat keine Angst", sagte Erdogan. "Vertraut auf Gott."/erg/DP/jha

Quelle: dpa-AFX