Ad hoc-Mitteilungen

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 07.11.2013 - 17.00 Uhr

Ein Mann liest Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild).
Ein Mann liest Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild). pixabay.com pixabay.com

'Taubennest' Eurotower - EZB-Billiggeld gegen Deflationsrisiko

FRANKFURT - Aus Angst vor deflationären Tendenzen macht die Europäische Zentralbank (EZB) Geld im Euroraum noch billiger: Nach der Senkung der Leitzinsen um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 0,25 Prozent erklärte Notenbankchef Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt, die EZB erwarte "eine anhaltende Periode niedriger Inflation im Euroraum". Analysten und Finanzmärkte wurden völlig auf dem falschen Fuß erwischt. Der Ausleihungssatz, zu dem sich die Banken über Nacht bei der Notenbank Geld besorgen können, wurde um ebenfalls um 0,25 Punkte auf 0,75 Prozent reduziert. Dadurch kommen die Kreditinstitute noch günstiger an frisches Geld.

US-Wirtschaft legt überraschend stark zu - Aber Skepsis bleibt

WASHINGTON - Die Wirtschaft in den USA ist überraschend stark gewachsen. Von Juli bis September legte die Konjunktur aufs Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent zu, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 2,0 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) annualisiert um 2,5 Prozent gestiegen, im ersten nur um 1,1 Prozent. Fachleute warnen aber vor verfrühtem Optimismus.

Zypern erfüllt Sparprogramm - 'Troika' zufrieden

NIKOSIA - Das Stabilisierungsprogramm für Zypern läuft aus Sicht der Geldgeber und der Regierung des Landes gut. "Das Programm ist auf Kurs" erklärte die "Troika" der internationalen Geldgeber aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank. Alle Finanzziele seien erreicht worden und auch die Strukturreformen seien auf Kurs, hieß es. Die Lage bleibe jedoch noch schwierig. Einen Aufschwung auf der Insel werde es erst 2015 geben. Die drittgrößte Bank, die Hellenic Bank, sei erfolgreich mit Kapital ausgestattet worden. Der Marktführer Bank of Cyprus habe nun einen neuen Vorstand, der die Bank wieder auf Kurs bringen werde, teilte die Troika unter anderem mit.

Merkel und Seehofer schwören Union auf Kostendisziplin ein

BERLIN - Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer haben ihre Unterhändler bei der Bildung einer großen Koalition auf Ausgabendisziplin eingeschworen. In Einzelgesprächen in der CDU-Zentrale in Berlin legten sie am Donnerstag die Strategie für die voraussichtlich noch knapp dreiwöchigen Verhandlungen mit der SPD fest. Über die Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart.

Schäuble: Neue Schulden und höhere Steuern mit Union nicht zu machen

BERLIN - Der amtierende Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in den Koalitionsverhandlungen den von der SPD geforderten Steuererhöhungen eine klare Absage erteilt. "Es wird mit der Union neue Schulden und höhere Steuern, wie wir das vor der Wahl gesagt haben, nicht geben", sagte Schäuble am Donnerstag bei der Vorlage der Steuerschätzung in Berlin. Die Schätzung liefere keine neuen finanzpolitischen Spielräume.

Altmaier und Kraft kämpfen um Industrierabatte

BRÜSSEL - Union und SPD pochen bei der EU-Kommission auf den Erhalt bestimmter Ökostrom-Rabatte für die Industrie. "Wir müssen in Brüssel deutlich machen, dass wir ein bisschen Rückenwind und auch Respekt brauchen, damit wir unsere Energiewende arbeitsplatzfreundlich umsetzen können", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Am Nachmittag erörterte er mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia in Brüssel, wie eine EU-rechtskonforme Lösung bei den Hilfen aussehen könnte. Die EU hat Deutschland wegen der Rabatte mit einem Verfahren gedroht.

Deutschland: Gesamtproduktion fällt überraschend

BERLIN - Die Produktion deutscher Unternehmen ist im September überraschend gesunken. Die Gesamtproduktion des Verarbeitenden Gewerbes sei im Monatsvergleich um 0,9 Prozent gefallen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Experten hatten einen unveränderten Wert erwartet. Im August war die Produktion noch um aufwärtsrevidierte 1,6 Prozent (zunächst: +1,4%) gestiegen.

Spanien: Industrieproduktion steigt erstmals seit zweieinhalb Jahren

MADRID/FRANKFURT - Lichtblick für die rezessionsgeplagte Industrie Spaniens: Im September konnten die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ihre Herstellung erstmals seit mehr als zweieinhalb Jahren steigern. Nach Angaben des Statistikamts INE lag die Industrieproduktion bereinigt 1,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Es ist der erste Zuwachs seit Februar 2011, seither war die Produktion teils drastisch rückläufig gewesen. Bankvolkswirte wurden von den aktuellen Zahlen überrascht, sie hatten einen Rückgang um 1,4 Prozent erwartet.

Netzwerk: 'Steueroase Deutschland ist Eldorado für Geldwäsche'

BERLIN - Deutschland ist nach Einschätzung von Nicht -Regierungsorganisationen und kirchlichen Gruppen eine weltweit führende Steueroase und ein "Eldorado für Geldwäsche". In seinem am Donnerstag veröffentlichten "Schattenfinanzindex" begründet das Netzwerk das schlechte Abschneiden der Bundesrepublik mit dem hohen Anteil an internationalen Geldströmen bei gleichzeitig geringer Transparenz und Lücken im Kampf gegen organisierte Kriminalität.

EU-Gericht: Tarif-Mindestlohn trotz Sonderleistungen

LUXEMBURG - Arbeitnehmer haben Anspruch auf den vollen tarifvertraglichen Mindestlohn - auch wenn sie zusätzlich vermögenswirksame Leistungen wie Wertpapiere vom Arbeitgeber bekommen. Das hat der Europäische Gerichtshof am Donnerstag in Luxemburg entschieden (Rechtssache C-522/12). Anders ist es bei Einmalzahlungen: Sie können Teil des Mindestlohns sein. Dies hängt aber von den Regelungen im Tarifvertrag ab. Im konkreten Fall hatte ein Hallenreiniger der zur Deutschen Bahn gehörenden DB Services GmbH geklagt. Nach Ansicht seines Arbeitgebers hatte der Mann schon viel mehr als den Mindestlohn erhalten, weil er zwei pauschale Zahlungen und vermögenswirksame Leistungen bekam.

Studie: Zahlungsmoral deutscher Unternehmen zieht leicht an

DARMSTADT - Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen ist im Oktober einer Studie zufolge erstmals seit sechs Monaten wieder gestiegen. Der im Auftrag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erstellte Bisnode-Zahlungsindex legte im Oktober auf 88,21 (September: 88,15) Prozent zu, teilte der Wirtschaftsinformationsdienstleister Bisnode am Donnerstag in Darmstadt mit. In den vergangenen Monaten war der Index stets leicht zurückgegangen, bewegte sich dabei aber auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Index drückt aus, welcher Anteil der deutschen Unternehmen seine Rechnungen pünktlich oder vorzeitig bezahlt.

Lettland verabschiedet erstmals Euro-Haushalt - 0,9 Prozent Defizit

RIGA - Das lettische Parlament hat für 2014 erstmals einen in Euro erstellten Haushalt samt mittelfristiger Finanzplanung verabschiedet. In der Nacht zu Donnerstag stimmten 55 der 93 anwesenden Abgeordneten für die Etatpläne der Mitte-Rechts-Regierung, die im kommenden Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 0,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) rechnet.

Städtebund erwartet Rekorddefizit der Kommunen

BERLIN - Die Finanzlage der Kommunen in Deutschland wird sich nach Berechnungen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes bis zum Jahresende weiter zuspitzen. Der Dachverband erwarte, dass die sogenannten Kassenkredite der Kommunen Ende 2013 erstmals bei mehr als 50 Milliarden Euro liegen, schreibt die "Bild"-Zeitung (Donnerstag). Derzeit seien es rund 48,3 Milliarden Euro./jsl

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Quelle: dpa-AFX