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Cloud Computing: Das boomende Geschäft mit der Datenwolke

Die Datenwolke ist ein fester Bestandteil unseres Lebens und auch immer mehr Unternehmen setzen auf die Cloud. Branchengrößen greifen diese Entwicklung auf und bauen ihr Cloud-Geschäft immer weiter aus.
Der Markt rund um die Cloud wächst.
Der Markt rund um die Cloud wächst. - © istock.com / chombosan

Der Markt rund um die Datenwolke boomt. IT-Größen wie Microsoft, Google oder Amazon investieren deshalb in das lukrative Geschäft mit der Cloud. Das Cloud-Geschäft bei einigen Technologieriesen macht inzwischen einen nicht ganz unerheblichen Teil des gesamten Umsatzes aus. Mobil sein, erreichbar sein und immer und überall auf Daten zugreifen können bestimmt unseren privaten und beruflichen Alltag. Der Markt wächst rasant und ein Ende des Wachstums ist bislang nicht in Sicht.

Was ist die Cloud?

Wenn Bilder, Videos, Dokumente und anderen Dateien „in der Cloud“ gespeichert und hochgeladen werden, ist das den meisten heutzutage ein Begriff. Dabei fließt letztendlich alles in die Datenwolke ein, was an Daten produziert wird. Die Cloud ist also nichts anderes als ein großes, virtuelles Gedächtnis. Das Konzept ist simpel: Firmen, die Cloud-Services anbieten, ermöglichen es, Daten und Anwendungen abseits vom eigenen Endgerät zu speichern und jederzeit und von überall über das Internet wieder abrufen zu können. Es gibt drei verschiedene „Arten“ der Cloud-Bereitstellung:

  • Public Cloud: Public Clouds befinden sich im Besitz externer Cloud-Anbieter und werden auch von diesen betrieben. Server und Speicher werden über das Internet bereitgestellt, Hardware-, Software- und andere Infrastrukturkomponenten sind Eigentum des Cloud-Anbieters

  • Private Cloud: Hier werden Cloud-Ressourcen von einem einzigen Unternehmen genutzt und können sich physisch im lokalen Datencenter eines solchen Unternehmens befinden. Dienste und Infrastruktur werden in einem privaten Netzwerk verwaltet.

  • Hybrid Cloud: Es handelt sich bei der Hybrid Cloud um eine Kombination aus Public Cloud und Private Cloud. Daten und Anwendungen können zwischen Private Cloud und Public Cloud verschoben werden.

Die Geschichte der Cloud

Die Idee des Cloud Computing geht bis in die 60er Jahre zurück. Schon damals gab es die Vorstellung, einer breiten Masse IT-Ressourcen gegen Nutzungsgebühren zur Verfügung zu stellen. Da die technischen Möglichkeiten zur damaligen Zeit allerdings im Vergleich zu heute begrenzt waren, gelang mit dieser Idee noch kein Durchbruch. Erst sehr viel später, in den 2000er Jahren, fasste das Cloud-Konzept wieder Fuß. Vor allem Amazon gilt hier als Vorreiter, da das Unternehmen 2006 mit seinem Amazon Web Service, kurz AWS, startete. Dabei wurden eigene Rechner und Speicherkapazitäten an fremde Firmen vermietet. Die Bezeichnung „Cloud Computing“ wird, mitsamt einer ausführlichen Definition des US National Institute of Standards and Technology, auf das Jahr 2009 datiert. In den Folgejahren klinkten sich immer mehr Unternehmen, wie beispielsweise IBM, Apple und Google, in das Geschäft mit der Datenwolke ein.

Wie die Cloud funktioniert und wer sie nutzt

Es gibt drei verschiedene Servicearten des Cloud Computing: Infrastructure as a service (IaaS), Software as a service (SaaS) und Platform as a service (PaaS). Mit Hilfe der Cloud ist es möglich, neue Dienste und Anwendungen zu erstellen, Dateien zu speichern, zu sichern und wiederherzustellen sowie Software einer größeren Masse an Menschen bereitzustellen. Dabei können auch bestimmte Datenmuster analysiert und auf diese Weise genaue Vorhersagen getroffen werden.

Cloud-Technologie wird nicht nur von Privatleuten genutzt, sondern vermehrt auch von Unternehmen, denn die Cloud ist nicht nur im privaten Alltag, sondern auch beruflich eine bequeme Sache. Insbesondere für die Nutzung in einem Unternehmen spielt der Kostenfaktor dabei eine wichtige Rolle. Nahezu die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland nutzt derzeit Cloud Computing. Darüber hinaus eröffnet die Technologie neue Geschäftsmodelle, da systematisch Kundendaten gesammelt, ausgewertet und Produkte entsprechend angepasst werden können. Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Vorteile und Risiken der Cloud

Vor allem Unternehmen sehen in Cloud Computing zahlreiche Vorteile. So erzielen sie Einsparungen, da weniger Kosten für Hard- und Software, die Errichtung lokaler Datencenter, Server, Stromversorgung oder IT-Experten anfallen. Daraus ergibt sich auch weniger Aufwand bei der Verwaltung solcher Datencenter, sodass ein Unternehmen seine IT-Mitarbeiter mit anderen Schwerpunkten einsetzen kann. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Geschwindigkeit, da große Datenmengen mittels Cloud innerhalb kürzester Zeit bereitgestellt und abgerufen werden können. Die entsprechenden Datencenter sind zudem meist mit der neuesten Hardware-Generation ausgestattet werden und deshalb sehr leistungsstark.

Bei allen Vorzügen stellt sich jedoch privaten Nutzern und Unternehmen auch immer wieder eine bestimmte Frage: „Wie sicher sind die Daten?“ Viele deutsche Firmen erwarten aus Gründen der Datensicherheit, dass entsprechende Server in Deutschland und nicht im Ausland stehen. Dabei ist ihnen wichtig, dass ein Rechenzentrum auch nach deutschem Recht betrieben wird.

Ein umsatzstarkes Geschäft

Bei allen größeren Tech-Unternehmen sind in den vergangenen Jahren starke Zuwächse im Cloud-Geschäft zu verzeichnen. Die bekanntesten, börsennotierten Anbieter sind Amazon, Microsoft, Alphabet mit Google, IBM, SAP, Salesforce und Oracle. Daneben gibt es aber auch noch weitere, ebenfalls börsennotierte, Anbieter wie Cancom, Datagroup, QSC oder Adobe.

Der Cloud-Markt wächst immer weiter. Während einige Sektoren im Software-Bereich, wie beispielsweise Unternehmens- und Bürosoftware, im Wachstum stagnieren oder langsamer wachsen, profitieren andere Sparten von stärkeren Wachstumsraten, beispielsweise der Gesundheitssektor. Dementsprechend steigen auch die Anforderungen an Cloud Computing. Forrester Research rechnet für den gesamten Cloud-Markt mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 22 Prozent, wie das Marktforschungsunternehmen Ende 2016 einem Bericht der "Computerwoche" zufolge mitteilte. 2017 sollen die weltweiten Umsätze auf 146 Milliarden Dollar steigen. Zum Vergleich: 2015 lagen sie noch bei 87 Milliarden Dollar. Bis 2020 könne das Volumen den Marktforschern zufolge sogar auf 263 Milliarden Euro ansteigen. Mit einem Marktanteil von knapp 40 Prozent sei derzeit AWS von Amazon marktführend im Cloud-Bereich. Zum Ende des vierten Quartals 2016 konnten dem Bericht zufolge allerdings die Konkurrenten von IBM, Google und Microsoft ihre Marktanteile auf zusammen 23 Prozent steigern. Der Markt ist also heftig umkämpft.

Investieren in die Datenwolke?

Cloud Computing ist derzeit einer der wichtigsten Trends in der Software-Branche und einer ihrer wichtigsten Wachstumstreiber. Mehr Rechnerleistung und mehr Speicherplatz führen aber auch zu einer höheren Nachfrage nach neuen Generationen Hard- und Software. So wirkt sich die Cloud auch auf andere Bereiche aus, wie beispielsweise die Halbleiterbranche.

Mit der zunehmenden Digitalisierung nimmt auch das Datenvolumen zu, dass gespeichert und verarbeitet werden muss, zu. Die Nutzer, egal ob privat oder Unternehmen, wollen und müssen inzwischen von überall Zugriff auf die Datenmengen haben. Für Anleger könnten neben den Tech-Riesen Amazon, Microsoft, Google und IBM allerdings auch kleinere und auf Cloud Computing spezialisierte Unternehmen interessant sein. Eines ist auf jeden Fall sicher: Auf absehbare Zeit wird das Wachstum im Geschäft mit der Cloud nicht abreißen, worauf auch die IT-Unternehmen setzen. Somit wird für technologieinteressiete Anleger die weitere Entwicklung des Marktes rund um die Datenwolke auch weiterhin einen Blick wert sein.

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