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Buy or Goodbye: Warum CropEnergies einen Blick wert ist und Netflix ein Kostenproblem hat

Die Politik von Donald Trump spielt der Südzucker-Tochter CropEnergies bestens in die Karten. Davon ist Smart Investor-Fachjournalist Christoph Karl überzeugt. Warum, erklärt er in der Rubrik „Buy or Goodbye“. Von der Netflix-Aktie hingegen erwartet er keinen Schwung für das Depot.

Auto an der Zapfsäule
Auto an der Zapfsäule - © bere_moonlight0 / Pixabay

Buy: CropEnergies

Die ganze Welt scheint nur noch von der E-Mobilität zu reden. Glaubt man diversen Experten, steht das Ende des Verbrennungsmotors unmittelbar bevor. Entgegen der Intuition scheinen die Amerikaner nicht ausschließlich auf den Elektromotor zu setzen, zumindest nicht die Regierung von Donald Trump. Quasi als Konjunkturprogramm für einen Teil seiner Wähler – Farmer im amerikanischen Mittleren Westen – hat der Präsident am 11. Juni eine Executive Order unterschrieben, die einen ganzjährigen Verkauf von sogenannten E15- Treibstoffen erlaubt. Autofahrer hierzulande kennen vielleicht die Variante E10, die zehn Prozent Bioethanol enthält. In dessen großem Bruder E15 sind 50 Prozent mehr Ethanol enthalten – ein Produkt, das vor allem aus dem Mais der Kornkammer der USA hergestellt wird. Bislang wurden davon jedoch große Mengen nach Europa exportiert, was dort den Marktpreis für Bioethanol und damit die Zahlen von CropEnergies belastete.

Sollten die USA ihre eigene Produktion nun selbst verfeuern, dürfte dies auch die jüngste Erholung des Ethanolpreises in Europa unterstützen. Traumhafte Zeiten also für CropEnergies, den größten Bioethanolhersteller in Europa. Schließlich sind die dafür nötigen Produktionsanlagen kapitalintensiv und nicht ohne Weiteres auszubauen. Zwar liegt der Marktanteil von E10 in Deutschland lediglich bei rund 13 Prozent; auch im herkömmlichen Benzin liegt die Ethanolbeimischung jedoch bei fünf Prozent. Allein der Switch von Dieselfahrzeugen zu Benzinern dürfte daher in den nächsten Jahren für eine erhöhte Nachfrage sorgen. Weitere europäische Länder wie die Niederlande planen darüber hinaus die Markteinführung von E10. Trotz der hohen Volatilität der Absatz- und Inputpreise sollte CropEnergies also von einem langfristig höheren Nachfrageniveau profitieren. Kombiniert mit der starken Bilanz (Eigenkapitalquote von 77 Prozent) und der günstigen Bewertung (2020er-KGV von 12,1) erscheint die Aktie daher attraktiv.

Autor: Christoph Karl, Smart Investor

 

Goodbye: Netflix

FAANG ist nicht gleich FAANG – das bekamen die Aktionäre des Streamingportals Netflix vor zwei Wochen am eigenen Leib zu spüren. Denn während das F, die beiden As oder das G aus dem Kürzel über Geschäftsmodelle verfügen, die im Zweifelsfall kaum oder keinerlei Inputkosten mit sich bringen, sieht dies beim N anders aus: Niemand abonniert den Abodienst des Unternehmens, um sich alte Kamellen anzusehen. Stattdessen sind es teure Eigenproduktionen, die Kunden aus der Reserve locken. Das Problem an der Geschichte: Die Konkurrenz schläft nicht. Der prominente Big Tech-Konzern Amazon ist ebenfalls im Streaminggeschäft tätig, wenn er dieses auch eher als Marketing für seine restlichen Angebote denn als Ertragsbringer ansieht. Mit Disney startet nun einer der größten Medienkonzerne der USA sein eigenes Angebot, und mit Apple steht ein weiterer Konkurrent in den Startlöchern, der über ein prall gefülltes Bankkonto verfügt.

In Branchenkreisen wird bereits von einem „Streaming War“ gesprochen. Im Resultat steigen die Kosten für die Programme auf bislang ungeahnte Summen. Eine Episode von „The Crown“ kostete knapp 13 Millionen US-Dollar, zwei einstündige Specials des Comedians Chris Rock unfassbare 80 Millionen US-Dollar. Amazon plante zuletzt für fünf Staffeln einer Lord-of-the-Rings-Serie gar eine Milliarde US-Dollar ein. All dies war kein Problem, solange das Nutzerwachstum in einem steilen Aufstieg begriffen war. Genau dieser droht sich zuletzt jedoch umzukehren.

Zum ersten Mal seit 2011 verliert Netflix in den USA Kunden (-0,1 Mio.) und konnte international nur halb so viel zulegen (+2,7 Mio.) wie zuvor geschätzt (+5 Mio.). Doch wie soll Netflix dem schwächelnden Nutzerwachstum entgegenwirken, wenn nicht mit noch mehr teuren Inhalten? Die hohen Kosten drückten das Ergebnis von 0,85 US-Dollar im Vorjahresquartal auf 0,60 US-Dollar im zweiten Quartal dieses Jahres. Wachstumsstorys, denen ein KGV von 45,4 für 2020 zugestanden werden darf, sehen anders aus.

Autor: Christoph Karl, Smart Investor



 

 

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