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Brüssel will Siegel 'Made in' zur Pflicht machen

Das Atomium im belgischen Brüssel.
Das Atomium im belgischen Brüssel. pixabay.com pixabay.com

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Europas Verbraucher sollen künftig auf jedem Produkt den Namen des Herkunftslandes finden. Waren vom T-Shirt bis zum Föhn hätten dann zwingend eine "Made in"-Kennzeichnung - bisher sind solche Angaben freiwillig. Dies hat die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vorgeschlagen. "Mit den neuen Regeln können gefährliche Verbrauchsgüter bis zur Quelle zurückverfolgt werden", sagte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg.

Für Lebensmittel gelten die Vorschläge nicht. Sie sollen aber sonstige Importe und einheimische Waren abdecken. Im letzteren Fall könnten Hersteller entscheiden, ob sie das Land nennen oder allgemein die "EU" als Herkunftsregion. Bei Einfuhren nach Europa muss bisher nur in den Papieren vermerkt sein, woher die Waren kommen.

Wenn auf dem Produkt selbst kein Platz ist für das Herkunftsland, so soll es nach den Vorstellungen der EU-Kommission auf der Packung oder einem Begleitpapier stehen.

Mit den anvisierten Regeln will die EU-Kommission für mehr Sicherheit sorgen. "Heute ist das Herkunftsland für etwa zehn Prozent der unsicheren Produkte auf dem EU-Markt nicht bekannt", sagte Borg. Auch Name und Anschrift des Herstellers sollen demnach auf der Ware vermerkt sein, erklärte er.

Ganz allgemein wollen Borg und sein ebenfalls zuständiger Kollege, EU-Industriekommissar Antonio Tajani, die EU-Gesetzgebung zur Produktsicherheit und Marktüberwachung vereinfachen. So wollen sie zum Beispiel die nationalen Aufsichtsbehörden zu gemeinsamer Planung und zu besserer Zusammenarbeit zwingen.

Waren, die jedes Jahr erneut an den europäischen Standards zur Produktsicherheit scheitern, will die EU-Kommission zudem künftig dauerhaft verbieten können. Als Beispiel nannte die Brüsseler Behörde Feuerzeuge, die wie Spielzeug aussehen und leicht bedienbar sind. Sie sind in Europa nicht erlaubt, weil Kinder sich daran verbrennen könnten.

Das Europaparlament und die EU-Staaten müssen die Vorschläge billigen./hrz/DP/hbr

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Quelle: dpa-AFX