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Borissow feiert Bulgariens Schritt zum Euroraum - Gegenkundgebung

Eurokurs (Symbolbild).
Eurokurs (Symbolbild). © MicroStockHub / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © MicroStockHub / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

SOFIA (dpa-AFX) - In Bulgarien haben Hunderte jubelnde Anhänger der Regierungspartei GERB die Aufnahme des Landes in den Wechselmechanismus II der EU begrüßt. Dieser gilt als das sogenannte Wartezimmer für den Euro. Der Kundgebung vor dem Ministerrat in Sofia schloss sich am Freitagabend auch Regierungschef Boiko Borissow an. Wie die EU-Kommission am Freitag mitteilte, wurde auch Kroatien in den Wechselmechanismus II aufgenommen.

"Heute ist ein guter Tag für Bulgarien", sagte er. Es würden nun keine 12, 15 oder mehr Banken auf einmal Bankrott gehen, freute er sich über einen der Vorteile der von Bulgarien angestrebten Einführung des Euro. Damit erinnerte Borissow an die verheerende Finanz- und Wirtschaftskrise in Bulgarien 1996-97. Das Balkanland ist EU-Mitglied seit 2007.

Gleichzeitig wurde auf einer Kundgebung von Hunderten Anhängern des Staatspräsidenten Rumen Radew der Rücktritt Borissows gefordert. Der Staatschef, der den oppositionellen Sozialisten nahesteht, beteiligte sich an der Aktion vor dem Präsidialamt, das unmittelbar gegenüber dem Regierungssitz liegt.

"Wir sind hier, um faire Wahlen zu fordern", sagte Radew. Er beklagte "politische Repressalien" und "Staatsanwalts-Erpressung". Hintergrund sind Durchsuchungen von Arbeitsräumen von zwei Mitarbeitern des Staatschefs, die festgenommen wurden. Ihnen wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Die Sozialisten wollen noch im Juli im Parlament einen Misstrauensantrag gegen Borissows seit Mai 2017 amtierende bürgerlich-nationalistische Koalitionsregierung stellen.

Ein enormes Polizeiaufgebot hielt die Kundgebungen beider Lager auseinander. Sie setzten später ihre Aktionen mit Straßenumzügen durch die Innenstadt von Sofia fort./el/DP/stk

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Quelle: dpa-AFX