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Börsen-Zeitung: Zahltag bei Goldman Sachs, Kommentar zum Quartalsergebnis der US-Bank von Bernd Neubacher

Frankfurt (ots) - Bei Goldman Sachs hat der Aufschwung schon eingesetzt. Neun Monate nach der staatlichen Rekapitalisierungsrunde im Finanzsektor zeigt die US-Bank einen Quartalsertrag von knapp 14 Mrd. Dollar. Hat sich die Konkurrenz erst ruiniert, sprudeln die Einnahmen frei und ungeniert. Im Geschäft mit Festverzinslichen machte einst Bear Stearns Goldman Konkurrenz - den Broker haben Fed und JPMorgan aufgefangen. Im Energiehandel wetteiferte Lehman mit dem Institut - das Haus ging im September pleite. Im Investment Banking traf Goldman unter anderem auf Merrill Lynch - die Gesellschaft ist seit Übernahme durch die Bank of America zum Jahreswechsel ein Schatten früherer Tage. Und gegenüber den Universalbanken, die in den kommenden Tagen Zahlen präsentieren, hat Goldman einen entscheidenden Vorteil: Die Bank hat kein Massengeschäft, und was in schockgefrorenen Märkten vor Monaten noch als unentbehrlich galt, verhagelt mit Kreditausfällen nun den Wettbewerbern die Resultate.

Mehr als 23 Mrd. Dollar hat Goldman in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eingenommen. Da zuletzt rund die Hälfte des Ertrags zur Vergütung aufgewandt worden ist, können sich die noch knapp 30000 Mitarbeiter schon zur Jahresmitte auf fette Boni freuen. Den US-Bürgern sollten sie es nachsehen, wenn sich diese darüber nicht so recht mit ihnen freuen wollen. Ertragsstarke Banken sind für die USA zwar allemal besser als schiefliegende Institute wie CIT. Nur mit einem extremen Kurzzeitgedächtnis aber lässt sich ausblenden, was Goldman neben einer klugen Risikosteuerung in die Lage versetzt hat, nun derart zu glänzen: Im Herbst flossen nicht nur Milliarden aus dem Bankenrettungsprogramm, 13 Mrd. Dollar an öffentlichen Hilfen reichte auch AIG an Goldman weiter, als der Versicherer Verpflichtungen aus seinen Swap-Geschäften mit der Bank nicht mehr nachkommen konnte. Und dann sind da noch 28 Mrd. Dollar an Fremdkapital, welche das Institut dank Garantie der Aufsicht günstig platzieren konnte.

Die Regierung sollte Goldman wenigstens kräftig zur Kasse bitten, wenn es nach Tilgung des staatlichen Hybridkapitals nun um den Rückkauf eines Optionsscheins auf Stammaktien geht. Als Lohn ihrer Hilfe bliebe den US-Steuerzahlern andernfalls nur die Erleichterung darüber, dass nicht auch Goldman wie andere die Belastbarkeit des Finanzsystems auf die Probe gestellt hat.

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Quelle: OTS