Ad hoc-Mitteilungen

Bilfinger erschreckt Anleger mit Gewinnwarnung

Rückschlag für Bilfinger: Der Baudienstleister senkt wegen Altlasten in den USA sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr. Das sorgte am Morgen zunächst für einen Schreck bei Anlegern.
Der Industriedienstleister Bilfinger senkt seine Gewinnprognose. (Symbolfoto)
Der Industriedienstleister Bilfinger senkt seine Gewinnprognose. (Symbolfoto) - © istock.com / ToppyBaker

Der Baudienstleister Bilfinger hat wegen hoher Belastungen im US-Geschäft seine operative Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2017 gesenkt. Dies teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Mannheim mit. Vor allem Alt-Projekte in den USA würden das Ergebnis deutlich belasten. Bei Anlegern kam diese Nachricht am Mittwoch zunächst gar nicht gut an: Die MDax-Aktie geriet zwischenzeitlich unter Druck, konnte sich danach aber wieder fangen.

Rückstellungen von 55 Millionen Euro belasten

Für einzelne Altfälle in den USA wurden im zweiten Quartal 2017 Rückstellungen gebildet, die das bereinigte operative Ergebnis um 55 Millionen Euro belasten würden, teilte das Unternehmen weiter mit. Bei diesen Alt-Projekten handele es sich nach Angaben von Bilfinger um Projekte aus einer Zeit vor Einführung neuer Prozesse im Projektmanagement. Die Projekte stammen aus den Jahren 2015 und 2016, wie Vorstandsvorsitzender Tom Blades der Nachrichtenagentur dpa zufolge sagte. Es handele sich konkret um Montage-Geschäfte der Bilfinger-Tochter Westcon in den USA, wobei Verzögerungen zu Kostenüberschreitungen geführt hätten. Die damit einhergehenden Streitigkeiten sollen vor einem Schiedsgericht verhandelt werden. Auf der anderen Seite verzeichnet Bilfinger im zweiten Quartal nach eigenen Angaben eine positive Entwicklung in einem langjährigen Rechtsstreit mit Katar. Konkret ging es dabei um den früheren Bau des Doha Expressway. Aus diesem Alt-Projekt stehe Bilfinger ein Betrag in Höhe von 60 Millionen Euro zu, den der Kunde inzwischen auch auf Joint-Venture-Konto eingezahlt habe.

Prognosesenkung für das laufende Jahr

Für das Gesamtjahr 2017 erwartet Bilfinger nun anstelle des bisher erwarteten Margenanstiegs um rund 100 Basispunkte nur noch ein ausgeglichenes bereinigtes operatives Ergebnis. 2016 lag die Kennzahl bei 0,4 Prozent und das operative Ergebnis betrug 15 Millionen Euro. Im Segment Engineering & Technologies werde es auf das bereinigte operative Ergebnis dagegen keine negativen Auswirkungen geben, heißt es weiter. Für das Konzernergebnis und die Liquidität sieht Bilfinger ebenfalls keine negativen Auswirkungen, was allerdings vor allem auf den positiven Effekt aus dem Alt-Projekt in Doha zurückzuführen sei. Bilfinger bestätigte den Ausblick für die Konzernleistung sowie den Auftragseingang für das laufende Geschäftsjahr. Die mittelfristigen Ziele bleiben unverändert. „Wir haben unser Risikomanagement geschärft. Bessere Projektauswahl, bessere Durchführung, regelmäßige Risikoanalysen. Darüber hinaus wollen wir in der Projektphase immer Cash-positiv sein. Gleichzeitig arbeiten wir die Alt-Projekte konsequent auf.“, sagte Bilfinger-Chef Blades.

Börse: Aktie zunächst unter Druck

Das MDax-Unternehmen befindet sich derzeit in einer Umstrukturierungsphase, deren Ursache mehrere Gewinnwarnungen und Chefwechsel mit unterschiedlichen strategischen Ansätzen in den letzten Jahren waren. Erst Anfang des Jahres stellte Blades seine Strategie vor, dem kriselnden Konzern wieder auf die Beine zu helfen. Dabei solle die Konzentration künftig auf zwei Geschäftsbereichen liegen, Kosteneinsparungen erfolgen und Randgeschäfte getrennt werden.

Erst 2016 stürzte der Kurs des kriselnden Industriedienstleisters auf unter 30 Euro ab und konnte sich seitdem auch kaum davon erholen. Auch im frühen Handel am Mittwoch gab die Bilfinger-Aktie zunächst kein sehr gutes Bild ab: Im frühen Handel fiel die Aktie zeitweise um mehr als drei Prozent ab. Zuletzt konnte sie sich allerdings wieder fangen und notierte sogar mit 1,57 Prozent deutlich im Plus bei 34,93 Euro je Aktie. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux beließ seine Einstufung der Aktie trotz des gesenkten Ausblicks auf „Hold“ mit einem Kursziel von 37 Euro.

Der ARIVA.DE Newsletter
Bleiben Sie informiert mit dem wöchentlichen Marktüberblick.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.