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AKTIEN IM FOKUS: Versorger im Minus - Pressebericht und Studien belasten

Ein Kraftwerk von Eon.
Ein Kraftwerk von Eon. © TBE / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images © TBE / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein negativ aufgenommener Pressebericht und skeptische Studien haben am Freitag die Aktien von Energieversorgern belastet. So fielen Eon um 0,48 Prozent auf 13,39 Euro und RWE um 0,66 Prozent auf 27,01 Euro. Der Dax hingegen gab lediglich um 0,11 Prozent auf 9.023,67 Punkte nach.

In einem Interview des "Handelsblatts" hatte Bundesnetzagenturchef Jochen Homann vor Subventionen für die Bereitstellung fossiler Kraftwerke gewarnt. Aktuell gebe es insgesamt ausreichende Erzeugungskapazitäten. Mit der Winterreserve gebe es die Möglichkeit, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die deutschen Energieversorger fordern jedoch für die Bereithaltung konventioneller Kraftwerke einen Ausgleich, da diese wegen des Vorrangs erneuerbarer Energien immer unrentabler würden. Entsprechend negativ werteten Börsianer die Aussagen Homanns.

Ein Händler verwies zudem als Belastung insbesondere für Eon auf eine Studie der UBS, die vor einer möglichen Gewinnwarnung bei der Vorlage des Neunmonatsberichts des Versorgers warnte. Die Ergebnisse dürften für das operative Ergebnis (EBITDA) eine niedrigere Prognose für das Gesamtjahr implizieren, schrieb Analyst Patrick Hummel. Deutschlands größter Energiekonzern dürfte die Zielsetzung für 2014 erst im Januar geben, was sich als signifikanter Belastungsfaktor für die Aktien herausstellen dürfte. Auch von der deutschen Politik sei kein stärkerer Rückenwind zu erwarten.

Skeptisch äußerte sich auch Analystin Sofia Savvantidou von der Citigroup (Citigroup Aktie). Für die Expertin zählen nunmehr die Aktien von Eon und nicht mehr die Titel von RWE zu den am wenigsten bevorzugten Sektorwerten. Die Quartalszahlen von Eon dürften ein Schlaglicht auf den Druck werfen, unter dem das operative Geschäft des Versorgers leide. Die Anleger überschätzten die bilanzielle Stärke des Konzerns und übersähen mögliche Zahlungsverpflichtungen, die sich aus den neuen Investitionen in der Türkei und in Brasilien ergäben.

Savvantidou senkte in einer Studie vom Freitag ihre Gewinnschätzungen für Eon und RWE für 2014 zum achten Mal innerhalb von zwölf Monaten. Bei Eon sieht sich die Expertin nun bis zu 15 Prozent unter den Markterwartungen. Der Strommarkt bleibe für die deutschen Versorger eine Herausforderung und die Regulierung werde die Situation auch nicht retten. RWE werde wohl künftig kleinere Brötchen backen, und die Investitionen wie auch Kosten zurückfahren.

Die Expertin hielt an ihren Verkaufsempfehlungen für die Aktien von Eon und RWE fest. Für die Eon-Titel lautet ihr Kursziel weiter 11,50 Euro und das Ziel für die RWE-Papiere sieht sie bei 22,50 Euro./la/ag

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Quelle: dpa-AFX