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Aktien Frankfurt: Tief im Minus aus Sorge vor Italien-Patt - 'Tipico Italiano'

Die Frankfurter Innenstadt, im Hintergrund die Skyline (Symbolbild).
Die Frankfurter Innenstadt, im Hintergrund die Skyline (Symbolbild). © querbeet / iStock / Getty Images Plus / Getty Images © querbeet / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ernüchterung über den Wahlausgang in Italien hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag auf Talfahrt geschickt. In der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft, die als wichtiger Dominostein in Sachen Euro-Rettung gilt, droht nach bisherigen Ergebnissen eine politische Blockade. Der Leitindex Dax sackte vor diesem Hintergrund gegen Mittag um 1,94 Prozent auf 7.622,40 Punkte ab. Der MDax büßte 1,15 Prozent auf 12.989,87 Punkte ein, und der TecDax verlor 1,01 Prozent auf 903,66 Punkte.

Börsenbriefautor Hans Bernecker bezeichnete das Ergebnis als "tipico italiano". Erwartungsgemäß regiere in dem südeuropäischen Land mal wieder das Chaos, so der Experte. "Nach dem unklaren Wahlausgang drückt vor allem die Angst vor einem Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise auf die Stimmung", pflichtete dem Investmentanalystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bei. Der drohende politische Stillstand war auch bei einer Versteigerung italienischer Schuldtitel spürbar: Zu erhöhten Zinskosten konnte das Land aber immerhin so viel Geld einsammeln wie geplant.

BANKEN WEGEN ITALIEN UNTER DRUCK

Wegen der Sorgen um die politische Zukunft in Italien waren die am Vortag noch freundlichen Aktien aus dem Bankensektor unter Druck geraten, womit sie ihre Talfahrt der letzten Wochen wieder aufnahmen. Titel der Commerzbank (Commerzbank Aktie) büßten fast drei Prozent ein, und die der Deutschen Bank waren mit einem Abschlag von 4,63 Prozent das Schlusslicht im Dax. Auch die Titel der Allianz (Allianz Aktie) mischten sich unter die größten Verlierer. Finanzwerte standen europaweit ganz oben auf den Verkaufslisten der Anleger.

Weit hinten reihten sich außerdem die Aktien von BASF (BASF Aktie) ein, für die es um 2,79 Prozent nach unten ging. Analyst Laurent Favre von der Investmentbank Merrill Lynch wertete das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) als überraschend schlecht. Auch die Experten von Equinet und der DZ Bank kritisierten das operative Abschneiden des Chemiekonzerns. Insgesamt wurde die Zahlen aber mehr oder weniger im erwarteten Rahmen angesehen.

FMC UND FRESENIUS (Fresenius Aktie) NACH ZAHLEN EINZIGE DAX-GEWINNER

In dem trüben Marktumfeld gab es lediglich zwei positive Kursentwicklungen im Dax: Die Aktien von FMC und Fresenius stemmten sich mit Aufschlägen von drei und eineinhalb Prozent gegen das Marktumfeld. Insgesamt fielen die Meinungen zu den beiden defensiv eingeschätzten Werten eher positiv aus. Beide Unternehmen hätten über den Marktprognosen liegende Ergebnisse gemeldet und mit ihren Ausblicken die Erwartungen erfüllt, schrieb etwa Analyst Sven Kürten von der DZ Bank.

Die Aktien von Bayer (Bayer Aktie) und Sky Deutschland konnten sich dem schwachen Markt trotz positiver Meldungen aber nicht entziehen. Den zweieinhalb Prozent schwächeren Papieren von Bayer war eine Medikamenten-Zulassung in den USA keine Stütze. Auch Sky profitierten mit einem Minus von fast zwei Prozent nicht davon, dass Börsianer ein Interview mit Unternehmenschef Brian Sullivan positiv werteten./tih/rum

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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Quelle: dpa-AFX