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Aktien Frankfurt: Kursrutsch wegen politischer Sorgen - 'Tipico Italiano'

Die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main.
Die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main. pixabay.com pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ernüchterung nach der Wahl in Italien hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag auf Talfahrt geschickt. In der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft, die als wichtiger Dominostein in Sachen Euro-Rettung gilt, droht nach den Parlamentswahlen politischer Stillstand. Der Leitindex Dax sackte am Nachmittag um 1,74 Prozent auf 7.637,56 Punkte ab. Der MDax büßte 1,15 Prozent auf 12.990,81 Punkte ein, und der TecDax verlor 1,05 Prozent auf 903,30 Punkte.

Börsenbriefautor Hans Bernecker bezeichnete das Ergebnis als "tipico italiano". Erwartungsgemäß regiere in dem südeuropäischen Land mal wieder das Chaos, so der Experte. Laut der Landesbank Baden-Württemberg sind die Märkte enttäuscht, dass das Mitte-Links-Bündnis um Spitzenkandidat Pier Luigi Bersani nicht wie erhofft als klarer Sieger hervorgegangen sei. "Die Nervosität ist nachvollziehbar, da in Italien dringlicher Reformbedarf besteht", gaben die Experten zu bedenken. Mit der Patt-Situation steigt die Unsicherheit über den künftigen Kurs der italienischen Wirtschafts- und Europa-Politik.

BANKEN WEGEN ITALIEN UNTER DRUCK

Wegen der politischen Sorgen gerieten die am Vortag noch freundlichen Aktien aus dem Bankensektor in Deutschland und auch europaweit besonders deutlich unter Druck, womit sie ihre Talfahrt der letzten Wochen wieder aufnahmen. Die Titel der Commerzbank (Commerzbank Aktie) büßten 2,77 Prozent ein, und die der Deutschen Bank waren mit einem Abschlag von 4,32 Prozent Schlusslicht im Dax. Auch die Titel der Allianz (Allianz Aktie) mischten sich unter die größten Verlierer.

Weit hinten reihten sich außerdem die Aktien von BASF (BASF Aktie) nach der Zahlenvorlage ein. Für sie ging es um fast drei Prozent nach unten. Analyst Laurent Favre von der Investmentbank Merrill Lynch wertete das Ergebnis vor Zinsen und Steuern als überraschend schlecht. Auch die Experten von Equinet und der DZ Bank kritisierten das operative Abschneiden des Chemiekonzerns. Insgesamt wurde die Zahlen aber mehr oder weniger als im erwarteten Rahmen angesehen.

FMC UND FRESENIUS (Fresenius Aktie) NACH ZAHLEN EINZIGE DAX-GEWINNER

In dem allgemein trüben Umfeld gab es nur zwei positive Ausnahmen im Dax: Aktien von Fresenius und deren Tochter FMC stemmten sich nach Zahlen mit plus 2,75 und 2,01 Prozent gegen den Markt. Die Meinungen zum Zahlenwerk der beiden defensiv eingeschätzten Werte fielen eher positiv aus. Beide Unternehmen hätten über den Marktprognosen liegende Ergebnisse gemeldet und mit ihren Ausblicken die Erwartungen erfüllt, schrieb etwa Analyst Sven Kürten von der DZ Bank.

Die Aktien von Bayer (Bayer Aktie) konnten sich dem schwachen Markt trotz positiver Meldungen nicht vollständig entziehen. Sie reduzierten ihr frühes Minus von bis zu drei Prozent aber am Nachmittag auf nur noch ein Prozent, nachdem der Chemie- und Pharmakonzern eine überraschend hohe Dividende angekündigt hatte. Eine weitere US-Zulassung für das Krebsmedikament Stivarga war zuvor noch wirkungslos verpufft./tih/ck

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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Quelle: dpa-AFX