Aktien Frankfurt: Dax verliert 11000 Punkte aus den Augen

Die Skyline von Frankfurt am Main. Die Stadt gehört zu den zentralen Handelsplätzen in Europa.
Die Skyline von Frankfurt am Main. Die Stadt gehört zu den zentralen Handelsplätzen in Europa. pixabay.com pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag den Kontakt zur runden Marke von 11 000 Punkten wieder etwas abreißen lassen. Zuletzt notierte der Leitindex bei 10 895,11 Punkten und damit 0,33 Prozent tiefer als am Vortag.

Mit dem Rutsch unter die Unterstützung von 10 900 Punkten habe der Dax den Kampf um die 11 000er Marke erst einmal aufgegeben, somit habe sich die charttechnische Situation wieder verschlechtert, analysierte Experte Jochen Stanzl von CMC Markets die Lage. Neue Hiobsbotschaften aus London zum Brexit oder ausbleibende positive Signale von den Handelsgesprächen zwischen den USA und China könnten in den kommenden Tagen den Abwärtstrend im Dax beschleunigen, fürchtet er.

Für den Index der mittelgroßen Unternehmen MDax ging es gegen Mittag um 0,35 Prozent auf 22 701,01 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,24 Prozent ein.

Nach dem Brexit-Votum im britischen Parlament richtet sich der Blick der Anleger nun verstärkt auf die Quartals- und Jahresberichte von Unternehmen. Am Donnerstag stehen mit Umsatzzahlen Beiersdorf (Beiersdorf Aktie) aus dem Dax und die Metro AG aus dem MDax im Fokus.

Beiersdorf waren vorbörslich nach den Zahlen noch klar im Plus, verloren zuletzt aber 0,7 Prozent. Der Nivea- und Tesa-Hersteller wuchs 2018 dank guter Geschäfte in allen Bereichen - und das trotz des starken Euro. Allerdings sei die nachlassende Dynamik im Schlussquartal ein eher negatives Signal für 2019, erklärte Analyst Andrew Wood von Bernstein Research.

Mit plus 3,2 Prozent setzten sich im MDax die Metro-Anteile an die Index-Spitze. Die Erlös-Kennziffern des Handelskonzerns kamen bei Analysten wie Händlern gut an. Gelobt wurde die Entwicklung in Russland und Asien. So konnte Metro im wichtigen Russland-Geschäft, welches zuletzt stark schwächelte, den Abschwung bremsen.

Nach ihrem hohen Vortagesgewinn legten die Aktien der Deutschen Bank wieder den Rückwärtsgang ein. Börsianer führten die Kursschwäche von zuletzt 1,7 Prozent auf Aussagen der Societe Generale über ein schwaches Kapitalmarktgeschäft Ende 2018 zurück. Anleger sorgten sich zudem weiter über eine möglicherweise schwache Profitabilität der Deutschen Bank im vierten Quartal.

Verkaufsempfehlungen von Merrill Lynch für ProSiebenSat1. und RTL setzten die Papiere beider Medienkonzerne unter Druck. Sie sackten zwischen 4 und 5 Prozent ab. Der sich beschleunigende Trend hin zu Online-Video-Angeboten belaste das Werbegeschäft der klassischen TV-Anbieter, schrieb Analyst Adrien de Saint Hilaire in einer aktuellen Studie.

Stahlwerte fielen nach einer weiteren Gewinnwarnung der österreichischen Voestalpine . Salzgitter verloren 1,7 Prozent, Thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) 1 Prozent und Klöckner & Co 0,6 Prozent. Der Linzer Stahlkonzern hatte als Auslöser für die Prognosesenkung zum einen eine hohe Rückstellung wegen eines Ermittlungsverfahrens des deutschen Bundeskartellamts, zum andern hohe Anlaufkosten nach der Ausweitung des US-Werks in Cartersville genannt. Voestalpine sackten in Wien um mehr als 6 Prozent ab.

Schwach präsentierten sich zudem die Aktien der Autobauer. Volkswagen (VW Aktie) und Daimler (Daimler Aktie) verloren jeweils 1,3 Prozent und BMW 0,7 Prozent. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, wonach US-Präsident Donald Trump offenbar dazu neigt, neue Einfuhrzölle auf Autos zu erheben. Das Zoll-Thema belastet den Autosektor seit Monaten.

Im SDax gewannen Südzucker 3,5 Prozent, nachdem die Privatbank Berenberg ihre Verkaufsempfehlung gestrichen hatte. Eine geringere Ernte infolge der Dürre in Europa dürfte eine deutlich niedrigere Produktion nach sich ziehen, während zuvor noch von einem Überangebot ausgegangen worden sei, schrieb Analyst James Targett. Dies stütze die Erholung der Zuckerpreise./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

Quelle: dpa-AFX