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Aktien Frankfurt: Dax moderat höher - Warten auf EZB - Zahlen im Fokus

Frankfurter Innenstadt und Skyline (Symbolbild).
Frankfurter Innenstadt und Skyline (Symbolbild). © nantonov / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images © nantonov / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor den Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England hat sich der Dax am Donnerstag ins Plus vorgekämpft. Nach einem verhaltenen Start stand der deutsche Leitindex gegen Mittag 0,27 Prozent höher bei 7.601,34 Punkten. Am Mittwoch hatte der Leitindex wegen der politischen Sorgen in der Eurozone mehr als ein Prozent abgegeben und damit seine gesamten Gewinne seit Jahresanfang eingebüßt. Der MDax stieg am Donnerstag um 0,38 Prozent auf 12.682,01 Punkte, während der TecDax 0,20 Prozent auf 878,35 Punkte abgab.

Die Anleger hielten sich vor der EZB-Zinsentscheidung mit der nachfolgenden Pressekonferenz zurück, kommentierte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets das Börsengeschehen. Sie erwartet ebenso wie andere Experten zunächst keine Änderung der Geldpolitik. Uneinigkeit herrscht aber darüber, ob die Zeichen eher auf einen Ausstieg aus der Krisenpolitik oder sogar auf eine Ausweitung stehen. Laut Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank hegen einige Marktteilnehmer die kleine Hoffnung auf eine Leitzinssenkung, um den Euro zu schwächen, der aus Sicht der europäischen Wirtschaft zu stark geworden sei.

Marktanalyst Daniel Saurenz von Feingold Research sah eine Anleiheauktion in Spanien als Kursstütze. "Spanien muss zwar für die Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung mit höheren Finanzierungskosten bluten", erklärte der Experte. "Bei der heutigen Auktion von Anleihen sind die Zinsen deutlich angezogen, jedoch nicht so stark wie befürchtet. Zum zweiten konnte man mehr Geld bei Investoren an Land ziehen als gedacht."

GUTE ZAHLEN TREIBEN DAIMLER (Daimler Aktie) UND HEIDELBERGCEMENT (Heidelberg Cement Aktie)

In Deutschland gewann die Berichtssaison an Fahrt. So stiegen etwa die Daimler-Titel nach Zahlen um knapp drei Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern im Dax. Der Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat den Autobauer 2012 vor einem Gewinnrückgang gerettet. Auch der Umsatz legte zu, wogegen das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nachgab. Börsianer sahen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen bis leicht darunter, hoben aber den Dividendenvorschlag, der wie im Vorjahr 2,20 Euro vorsieht, positiv hervor.

Die Aktien von HeidelbergCement verteuerten sich an der Dax-Spitze um viereinhalb Prozent und erreichten auf ihrem Tageshoch bei 48,925 Euro den höchsten Stand seit Mai 2011. Der Baustoffkonzern hatte im Schlussquartal vor allem dank der weiterhin guten Nachfrage in den Schwellenländern mehr verdient als ein Jahr zuvor. Zudem profitierte HeidelbergCement von seinem strikten Sparkurs. Beim Spezialchemiekonzern Lanxess (Lanxess Aktie) sorgten vage Gerüchte über ein Kaufinteresse des US-Konzerns Dow Chemical für Kursgewinne von knapp vier Prozent.

HHLA SPITZENREITER IM MDAX

Im MDax waren die Anteilsscheine von HHLA der unangefochtene Favorit mit einem Plus von sechs Prozent. Der Hamburger Hafenbetreiber verkraftete den Konjunkturabschwung des vergangenen Jahres besser als erwartet. Beim Reisekonzern Tui sorgten optimistische Aussagen der britischen Tochter Tui Travel zum laufenden Geschäftsjahr für Kursgewinne von mehr als anderthalb Prozent. Dagegen büßten Wacker Chemie ein Prozent ein. Die Solarkrise in Deutschland schlug beim Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern 2012 voll durch, so dass der Umsatz um sechs Prozent und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um fast ein Drittel zurückging. Auch für 2013 zeigte sich das Unternehmen zurückhaltend.

Die Aktien von Hochtief (Hochtief Aktie) gewannen auch ohne Zahlen zwei Prozent. Das Europa-Geschäft des Baukonzerns könnte einem Pressebericht zufolge jetzt doch zerschlagen werden. Der seit kurzem amtierende und vom spanischen Großaktionär ACS entsandte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes denke an den Verkauf von Bereichen mit 6.200 Mitarbeitern, berichteten die Zeitungen der "WAZ"-Mediengruppe ohne Nennung von Quellen. Laut Händlern wirkte der Bericht positiv, da er die Hoffnung auf eine tiefgehende Prüfung der Unternehmensstrategie verstärke. Dies könnte einiges an Wert für die Aktionäre heben./gl/rum

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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Quelle: dpa-AFX