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Aktien Frankfurt: Anleger versilbern nach Erholungsrally Gewinne

Der Bulle vor der Börse in Frankfurt am Main.
Der Bulle vor der Börse in Frankfurt am Main. pixabay.com pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem starken Vortag haben Anleger den Feiertagshandel am Donnerstag für Gewinnmitnahmen genutzt. Der bereits schwach in den Tag gestartete Dax verringerte seine Verluste bis zum Nachmittag moderat und stand zuletzt mit 0,77 Prozent im Minus bei 11 137,82 Punkten. Zur Wochenmitte hatte der deutsche Leitindex noch im Schulterschluss mit der starken Wall Street seinen jüngsten Erholungskurs fortgesetzt und war auf das höchste Niveau seit Ende April gesprungen.

Da einige Marktteilnehmer den Feiertag und den anschließenden Brückentag für ein verlängertes Wochenende nutzen dürften, verlief der Handel am Donnerstag in ruhigen Bahnen. Anders als der Dax konnte sich der MDax in diesem Umfeld von seinen Anfangsverlusten erholen, er stand zuletzt mit plus 0,02 Prozent bei 24 483,42 Zählern nahezu auf Vortagesniveau. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte hingegen rund 1 Prozent ein.

"Das Versilbern der Gewinne ist angesichts der unsicheren Lage und der fulminanten Rally aus den vergangenen Tagen nicht verwunderlich. Zudem wägen die Investoren derzeit das Risiko einer zweiten Infektionswelle von Covid-19 ab", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.

Ausgehend von seinem Krisentief von Mitte März hat der deutsche Leitindex inzwischen aber um gut ein Drittel zugelegt. Vor allem die schrittweisen Lockerungen in der Corona-Pandemie hatten sich zuletzt als Treiber erwiesen. Nach kräftigen Gewinnen in Europa und an der Wall Street am Vortag hatten zuletzt an Asiens Börsen aber wieder die Konjunkturpessimisten die Oberhand gewonnen.

An der Wall Street zeichnete sich nach dem zuletzt starken Lauf am Donnerstag ein ebenfalls schwächerer Auftakt ab. In den Vereinigten Staaten war die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zwar gesunken, lag mit mehr als 2,4 Millionen Menschen aber weiter hoch. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits fast 39 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit seit Beginn der Aufzeichnungen. Unterdessen hellte sich das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia im Mai nach dem Einbruch im Vormonat weniger als erwartet auf.

Im Dax ragte am Nachmittag als einziger Index-Gewinner die Lufthansa (Lufthansa Aktie) heraus. Das Papier beflügelte die Aussicht auf ein milliardenschweres Rettungspaket des Bundes für die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene Airline. Gleich nach Börsenstart war es sogar um mehr als acht Prozent bis auf 8,578 Euro hochgegangen, das war der höchste Kurs seit Ende April. Börsianer sahen die - noch nicht final besiegelten - Pläne indes mit gemischten Gefühlen. Bernstein-Analyst Daniel Roeska etwa monierte, dass die Unterstützung der Regierung erheblich zu Lasten der Aktionäre gehen dürfte. Dass der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown wegen der Corona-Pandemie keine Dividende zahlen will und nun einen Aktienrückkauf plant, kam bei den Anlegern nicht gut an: Die Aktie notierte zuletzt eineinhalb Prozent tiefer."Dass die Dividende komplett gestrichen wird, ist eine negative Überraschung", sagte ein Händler.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,45 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 144,87 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,08 Prozent auf 172,94 Zähler zu.

Der Eurokurs legte am Donnerstag zu und sprang über die Marke von 1,10 US-Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1005 US-Dollar. Am Morgen war sie noch zeitweise bis auf 1,0952 Dollar (Dollarkurs) gefallen. Bereits am Mittwoch war der Euro zeitweise bis an die Marke von 1,10 Dollar geklettert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,0958 Dollar festgesetzt./tav/he

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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Quelle: dpa-AFX