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AKTIE IM FOKUS 3: ThyssenKrupp schwach - Brasilien-Werk bleibt wohl im Konzern

Logo von Thyssenkrupp vor dem Hauptsitz in Essen.
Logo von Thyssenkrupp vor dem Hauptsitz in Essen. © TBE / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images © TBE / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images

(neu: Schlusskurse, Equinet)

FRANKFURT (dpa-AFX) - ThyssenKrupp-Aktien sind am Mittwoch nach enttäuscht aufgenommenen Nachrichten zum Werksverkauf in Übersee ans Dax-Ende gerutscht. Der Industriekonzern hatte am Vorabend bekanntgegeben, wegen "exklusiver Verhandlungen über einen möglichen Verkauf des US-Werks in Calvert/Alamaba" seine für diesen Donnerstag geplante Zahlenvorlage auf den 2. Dezember zu verschieben. Einige Analysten bemängelten, dass der Stahlkonzern wohl nur sein Werk in den USA loswerden könnte und vielleicht auf der verlustträchtigen Anlage in Brasilien sitzenbleibe.

Nach anfänglichen Gewinnen drehte der ThyssenKrupp-Kurs schnell ins Minus. Zum Handelsende notierten die Titel 1,62 Prozent tiefer bei 19,085 Euro. Damit waren sie das Schlusslicht im Dax, der den Tag 0,10 Prozent fester beendete.

ANALYSTEN BLEIBEN SKEPTISCH

"Wir bleiben skeptisch und bestätigen unsere Verkaufsempfehlung", zieht DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp sein Fazit aus der Nachrichtenlage. Er werte negativ, dass der Konzern das brasilianische Werk wohl behalten müsse. Zum gleichen Schluss kommt Analyst Stefan Freudenreich von der Investmentbank Equinet. Er stufte die Titel von "Hold" auf "Reduce" ab. Es scheine, als ob der Stahl- und Industriekonzern den guten Teil seines Steel-Americas-Geschäfts verkaufen könne, aber auf dem Problem sitzen bleibe, schrieb Freudenreich in einer Studie. Dies sei ein Rückschlag für alle, die auf eine klare Lösung des Dilemmas gesetzt hätten. Zudem betont der Experte das Risiko einer Kapitalerhöhung.

Aber es gibt auch positive Reaktionen. So begrüßte ein Börsianer die Fortschritte beim der geplanten Veräußerung des Stahlwerks in Alabama. Als wahrscheinlichsten Verhandlungspartner machte er eine Allianz (Allianz Aktie) der Stahlkonzerne ArcelorMittal (ArcelorMittal Aktie) und Nippon Steel aus. Es überrasche nicht, dass offenbar nicht mehr über einen Verkauf des Werks in Brasilien verhandelt werde. Analysten der Credit Suisse halten die Verschiebung der Zahlenvorlage für vernünftig. So könne der Konzern für Klarheit über den Verkauf seines US-Stahlwerks sowie mit Blick auf eine mögliche Kapitalerhöhung sorgen.

EINIGUNG MIT DEUTSCHER BAHN POSITIV BEURTEILT

Überwiegend gut kommt am Markt die Einigung mit der Deutschen Bahn wegen des Schienenkartells an. Sollte die Entschädigungszahlung wie von der "Süddeutschen Zeitung" berichtet bei 150 Millionen Euro liegen, würde ThyssenKrupp (ThyssenKrupp Aktie) mit einem blauen Auge davonkommen, meint etwa Analyst Schlamp von der DZ Bank./fat/rum/fbr/mis/he

Mit der Einstufung "Verkaufen" geht die DZ Bank davon aus, dass die Aktie auf Jahressicht um mehr als fünf Prozent fallen wird. Entsprechend dem Votum "Reduce" rechnen die Analysten von Equinet mit einem Gesamtverlust der Aktien in den kommenden zwölf Monaten von null bis zehn Prozent.

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Quelle: dpa-AFX