Eine Filiale von Saturn in Berlin. Saturn ist eine Elektronikkette und gehört zu Ceconomy.
Donnerstag, 17.05.2018 17:52 von | Aufrufe: 1663

AKTIE IM FOKUS 2: Zahlen von Ceconomy wecken Hoffnung auf Ende der Talfahrt

Eine Filiale von Saturn in Berlin. Saturn ist eine Elektronikkette und gehört zu Ceconomy. © MichaelJay / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images http://www.gettyimages.de

(neu: Kurs aktualisiert, weiterer Analystenkommentar)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine unerwartet starke Ergebnisverbesserung im laufenden Geschäft hat die Aktien von Ceconomy am Donnerstag nach oben getrieben. In einem steigenden Gesamtmarkt rückten die Papiere des Elektronikhändlers aus dem MDax um 3,58 Prozent auf 9,31 Euro vor. Der Kurssprung könnte das Ende der monatelangen Talfahrt markieren. Seit dem Hoch von 13,40 Euro im Januar waren die Aktien bis auf 8,86 Euro abgerutscht und hatten damit die Tiefs aus dem Vorjahr getestet.

Dem Unternehmen war mit den Zahlen für das zweite Geschäftsquartal eine Überraschung gelungen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) hatte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von minus 19 Millionen auf plus 38 Millionen Euro verbessert. Analysten hatten das so nicht erwartet. "Das bedeutet, dass Ceconomy im zweiten Quartal 2017/2018 bereits zwei Drittel des Einbruchs um 60 Millionen Euro beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal 2017/2018 aufgeholt hat", schrieb Analyst Volker Bosse von Baader Helvea in einem Kommentar.

Ob damit eine Wende zum Besseren gelungen ist, bleibt indes abzuwarten. Der Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei mehr von der Bewertung der Lagerbestände als von der operativen Entwicklung bedingt, merkte Analystin Georgina Johanan von JPMorgan an. Wichtiger sei daher, dass der Elektronikhändler an seinem Ausblick auf das Gesamtjahr festhalte. Angesichts der Gewinnschlappe zu Beginn des Jahres zerstreue das etwas die Zweifel der Anleger.

"Das Erreichen des Ausblicks halten wir bei Fortführung der im ersten Quartal eingeleiteten Sparmaßnahmen für realistisch", schrieb Analystin Laura Cherdron von Independent Research. Ihr gefielen daher auch die "Verbesserungen auf der Kostenseite". Begeisterung lösten die Zahlen bei ihr aber nicht aus. Insgesamt schätzt sie diese nur als "durchwachsen" ein. So rutschte das Nettoergebnis wegen der Abschreibungen auf die Metro-Beteiligung in die Verlustzone und verfehlte damit klar die Independent-Prognose.

Einen weiteren negativen Faktor machte Jürgen Elfers von der Commerzbank (Commerzbank Aktie) aus. So sei der Metro-Kurs seit der Aufspaltung der einstigen Metro AG von 18 auf zuletzt gut 11 Euro gefallen. Ceconomy ist über eine Zwischen-Holding noch mit rund 10 Prozent an der neuen Metro beteiligt. Der Wertverlust dieser Beteiligung könne eine Wertberichtigung von bis zu 100 Millionen Euro nach sich ziehen, so der Analyst. Das wiederum könne die Dividende von Ceconomy gefährden.

Die Empfehlungen der Analysten fielen eher verhalten aus. Independent Research rät zum "Halten", JPMorgan schätzt die Aktie mit "Neutral" ein. Die Kursziele liegen mit 9,70 und 10 Euro kaum über dem aktuellen Kurs. Zuversichtlicher ist Baader-Analyst Bosse mit einer Kaufempfehlung und dem Ziel von 13 Euro. Ihm gefällt die Kooperation mit der Handelskette Fnac Darty. "Die Zusammenarbeit wird beiden Unternehmen die Chance eröffnen, Kunden exklusive Produkten und Dienstleistungen zu bieten", schrieb er in einer Studie vom Vortag./mf/bek/he


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