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AKTIE IM FOKUS 2: Leoni brechen nach Zahlen ein - Ebit-Erwartungen verfehlt

Instrumentationskabel der Leoni AG.
Instrumentationskabel der Leoni AG. © Leoni AG © Leoni AG

(neu: Schlusskurse, DZ Bank)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Verpasste Markterwartungen haben am Dienstag für einen kräftigen Kurseinbruch bei Leoni-Papieren gesorgt. Börsianer begründeten dies vor allem mit einem unerwartet schwachen operativen Ergebnis (Ebit) im dritten Quartal. Die Titel des Autozulieferers verloren nach der Zahlenvorlage 6,47 Prozent auf 47,99 Euro, zeitweise hatte der Kurs noch deutlicher nachgegeben. Damit waren die Nürnberger mit Abstand schwächster Wert im MDax. Der Index mittelgroßer Werte verlor 0,81 Prozent auf 16.062,72 Punkte.

Das Ebit war beim Kabel- und Bordnetzhersteller zwischen Juli und September um über 30 Prozent zurückgegangen. Das Unternehmen begründete dies abermals mit hohen Anlaufkosten für zukünftige Projekte sowie Schließungskosten für ein Werk in Marokko. Unter dem Strich standen mit 18 Millionen Euro gut 40 Prozent weniger Überschuss als vor einem Jahr.

LEONI BESTÄTIGT JAHRESZIELE

Gleichwohl bestätigte Leoni seine Ziele. Für 2013 hatten die Nürnberger bereits beim Jahresausblick einen Ebit-Rückgang auf 170 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die im Sommer auf 3,7 bis 3,8 Milliarden Euro leicht angehobene Umsatzprognose wurde ebenfalls bekräftigt.

Trotz des im Vergleich zu 2012 bisher schwächeren Jahresverlaufs hat auch der Leoni-Kurs vom aktuellen Börsenboom profitiert. Anfang 2013 war das Papier noch knapp 30 Euro wert - ein Zuwachs von mehr als 50 Prozent also.

ANALYSTEN ENTSPANNTER ALS DIE BÖRSE

Analysten nahmen das jüngste Zahlenwerk etwas entspannter auf als die Börse. Tim Schuldt von Equinet etwa sprach von weitgehend erwarteten Resultaten. Er hob hervor, dass die Prognose für das Ebit trotz bedeutend höherer Sonderkosten beibehalten worden sei. Dies spreche für eine sehr viel bessere operative Entwicklung als zuvor gedacht. Auch LBBW-Analyst Frank Biller zeigte sich optimistisch: Er sprach von einem Übergangsjahr 2013. Danach aber sollte sich die positive Geschäftsentwicklung von Leoni wieder in den Zahlen niederschlagen.

Positiv äußerte sich auch Klaus Breitenbach von der Baader-Bank, der seine Kaufempfehlung für das Papier bestätigte. Trotz des schwächeren Quartals-Ebit sprechen aus Sicht des Experten aktuell unter anderem die dicken Auftragsbücher für Leoni sowie die zunehmende Internationalisierung des Unternehmens.

DZ BANK: MARKTERWARTUNGEN ZU EUROPAS AUTOMARKT ZU OPTIMISTISCH

Skeptischer gab sich DZ-Bank-Analyst Michael Punzet. Die Jahresprognose von Leoni deute für das Schlussquartal auf den niedrigsten Quartalsumsatz im Jahr, aber den höchsten Beitrag zum operativen Ergebnis hin. Der Umsatzausblick sei daher sehr konservativ. Zwar rechnet Punzet mit Ergebnisverbesserungen im kommenden Jahr. Wegen der seiner Meinung nach zu optimistischen Markterwartungen bezüglich des europäischen Autoabsatzes bleibe er aber bei seiner vorsichtigen Haltung und empfiehlt weiter, die Aktie zu verkaufen./tav/men/he

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Quelle: dpa-AFX