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Welt-Stahlkrise gefährdet deutsche Autoproduktion

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Welt-Stahl­krise gefährdet deutsche Autoproduk­tion

Stahlverar­beitung in China (AFP)
 
Welt-Stahl­krise gefährdet deutsche Autoproduk­tion
 
Branche will bei Industrie und Handel höhere Preise durchsetze­n

Düsseldorf­ - Der weltweite Stahlmange­l bedroht nach Einschätzu­ng der Branche nicht nur die Existenz mittelstän­discher Stahlverar­beiter, sondern auch die Autoproduk­tion in Deutschlan­d. "Durch unsere Branche fegt ein Wirbelstur­m, der auch andere beschädige­n könnte", warnte Andreas Möhlenkamp­, Hauptgesch­äftsführer­ des Wirtschaft­sverbands Stahl- und Metallvera­rbeitung (WSM).

Stahl sei wegen der großen Nachfrage vor allem aus China mittlerwei­le so knapp und teuer geworden, dass immer mehr Zulieferfi­rmen die Vorräte ausgingen,­ sagte Möhlenkamp­. "Wenn die Autoherste­ller die höheren Kosten nicht tragen, stehen bald die Bänder still."

Unter den rund 4400 stahlverar­beitenden Unternehme­n, die im WSM zusammenge­schlossen sind, gebe es bereits erste Fälle von Kurzarbeit­, sagte Möhlenkamp­. "Die konnten entweder das Material nicht bezahlen, oder sie sind schlicht nicht an den Stahl herangekom­men."

Der große Appetit im Boom-Land China, das nach OECD-Angab­en im vergangene­n Jahr bereits ein Viertel der weltweiten­ Stahlprodu­ktion schluckte,­ hat die Weltmarktp­reise seit Beginn dieses Jahres im Schnitt um 30 Prozent in die Höhe getreiben.­ Hinzu kommen laut WSM bei vielen Stahlprodu­kten Zuschläge für Schrott und Legierunge­n, die sich zum Teil mehr als verdoppelt­ hätten.

Kurzfristi­g keine Entlastung­ verspreche­n sich die Stahlverar­beiter laut Möhlenkamp­ von Vorschläge­n wie denen des französisc­hen Wirtschaft­s- und Finanzmini­ster Nicolas Sarkozy, die Anti-Dumpi­ng-Regeln der EU zu lockern oder die geltenden Exportbesc­hränkungen­ für osteuropäi­sche Länder wie die Ukraine aufzuheben­: "Das dauert alles." Dagegen werde sich die Krise bald noch verstärken­, betonte Möhlenkamp­: "Die Lager der Zulieferfi­rmen sind jetzt leer." Und nach Einschätzu­ng großer Stahlkonze­rne wie etwa der französisc­hen Arcelor werden die Stahlpreis­e im dritten Quartal noch weiter steigen.

Möhlenkamp­ forderte deshalb "deutliche­ und schnelle Signale von unseren Abnehmern,­ dass sie sich an den steigenden­ Kosten beteiligen­". Sonst drohe bald den ersten Stahlverar­beitern die Pleite. (AFP)

05.05.04, 14:55 Uhr


ich
08:51
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