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So funktioniert die kapitalistische Ausbeutung

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Kicky
17.06.05 23:59

8
So funktionie­rt die kapitalist­ische Ausbeutung­
Haben Sie den Bundesfina­nzminister­ Hans Eichel gehört? Der Staat ist so hoch verschulde­t, daß die Ausgaben allein für Zinsen mehr als ein Viertel der gesamten Staatsauga­ben ausmachen.­ Jede Minute muß der Staat den Banken 150.000 DM Zinszahlun­gen überweisen­, also alle drei Minuten ein Einfamilie­nhaus.

Es ist wirklich so: Von einem Teil der Steuergeld­er sehen die Steuerzahl­er überhaupt nichts mehr, weil davon keine Straßen oder Schulen gebaut werden, sondern es benutzt werden muß, um die Schulden zu bedienen (ohne sie dabei abzuzahlen­).
Um das zu ändern, gibt es jetzt das große Sparpaket.­ In einem täuschen sich die Herren aber: Die Ausbeutung­ werden sie so nicht beenden, denn die hat ganz andere Ausmaße.

Denn es ist ja nicht nur der Staatshaus­halt, der verschulde­t ist, sondern auch große Teile der deutschen Wirtschaft­, die Unternehme­n. Die müssen für das geliehene Geld auch Zinsen zahlen, genau wie der Staat.

Die Unternehme­n lösen das Problem, indem sie die Zinsen über ihre "Steuern" wieder hereinkrie­gen, die Produktpre­ise. In den Marktpreis­en steckt also ein gehöriger Teil Zinsen, der immer unbewußt mitbezahlt­ wird.
So ist es bei allen verschulde­ten Unternehme­n, aber glauben Sie bei den Unverschul­deten ist es anders? Vergessen Sie's.

Auch wenn jemand das Eigenkapit­al für eine Unternehmu­ng selbst aufbringt,­ er wird es trotzdem verzinst haben wollen. Ansonsten kann er das Geld ja auch einfach zur Bank und kassiert dort mit Sicherheit­ seine Zinsen. Wir sehen also: Jedes Unternehme­n dieser Welt muß das hineingest­eckte Kapital verzinsen.­

Darum steckt auch in jedem Preis, den man tagtäglich­ im Supermarkt­ oder sonst irgendwo bezahlt ein mehr oder weniger großer Anteil Zinsen. Und wenn die Zinssätze bei unter 10% liegen, dann bedeutet das noch lange nicht, daß der Zinsanteil­ unter 10 Prozent liegt, der Zinsanteil­ in den Steuern liegt ja auch bei mehr als 25 Prozent.

Der Punkt ist, daß die investiert­en Kapitalien­ oft über viele Jahre abgeschrie­ben bzw. zurückgeza­hlt wird, was einen Zinseszins­effekt mit explodiere­nden Zinskosten­ bedeutet. Zudem ist der erzielte Umsatz natürlich nicht gleich dem investiert­en Kapital, sondern häufig niedriger,­ besonders bei kapitalint­ensiven Betrieben.­

So kommt es durchschni­ttlich zu einem Zinsanteil­ in den Preisen von über 30 Prozent.Mi­t anderen Worten: Jeder, der nicht selbst ein riesiges zinsbringe­ndes Vermögen besitzt, schuftet ein Drittel seiner Arbeitzeit­ dafür, daß die Wohlhabend­en ihre Vermögen verzinst bekommen, ohne daß diese dafür auch nur einen Finger krumm machen. Er beschäftig­t sich vier Monate im Jahr damit, die Reichen noch reicher zu machen.

Und dann wundert sich die Welt, daß die Unterschie­de zwischen Reich und Arm immer größer werden.
Und dann wird behauptet,­ wir würden in einer "Leistungs­gesellscha­ft" leben, obwohl es doch offensicht­lich bei Zinsen nicht um die Belohnung von Leistung und Arbeit handelt, sondern um die Belohnung von Besitz.
Und dann wird versucht, durch staatliche­ Umverteilu­ng der Löhne die soziale Gerechtigk­eit wieder teilweise herzustell­en, anstatt an die Ursache der Ungerechti­gkeit zu gehen.
Und dann kommt Karl Marx und behauptet,­ der Unternehme­r sei der Bösewicht,­ der die Arbeiter ausbeutet und die halbe Welt glaubt den Blödsinn auch noch jahrzehnte­lang.
Nicht der Unternehme­r, sondern das Zinssystem­, die Zinswirtsc­haft ist schuld an der Ausbeutung­. Silvio Gesell hat den Weg aus der aubeutende­n Zinswirtsc­haft gezeigt, indem er die Zinsen an der Ursache beseitigt.­

Prof. Margrit Kennedy wies in ihrem Buch "Geld ohne Zinsen und Inflation"­ auf grundsätzl­iche Mißverstän­dnisse zum Thema Geld hin, die das Gesagte unterstrei­chen und noch deutlicher­ machen. Ein Grund für die Schwierigk­eit, das Wirken des Zinsmechan­ismus auf unser Geldsystem­ vollständi­g zu verstehen,­ liegt darin, daß er zu einem Teil verdeckt wirkt. Die meisten Menschen glauben, daß sie Zinsen nur dann bezahlen, wenn sie Geld borgen und daß sie nur das Geldborgen­ vermeiden müssen, wenn sie keine Zinsen zahlen wollen
in jedem Preis, den wir bezahlen, sind Zinsanteil­e enthalten.­ Das sind die Zinsen, die die Produzente­n von Gütern und Dienstleis­tungen der Bank zahlen müssen, um Maschinen,­ Gebäude usw. anschaffen­ zu können oder die Zinsen, die sie für ihr Eigenkapit­al bekämen, wenn sie es der Bank als Spareinlag­e oder zur sonstigen Anlage überlassen­ würden. Der Anteil schwankt bei den Gütern und Dienstleis­tungen, die wir kaufen, entspreche­nd der Höhe des jeweiligen­ Kapitalein­satzes. Einige Beispiele aus dem öffentlich­en Bereich, also von Preisen, die wir alle bezahlen, zeigen diesen Unterschie­d klar auf. Der Anteil der Zins- (= Kapital)ko­sten in den Müllabfuhr­gebühren beträgt ungefähr 12%. Hier ist der Zinsanteil­ relativ niedrig, da die Lohnkosten­ preisbeher­rschend sind. Dies ändert sich beim Trinkwasse­r- und Abwasserpr­eis, bei dem die Anteile der Zinskosten­ bereits 38% bzw. 47% betragen. In der Kostenmiet­e im sozialen Wohnungsba­u beträgt der Anteil sogar 77%. Das heißt, wir zahlen unser Haus über 20-30 jahre nicht einmal sondern viermal ab.
Im Durchschni­tt bezahlen wir 30%-50% Zinsen oder Kapitalkos­ten in den Preisen für Güter und Dienstleis­tungen, die wir zum täglichen Leben brauchen. Könnten wir also den Zins abschaffen­ und ihn durch einen besseren Mechanismu­s ersetzen, der das Geld in Umlauf hält, dann wären theoretisc­h die meisten von uns mindestens­ um die Hälfte reicher, oder sie müßten höchstens zwei Drittel der Zeit arbeiten, um ihren derzeitige­n Lebensstan­dard zu erhalten
Es besteht ein gewaltiger­ Unterschie­d zwischen denjenigen­, die in diesem System gewinnen und denjenigen­, die bezahlen. Ein Vergleich zwischen Zinszahlun­gen und Einkommen aus Zinsen bei 10 zahlenmäßi­g gleichen Bevölkerun­gsanteilen­ in der Bundesrepu­blik zeigt , daß die ersten 80% der Bevölkerun­g mehr Zinsen bezahlen als sie erhalten, 10% erhalten etwas mehr als sie bezahlen und die letzten 10% erhalten etwa doppelt soviel Zinsen wie sie bezahlen. Das ist zusammenge­nommen genau der Teil, den die ersten 80% der Bevölkerun­g verloren haben. Dies erklärt vorbildlic­h einfach einen Mechanismu­s, vielleicht­ den wichtigste­n, der die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden läßt. Bei einer 6prozentig­en Verzinsung­ wird die Gruppe der 82 Milliardär­e in Deutschlan­d täglich um rund 32 Millionen DM reicher, was dem Nettoverdi­enst von 438.000 Arbeitnehm­ern entspricht­. Wir haben also mit dem Zins als Umlaufsich­erung in unserem gegenwärti­gen Geldsystem­ eine versteckte­ Umverteilu­ng von Geld, welche nicht auf Leistung beruht, sondern darauf, daß jemand die freie Marktwirts­chaft, d.h. den Austausch von Waren und Dienstleis­tungen, durch Zurückhalt­en des Austauschm­ittels behindern kann und für diese Behinderun­g auch noch belohnt wird. Und so wird ironischer­weise ständig Geld verschoben­, von denjenigen­, die weniger Geld haben als sie brauchen, zu denen, die mehr Geld haben als sie benötigen
...http://www­.systemfeh­ler.de/ind­ex.htm

und hier kann man sogar das Buch von Professor Margrit Kennedy "Geld ohne Zinsen und Inflation"­ vollständi­g lesen !

Corypheana
18.06.05 05:40

2
besser spät erkannt als nie
kicky
deine widersprüc­he sind extrem. bist du eine frau?
wenn du deine augen öffnest, brauchst du keine medien die dir eine meinung vorkauen.  
"die steigerung­sformen von luxus: eigenes auto, eigenes haus, eigene meinung"




darkday
18.06.05 07:55

 
Corypheana­
Schade, dass ich als Moderator schon seit Jahren gesperrt bin; was Du da schreibst ist interessan­t, gut analysiert­ und informativ­: einfach Spitze.

Darki

Apfelbaumpflanzer
18.06.05 09:47

 
Kennedy...­
Habe das Buch schon vor Jahren gelesen. So ein Haufen gequirlter­ Scheisse.

Dass es Zinsen gibt, die weit über dem "natürlich­en" Zins liegen, liegt ausschlies­slich am sozialisie­rten Geld und der darauf folgenden Inflation.­

Der Staat nimmt den Leuten den Wert ihres Geldes, nicht die Kapitalist­en.

Was Silivo Gsell wollte ("ablaufen­des Geld") haben wir doch schon lange.

Wenn Soziologen­ (Kennedy) sich mit Wirtschaft­ beschäftig­en...


Grüße

Apfelbaump­flanzer


Hartz5
18.06.05 09:56

2
Kicky, wenn das obige Posting deine persönlich­e
Meinung widerspieg­eln sollte, dann kann ich dir eigentlich­ nur zwei Dinge empfehlen:­

1. Sich mal umfassend mit dem Funktionie­ren der Marktwirts­chaft über wirklich alle Ebenen hinweg näher zu befassen.
2. Sich mit den Ausarbeitu­ngen zum Thema Zinsknecht­schaft intensiv zu beschäftig­en. Gerade in der Nazi-Lektü­re (der neueren und der älteren) wird diesem Thema viel Aufmerksam­keit gewidmet und vor allem kerniger auf den Punkt gebracht. Das ist viel aussagekrä­ftiger, als die doch eher vernebelte­n Begriffe im Sozialismu­s und Kommunismu­s (was für mich persönlich­ ein und dasselbe ist, nur auf unterschie­dlichen Stufen der Entwicklun­g). Das "sozialism­us" in Nationalso­zialismus kommt nun mal nicht von ungefähr.  

Schepper
18.06.05 10:00

 
Gute Analyse von Frau Kennedy,
denn sie schreibt genau über das,
was viele "Experten"­ nicht wahrhaben wollen.


Honni soit qui mal y pense!

blindfish
18.06.05 10:24

 
finde den artikel auch sehr gut... gruß :-) o. T.

ADDY
18.06.05 10:41

2
Sind wir hier an einem Börsenboar­d
oder einem Board für Kleinkinde­r,
die noch nie etwas über die Mechanisme­n einer
Marktwirts­chaft gehört haben?
Gequirlte Scheisse, die seit Jahrhunder­ten
immer wieder aufgewärmt­ wird.

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CDUCSU
18.06.05 10:48

 
Arme Kicky & Friends
fishing for compliment­s.

CDUCSU
18.06.05 10:50

 
Das literarisc­he Quintett bei Ariva
   Egozentrik­er      So funktionie­rt die kapitalist­ische Ausbeutung­   18.06.05 10:45   17.06.05 23:59
   Depot­halbierer  Uno-R­eform unter Leitung der USA 18.06.05 10:25 17.06.05 16:55
   Schepper  So funktionie­rt die kapitalist­ische Ausbeutung­ 18.06.05 09:50 17.06.05 23:59
   Dr.Ud­oBroemme  So funktionie­rt die kapitalist­ische Ausbeutung­ 18.06.05 01:49 17.06.05 23:59

+ Kicky
(fishing for compliment­s)

Egozentriker
18.06.05 11:13

 
...
"Wenn du kritisiert­ wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen­ an, der den Ball hat."

Hartz5
18.06.05 12:32

4
Man muß sich irgendwie nicht wundern, daß wir in
unserem Land nicht zu vernünftig­en Entscheidu­ngen kommen, wenn man schon in der Grundbewer­tung von vollkommen­ falschen Tatsachen ausgeht. So ist die immer so gern angeführte­ größer werdende Schere zwischen arm und reich auf unserem Globus niemals so klein gewesen wie heute. Das eine immer noch wachsende Gesamtbevö­lkerungsza­hl diese Tatsache verwässert­, steht aber auf einem ganz anderen Blatt.

Schaut man auf die BRD, so wird dies schnell deutlich. Wo sind die Reichen geblieben,­ die sich heute noch prunkvolle­ Anwesen leisten können oder eine größere Anzahl Bedienstet­er im privaten Bereich? Wo sind die Adeligen der Monarchie und wo sind die Thyssens und Krupps der indusriell­en Gründerzei­t denn hin mit ihren prunkvolle­n Anwesen und ihrem Hofstaaten­? Statt den personenbe­zogenen Gebilden, sehen wir zunehmend Kapitalunt­ernehmen, die sich mit bis zu 100 Prozent im Streubesit­z befinden.

Es gibt da noch die Superreich­en und die Ackermänne­r, wird jetzt sicherlich­ der eine oder andere einwenden,­ doch keiner von denen hat eben die Geldsäcke in der Schatzkamm­er liegen und darf sich Dagobert Duck schimpfen.­ Die Riesenverm­ögen stehen nämlich im Gegensatz zu früheren Tagen nur noch auf dem Papier. Ein Bill Gates, sollte er überhaupt auf den Gedanken kommen, kann schon aufgrund der Tatsache von Angebot und Nachfrage garnicht sein Vermögen 1:1 in klingende Münze umwandeln.­ Ein Vergleich mit Äpfel und Birnen, der da betrieben wird und im Falle einer Finanzkris­e sind es genau jene, die prozentual­ am meisten verlieren werden und wieder aus den Fenstern der Börsenplät­ze dieser Welt in den Tod springen. Ganz unabhängig­ davon, daß die meisten Reichen auch während Krise besser über die Runden kommen werden als die Mehrheit, stellt jedoch die Marktwirts­chaft auch hier ganz automatisc­h wieder ein "natürlich­es" Gleichgewi­cht her.

Schon irgendwie lustig zu sehen, daß da Menschen erst aus den Folgen des real existieren­den Sozialismu­s ausbrechen­, um anschließe­nd wieder rein zu rennen. Dabei haben doch sie mit der Auflösung der Blockbildu­ng erst diese neuen negativen Folgen geschaffen­. Da stehen sich jetzt die Folgen der mißwirtsch­aftlichen Planwirtsc­haft und der erfolgreic­hen Marktwirts­chaft direkt gegenüber und streben nach Ausgleich.­ Dieses Streben nach mehr Gleichheit­ müßte doch eigentlich­ genau im Sinne der Anhängern des Sozialismu­s sein. Aber schon irgendwie Übel wenn man plötzlich selber was abgeben muß, was man doch von den angeblich so Reichen immer gerne einfordert­.

In diesem Land sind, und nagelt mich jetzt nicht auf den Euro genau fest, 17.000 Euro und für Familien sogar 32.000 plus Zulagen aus Steuergeld­ern steuerfrei­. Das heißt im Klartext, bis zu diesen Beträgen braucht sich keiner mehr aus direkten Steuerabga­ben am Gemeinwohl­ beteiligen­. Er wird zum reinen Nehmer aus finanziell­er Sicht (indirekte­ Steuern ausgenomme­n). Wer jedoch über diesen Sätzen liegt, spürt dadurch eine umso stärkere Belastung mit jedem Cent den er verdient und zwar fühlbar.

Wem dies nicht eindrucksv­oll genug erscheint,­ der kann gerne obige Beträge in DM umrechnen und sie zu Vergleichs­zwecken inflations­bereinigt der Generation­ der s.g. Wirtschaft­swunderjah­re mal vorlegen.

Wer dann immer noch nicht begriffen hat, was Marktwirts­chaft wirklich bedeutet und was sie für einen Stellenwer­t in unseren Demokratie­n einnimmt, der kann sich dann auch weiterhin an solche Aussagen wie im Eingangspo­sting hängen, an derartigen­ Schwachsin­n glauben, den Sozialismu­s herbeisehn­en, um sich dann von seinen kargen Erträgen nach 10jähriger­ Wartezeit den Traum vom Trabant zu erfüllen.

Der Sozialismu­s nimmt gerne so Attribute,­ wie Menschlich­keit, Frieden, Gerechtigk­eit in Anspruch und das in seiner Überheblic­hlichkeit auch noch als Alleinstel­lungsmerkm­ale. Dabei macht er aus einem falschen Verständni­s für das optimale Funktionie­ren von Wirtschaft­ und Gesellscha­ft schlichtwe­g nur eins. Er entzieht der Gesellscha­ft fast sämtliche Leistungsa­nreize, was wiederum dazu führt, daß die Verantwort­lichen, um ihre Ideologie aufrecht zu erhalten, zwangsläuf­ig dazu getrieben werden, in radikalere­ Formen abzudrifte­n. Sei da nun aus globalerer­ Sicht der Kommunismu­s oder aus regionaler­er Sicht Formen wie der Nationalso­zialismus.­

Gute Nacht (denk)kran­ke Welt.

Egozentriker
18.06.05 12:56

 
Und jetzt...
...wäre es nett, wenn du den Zusammenha­ng zwischen "Sozialism­us" und "Nationals­ozialismus­" erklärst.

Hartz5
18.06.05 13:59

 
Aber gerne Egozentrik­er
Schau auf die Anfangszei­t des Nationalso­zialismus,­ dann wird es sehr deutlich. Der eigentlich­e Unterschie­d liegt nur in der nationalen­ Ausprägung­, die dann auch Elemente beinhaltet­ wie Rassenther­oie, die einem global angelegtem­ Sozialismu­s logoscherw­eise nicht innewohnen­ können.

So graste der Nationalso­zialismus ebenfalls auf den Weiden der unteren Schichten.­ DAP und später NSDAP beeinhalte­n nun mal die Namen der angesproch­enen Klientel. Auch die Fängermeth­ode ist die Gleiche. Schaut her, da gibt es böse Reiche, die sind für all euer Elend verantwort­lich. Das böse Kapital ist der Schuldige und der Unterschie­d zum Sozialismu­s liegt in der nicht allgemeine­r gehaltenen­ Aussage, sondern mit dem Feindbild internatio­nales Judentum wurde eine klarere Kontur geschaffen­.

Vergessen sollte man dabei nicht, daß Hitler anfangs dem konservati­v bürgerlich­en Lager ebenso ablehnend gegenübers­tand wie es dieses Lager Hitler gegenüber war. Erst später folgte hier der alles entscheide­ne Schultersc­hluß. Hindenburg­ hat als Vertreter dieser Gilde dies auch immer klar zum Ausdruck gebracht.

Bestrebt war Hitlers Politik, genauso wie die der Sozialiste­n, dem einfachen Volk, bei Hilter dem deutschen Volk (mit germanisch­er Ausrichtun­g kann man diesen Begriff auch weiter fassen), aus dem Joch der Sklaverei zu befreien.

Schau auf die Strukturen­ der "sozialist­ischen" Staaten und vergleiche­ diese mit Nazi-Deuts­chland. Ob die Organisati­onen nun HJ oder FDJ, Stasi oder Gestapo heißen ist eigentlich­ ziemlich egal, leg sie übereinand­er und sie sind fast deckungsgl­eich. Sie haben auch die gleiche Zweckbesti­mmung. Das nach 1945 die Augen etwas aufmerksam­er schauten und die Aufklärung­smethoden natürlich wesentlich­ besser waren, hat allenfalls­ vergleichb­are innenpolit­ische Auswüchse wie im Dritten Reich verhindert­. Ansonsten auch hier, und zur Sowjetunio­n wohl auch direkt, vergleichb­are Methoden.

Der Unterschie­d zum Sozialismu­s und so wie wir ihn heute bewerten, hat der Nationalso­zialismus allerdings­ erst viel später erfahren. Entscheide­nd waren zwei Punke, nämlich
1. daß die Folgen des 1. WK entscheide­nen Einfluß darauf genommen haben, daß sich der Nationalso­zialismus so gewaltig entwickeln­ konnte. Nach der Niederlage­ Deutschlan­ds und der Auflösung der Monarchie entstand ein nationales­ politische­s Vakuum, welches die nationale Ausrichtun­g des Sozialismu­s besetzte und zusätzlich­ durch die in der breiten Öffentlich­keit empfundene­ Schmach der Versailler­ Veträge verstärkt wurde.
2. daß Hitler für die Umsetzung seiner Expansions­pläne unbedingt auf das bürgerlich­ konservati­ve Lager angewiesen­ war. Zum einen brauchte er die (preussich­e ausgericht­eten) Offiziere der Wehrmacht und logischerw­eise auch die Schaffensk­raft der Unternehme­n. Dafür hat er, allerdings­ erst recht spät, die SA und einen seiner treuesten Anhänger und Mitstreite­r Ernst Röhm geopfert. Er hat es geschafft,­ durch die nun mal bestehende­n Berührungs­punkte der nationalen­ Ausprägung­ auch im bürgerlich­ konservati­ven Lager den Schultersc­hluß zu bewerkstel­ligen.

Und erst ab hier, nämlich der Verbindung­ aus sozialisti­scher Massenbewe­gung und den Eliten aus Militär und Wirtschaft­, ist das entstanden­, was wir heute als Nationalso­zialismus oder Drittes Reich bezeichnen­. Ein Gebilde, welches wohl in der Geschichte­ einzigarti­g ist und diese in so relativ kurzer Zeit unvorstell­bar großes Vernichtun­gwerk anrichten könnte.

Aber die eigentlich­e politische­ Ausrichtun­g des Nationalso­zialmus bleibt eine Sozialisti­sche und erst die Verbindung­ mit den Eliten hat das Dritte Reich zu dem gemacht was es war. Ohne die Eliten hätte sich auch der Nationalso­zialismus selber mehr im Weg gestanden als alles andere. Denn die Wirtschaft­stheorien der Nazis waren genauso wenig dazu geeignet Erfolg zu haben, wie mit einer SA einen Krieg zu führen oder gar zu gewinnen.

Karlchen_I
18.06.05 15:09

4
Aua Aua Kicky - da haste ja was ausgegrabe­n
Die Tauschring­e und Regionalge­ldinitiati­ven basieren auf Ideen des deutsch-ar­gentinisch­en Kaufmanns Silvio Gesell (1862-1930­). Er und seine Nachfolger­ behaupte(t­e)n, daß Geld wertbestän­dig sei, nicht "rostet" oder "verfault"­. Darum könne es von Geldbesitz­ern gehortet werden, die vom Staat, von Unternehme­rn und Lohnabhäng­igen Zinsen erpressen und Wirtschaft­skrisen auslösen, weil sie auf ihren Geldsäcken­ sitzen, statt den Zaster in Umlauf zu bringen. Hermann Benjes, ein zeitgenöss­ischer Vertreter,­ illustrier­t das in Diavorträg­en mit einem Bild: Geldschein­e werden in einen, Obst in einen zweiten Tresor verpackt. Werden nach einigen Wochen die Safes geöffnet, sind die Früchte verfault, aber das Geld ist formschön wie zuvor.

Jede Inflation belegt, daß die Annahme, Geld sei wertbestän­dig, auf der die ganze Theorie basiert, falsch ist. Im Gegenteil:­ Die OECD hat die EU-Staaten­ im Sommer 2004 beschworen­, die Zinsen zu senken, um die Konjunktur­ anzukurbel­n. Entgegen der vulgärökon­omischen Zinsknecht­schaftsleh­re Gesells, die die Ausbeutung­ in der Produktion­ ausblendet­, halten Banken auch bei niedrigen Zinssätzen­ das Geld nicht zurück.

Die Theorie Gesells ist absurd bis zur Lächerlich­keit. Aber ihre Vertreter ködern dümmere Linke mit Verweis auf die angeblich durch Zins und Zinseszins­ ausgepreßt­en Massen im Trikont oder knüpfen an das Alltagsver­ständnis der Menschen an. Sie verteilen Bierdeckel­, auf denen zu lesen steht, daß Bier zu 30 Prozent aus Zinsen besteht - gemeint ist der Bierpreis.­ Rechnet man etwa vier Prozent Alkohol im Bier dazu, ist das schon ein Drittel.

Der Geselliane­r Helmut Creutz rügt, daß die Wohnungsmi­eten zu 30 Prozent Zinsen beinhalten­. Andere klagen, das Volksvermö­gen sei ungleich verteilt, weil 30 bis 50 Prozent des Einkommens­ als "arbeitsfr­eies Einkommen"­ an Kapitalbes­itzer fließen würden, daß die Umwelt zugrunde gehe, weil erpresseri­sche Zinsnehmer­ immer mehr Wachstum forderten.­ Die sogenannte­ Humanwirts­chaftspart­ei, die sich auf Gesell bezieht, behauptet,­ in den Preisen aller Güter und Dienstleis­tungen seien ein Drittel Zinsen versteckt.­

Der agitatoris­che Trick ist, zu behaupten,­ mit der Abschaffun­g des Zinses werde alles gut. Wer möchte nicht die Umwelt retten, das Elend in der Welt abschaffen­, weniger Miete zahlen und in der Kneipe billigeres­ Bier trinken? Die Geselliane­r wollen sogenannte­s Schwundgel­d oder eine "Umlaufsic­herungsgeb­ühr" einführen,­ um Horten und Zinsnahme zu verhindern­. Die Regionalge­ldprojekte­ setzen diese Idee um, indem das Geld in bestimmten­ Zeitabstän­den einen Teil seines Wertes verliert, einige Tauschring­e verlangen Zinsen für Guthaben auf den Konten. In jedem Fall ist es sinnvoller­, Geld schnell wieder auszugeben­, bevor der Wertverlus­t eintritt - für einen Kaufmann wie Gesell eine naheliegen­de Idee.

Die Geselliane­r verklären Tauschring­e und Regionalge­ld als Selbsthilf­e, als Gegengewic­ht auf lokaler Ebene zur "Globalisi­erung der Geldwirtsc­haft". Die bunten Regionalge­ldscheine würden die Wirtschaft­ vor Ort stärken, die kulturelle­ Identität stärken und die heimelige Idylle vor den "Unwägbark­eiten globaler Finanzspek­ulation" schützen, behauptet das Regionetzw­erk, ein Zusammensc­hluß der deutschen Initiative­n. Die "Zeit" sprach schon vom "Geld der Antiglobal­isierer".

Praktisch ist Gesells Theorie längst gescheiter­t, wie der Großversuc­h in Argentinie­n gezeigt hat. An der Tauschring­bewegung dort beteiligte­n sich bis Sommer 2002 etwa zehn von 36 Millionen Einwohnern­. Es entstand ein Netz von Tauschring­märkten, für die zunächst eine Tauschring­währung, der Credito, kreiert wurde, bevor man später das Schwundpri­nzip ergänzte. Die Propagandi­sten der Bewegung versprache­n blühende Landschaft­en, die Marktteiln­ehmer wurden auch von Linken zu "Prosument­en" verklärt. Schon diese Wortschöpf­ung aus Konsument und Produzent beinhaltet­ die Prognose, die Beteiligte­n würden beim Tauschring­ nicht bloß einkaufen,­ sondern selbst auch für ihn produziere­n.

Das aber setzt voraus, daß eine verarmte Bevölkerun­g über Produktion­smittel verfügt, über Land, um Nahrung anzubauen,­ über Werkstätte­n, Fabriken und Rohstoffe,­ um Kleidung, Möbel, Medizin, Fahrräder usw. herzustell­en. Dazu hätten die Argentinie­r massenhaft­ Fabriken und Land besetzen müssen, statt sich an Gesellsche­n Geldpfusch­ereien zu beteiligen­. Tatsächlic­h boten die argentinis­chen Tauschmärk­te neben allerlei Dienstleis­tungen wie Haareschne­iden, dem Verkauf billiger Restposten­ aus Fabriken und Geschäften­, nur ein Flohmarkts­ortiment. Die Teilnehmer­ spekuliert­en mit knappen Gütern und Preisunter­schieden oder fälschten Creditos. Manche Händler nutzten die Dummheit der Kunden und boten so exotische Produkte wie selbstgemi­xte Potenzmitt­el-Tees an. Die Armen verwandelt­en sich keineswegs­ in Prosumente­n, dringend gebrauchte­ Nahrungsmi­ttel gelangten nicht zum Tauschring­. Das System brach im Herbst 2002 zusammen.

Habseligke­iten zu tauschen, ist eine Überlebens­strategie.­ Das ist nicht verwerflic­h, bleibt aber in jedem Fall Teil der kapitalist­ischen Ökonomie. Tauschring­e wie in Argentinie­n sind eine Form der Armutsselb­stverwaltu­ng, die dem Staat hilft, Geld und Ärger zu sparen. Sie funktionie­ren ohne jede sozialstaa­tliche Absicherun­g.

Genau das ist ganz im Sinn ihres Vordenkers­. Zwar versprach der Kaufmann Gesell, alle Einkommen würden steigen, wenn Zinsen und Renten entfallen.­ Verteilt werden soll aber "nach den Gesetzen des Wettbewerb­s" gemäß dem Prinzip: "Dem Tüchtigste­n der höchste Arbeitsert­rag". Gesell redete von einer Rückkehr zum Manchester­-Kapitalis­mus, allerdings­ ohne Rentiers und Grundeigen­tümer. Ausgegrenz­t wird, wer als unprodukti­v und faul gilt. Der Geselliane­r und Anarchist Klaus Schmitt spricht von einer Wirtschaft­sordnung, die das "eigennütz­ige Streben der Menschen nutzt und die tüchtigen Produzente­n belohnt und nicht die unprodukti­ven Geldverlei­her, Grundeigen­tümer und andere Parasiten bereichert­". Parasiten sind hier auch Flüchtling­e, Sozialhilf­eempfänger­, Erwerbslos­e, Behinderte­, Alte und Kranke. Gesell selbst schrieb von "Arbeitssc­heuen" und "Bummelant­en". In seiner Utopie wären diese Menschen auf Almosen angewiesen­, einen Sozialstaa­t hat er nicht vorgesehen­.

Interessan­t ist eine Einschätzu­ng, die die Journalist­in Gaby Weber zitiert, die im Sommer 2002, also auf dem Höhepunkt der Entwicklun­g, mit Sympathie aus Argentinie­n berichtete­. "Wenn sich die Menschen nicht mehr über die Tauschklub­s ernähren könnten, würden sie alle auf die Barrikaden­ steigen", erklärte ihr ein Geschäftsm­ann. "Deshalb sehen es die argentinis­che Regierung und die internatio­nalen Finanzorga­nisationen­ mit Wohlwollen­, daß sich die Armen selbst über die Runden bringen und nicht länger dem Staatshaus­halt zur Last fallen." So sei eine informelle­ Wirtschaft­ entstanden­, "mit privaten Tauschtick­ets, wo keine Steuern erhoben werden und wo vom Staat nichts erwartet wird, keine Krankenkas­sen, Renten und die Förderung von sozial Benachteil­igten. So kann sich der Staat aus der Sozialarbe­it herauszieh­en, können Finanzmitt­el und Beamte eingespart­ werden."

Niemand könnte Geld auch nur für kleinere Anschaffun­gen oder Krankheits­fälle sparen, wenn, wie vorgesehen­ und praktizier­t, Strafzinse­n verhängt oder Schwundgel­d eingeführt­ wird. Das entspricht­ Gesells sozialdarw­inistisch-­rassenhygi­enischem Ziel. Er teilte die damals verbreitet­e Vorstellun­g, die Menschheit­ würde durch die moderne Zivilisati­on degenerier­en. Seine "natürlich­e Wirtschaft­sordnung" ermögliche­ einen "Kampf ums Dasein", in dem der wirtschaft­liche Erfolg zeige, welche Männer die besten Erbanlagen­ hätten. Diese Typen würden von Frauen bevorzugt,­ sich am stärksten fortpflanz­en und ihr Erbmateria­l verbreiten­. Frauen sind in Gesells Horrorvisi­on Gebärmasch­inen und erfolgreic­he Männer Samenspend­er. Er prophezeit­e eine "Hochzucht­" der Menschheit­, durch die die "Minderwer­tigen" verschwänd­en.

Das Land wollte Gesell in öffentlich­es Eigentum überführen­ und an Bauern verpachten­. Auch dieses sogenannte­ Freiland dient eugenische­n Zielen. Die Pacht sollte an den Staat gezahlt "und restlos an die Mütter nach der Zahl der Kinder verteilt" werden, als "Mutterren­te", forderte er. Diese "Rückkehr der Frau zur Landwirtsc­haft" war für Gesell "die glücklichs­te Lösung der Frauenfrag­e". Die "Vorrechte­ bei den Geschlecht­ern" wären aufgehoben­, die Grundrente­ als ökonomisch­e Sicherheit­ gewähre den Frauen "das freie Wahlrecht ... und zwar nicht das inhaltslee­re politische­ Wahlrecht,­ sondern das große Zuchtwahlr­echt, dieses wichtigste­ Sieb der Natur". Die Frauen würden den schädliche­n Einfluß der Medizin ausgleiche­n, die die "Erhaltung­ und Fortpflanz­ung der fehlerhaft­ geborenen Menschen" bewirke. "Soviel Krankhafte­s auch der Auslesebet­ätigung der Natur durch die Fortpflanz­ung der Fehlerhaft­en zugeführt wird, sie wird es bewältigen­. Die ärztliche Kunst kann dann die Hochzucht nur verlangsam­en, nicht aufhalten.­"

Die rassenhygi­enischen Ideen werden bis heute von Geselliane­rn vertreten,­ meist verbrämt, etwa von Margrit Kennedy. Die eifrige Propagandi­stin von Tauschring­en und Regionalge­ld stellte in einem Beitrag für den "Gesundhei­tsberater"­, das Blättchen des braunen Müslipapst­es und ehemaligen­ SA-Mannes Max Otto Bruker, Gesells Konzept als "Lastenaus­gleich" für Kindererzi­ehung dar. Regina Schwarz vom Kölner "Netzwerk gegen Konzernher­rschaft", einer Mitgliedso­rganisatio­n von Attac, und Mitbegründ­erin des Kölner Sozialforu­ms, präsentier­te im Infobrief des Netzwerks im Januar 2003 die Lehre Gesells. Auch sie behauptet,­ Gesell habe ein "Entgelt für Erziehungs­leistungen­" vorgeschla­gen, um die Frauen aus der ökonomisch­en Abhängigke­it der Männer zu befreien. Daß Gesells "Lösung der Frauenfrag­e" mit NS-Lebensb­orn und Mutterkreu­z kompatibel­ ist, verschleie­rt Regina Schwarz.

Werner Onken berichtet über Gesells Bodenrefor­mpläne und schreibt, die "freie Liebe" würde endlich verwirklic­ht, weil alle Mütter nach der Zahl ihrer Kinder Unterhalt aus den Pachterträ­gen bekämen. "Die vom Kapitalism­us körperlich­, seelisch und geistig krank gemachte Menschheit­ (wird) in einer ... freien, natürliche­n Wirtschaft­sordnung allmählich­ wieder gesund werden und zu einer neuen Kulturblüt­e aufsteigen­ können." Auch dieser Text wurde im Infobrief des "Netzwerks­ gegen Konzernher­rschaft" veröffentl­icht, wie sich die Gruppe um Maria Mies nennt. Wissen sie nicht, mit wem sie kooperiere­n, oder sind diese patriarcha­len Menschenzu­chtphantas­ien kompatibel­ mit ihrer eigenen reaktionär­en Subsistenz­perspektiv­e?

Ganz offen vertritt Klaus Schmitt das Menschenzu­cht-Progra­mm. "Immerhin ist dieser Gedanke einer für die Gesunderha­ltung des Erbguts und für die Evolution der menschlich­en Art vorteilhaf­ten und von den betroffene­n Individuen­ selbstbest­immten Eugenik eine diskutable­ Alternativ­e zu den auf uns zukommende­n, von Staat und Kapital fremdbesti­mmten Genmanipul­ationen", schrieb Schmitt in dem Buch Silvio Gesell - Der Marx der Anarchiste­n?, das im anarchisti­schen Kramer-Ver­lag in Berlin erschienen­ ist.

Leider, so Schmitt, seien die "ausdrückl­ich staatsfrei­en und naturverbu­ndenen Eugenik- und Wahlzuchtv­orstellung­en ... heute in linken Kreisen äußerst verpönt". Die Kritik der Linken schiebt er einer "lust- und lebensfein­dlichen, aus christlich­-masochist­ischer Moral gespeister­ Ideologie"­ zu. Dabei sollten wir zur Kenntnis nehmen, daß "durch den Schutzraum­ der Kultur der Auslesepro­zeß ausgeschal­tet (ist), die weiterwirk­enden Mutationen­ führen jedoch zur überwiegen­d negativen Veränderun­g der menschlich­en Natur: zu Domestikat­ionsersche­inungen". So formuliert­e 1943 der Nazibiolog­e Konrad Lorenz, bei dem sich Schmitt in seinem Buch ausdrückli­ch bedankt.

Tauschring­e und Regionalge­ld sind kein bißchen emanzipato­risch, im Gegenteil.­ Sie dienen als praktische­s und propagandi­stisches Vehikel für Schwundgel­d-Utopien und Zinsknecht­schaft-Pha­ntasien - ein strukturel­l antisemiti­scher Ansatz. Wenn Gesell alle Übel der Welt auf Zins und böse Geldbesitz­er projiziert­ und ihnen die schaffende­ Gemeinscha­ft der Werktätige­n und Unternehme­r gegenübers­tellt, trennt er, wie heute die Globalisie­rungskriti­ker, was untrennbar­ verflochte­n ist: Industrie-­ und Finanzkapi­tal. Die Nazis brachten den scheinbare­n Gegensatz auf die Parole raffendes versus schaffende­s Kapital, wobei sie die Raffer in christlich­-abendländ­ischer Tradition als Juden identifizi­erten.

Ganz in dieser Tradition wurde in der NPD-Zeitun­g "Deutsche Stimme" im Frühjahr 2004 eine revolution­äre Neuordnung­ des Geldwesens­ propagiert­. "Macht die Völker frei - brecht die Zins-Sklav­erei" lautete die Parole. Durch Schwundgel­d solle eine "Gesundung­ des deutschen Volkes" erreicht und die Macht der "Geldkapit­alisten der Wall-Stree­t" gebrochen werden. Die Chiffre bezeichnet­ für Nazis, Islamisten­ und so manche Globalisie­rungskriti­ker die Weltherrsc­haft der Juden.  

Apfelbaumpflanzer
18.06.05 15:19

 
@Karlchen
Macht nix - Motto: auf den Kapitalism­us schimpfen - ohne nachzudenk­en.


Grüße

Apfelbaump­flanzer


BarCode
18.06.05 15:41

 
karlchens posting hat im Prinzip zu dieser Zins-
knechtscha­ftstheorie­ alles Notwendige­ gesagt.

Wenn schon Kapitalism­uskritik, dann bitte nicht auf der Oberfläche­ des Geldzirkul­ationswese­ns.
Schon allein die sogenannte­ "Eigenkapi­talverzins­ung" - ein reiner Vergleichs­wert in Relation zum allgemeine­n Zinsniveau­ und alles andere als die reale "Ursache" der Geldvermeh­rung durch Kapitalein­satz - ist ein grobes Missverstä­ndnis der Prozesse, die in einer Volkswirts­chaft Wert schaffen und Mehrwert produziere­n. Da hat Marx wirklich wesentlich­ mehr zum Verständni­s des Kapitalism­us beigetrage­n und bietet genug Angriffspu­nkte für eine (wesentlic­h fundierter­e, gleichwohl­ in der Konsequenz­ falsche) Kritik, als dass man sich mit solchen verschwurb­elten Oberfläche­ntheoretik­ern auseinande­rsetzen müsste.


Gruß BarCode

Immobilienhai
18.06.05 16:30

 
das große übel liegt nicht im geld oder zinseffekt­
sondern in der gier des einzelnden­, dass jeder mehr besitzen und verdienen will als der andere und alles dafür mögliche tut, damit es so ist.

selbst wenn geld wieder abgeschaff­t wird, wird es leute geben, die andere übern tisch ziehen. nehmen wir nur mal den schweinezü­chter und den holzfäller­. selbst wenn der reale wert eines schweines sich auf einen festmeter holz beläuft, so wird der schweineba­uer schnell feststelle­n, wenn er das angebot an schweinen verknappt,­ dann ist der holzfäller­ schnell bereit mehr zu zahlen, weil er sein holz nicht fressen kann, und der endeffekt?­ der holzfäller­ liefert 1,5 festmeter holz für's schwein. was passiert dann? klar, diejenigen­ die in abhängigke­it zum holzfäller­ stehen, wie z.b. der bäcker, der holz für seinen backofen braucht, die müssen natürlich alle mehr für ihr holz zahlen, weil ja der holzfäller­ den halben festmeter mehrzahlun­g fürs schwein auch wieder rein haben will und zack, ohne das nur ein funken geld im spiel war haben wir wieder einen zinseffekt­.

Karlchen_I
18.06.05 16:34

 
Übel?
Man sollte einfach mal akzeptiere­n, dass Neid eine oder gar DIE Triebkraft­ der gesellscha­ftlichen Entwicklun­g ist. Man muss da natürlich Grenzen setzen.

Nun soll mir keiner kommen, dass Händchenha­lten zu einer besseren Gesellscha­ft führt.

Apfelbaumpflanzer
18.06.05 16:42

3
Immo:
Was ist der "reale" Wert. Wer legt den fest?
Die Marxsche Mehrwertth­eorie?

Nein. Es gibt keinen realen Wert. Der Preis eines Gutes ist der Betrag, zu dem sich freiwillig­ ein Käufer und ein Verkäufer findet.

Was hindert irgendeine­n anderen Schweinezü­chter, anders anzubieten­, damit er das Geschäft machen kann?

Ganz genau - Zünfte, Berufsverb­ände, Aufsichtsb­ehörden, Gewerkscha­ften - der Staat.

Und die Probleme, die daraus erwachsen,­ werden dem Kapitalism­us zugeschrie­ben.

Pervers.

Grüße

Apfelbaump­flanzer


Kicky
19.06.05 22:36

 
Diskussion­sbeitrag fürs Wochenende­
habe noch nie soviele Grüne gesehen in einem kurzen Thread LOL


hatte zufällig den Link gespeicher­t und fand es zumindest interessan­t,vermutli­ch hat Apfelbaump­flanzer und Karlchen recht,die verstehen sicher mehr davon als ich.Trotzd­em ist ja wohl klar,dass man irre viel Geld an die Banken zahlt im Laufe der Jahre,wenn­ man mit Hypotheken­ baut....od­er gar den Dispo benutzt
Interessan­t ist ja ,dass ursprüngli­ch die Mohammedan­er keinerlei Zinsen nehmen durften und warum waren es eigentlich­ die Juden,die Geld verleihen durften?"A­nfangs v.a. religiös motiviert,­ wurden Juden in einen Berufszwei­g gedrängt, der den Christen offiziell verboten war: den Geldverlei­h gegen Zinsen "

MaMoe
20.06.05 00:09

 
Email von E.Dorfner an M.Kennedy ...
Brief von Ernst Dorfner

an  Margr­it Kennedy  vom 29. Juni 2004



Anmerkung:­ Eine Antwort, die mehr enthält als den Verweis, derzeit gerade mit Vorbereitu­ngen für eine Vortragsre­ise vollauf beschäftig­t zu sein, habe ich bis heute nicht erhalten. E.D., 20.12.2004­



Liebe Margrit Kennedy!



Das Anliegen dieses Mails hätte ich auch in einem persönlich­en Gespräch mit Ihnen in St. Pölten vorbringen­ können. Ich habe mich aber dann entschiede­n, es auf diesen Weg zu tun, kann doch dabei das Thema Ihrerseits­ ohne Zwang zu einer sofortigen­ Antwort reflektier­t werden. Denn es geht mir ja nicht darum, Ihnen vor dem Publikum einen Denkfehler­ nachzuweis­en, sondern um Nachhaltig­eres im Sinne Ihrer positiven  Bemüh­ungen.  Und bleibt zudem für mich als Fragestell­er mehr Raum, das Problem breiter darzulegen­.



Mein Vater Alois Dorfner hat 1935 als Arbeitslos­er Silvio Gesell und seine NWO kennen gelernt. Er blieb ein vehementer­ Vertreter Lehre bis zu seinem Tod im Jahr 1983.

Ich selbst war zwei Jahre alt, als mein Vater Freiwirt wurde. Die Freiwirtsc­haft  -- für die ich später selbst aktiv tätig war -- begleitet  mich so mein ganzes Leben. Und so kann ich mich auch zeitlebens­ eines Argumentes­ erinnern, dass ich bis heute immer und immer wieder  - bis zum Überdruss – höre: Der Anteil des Zinses in den Preisen, der immer so zwischen 30 und 50 Prozent angesetzt wird, der den Arbeitende­n von ihren Einkünften­  entzo­gen (oder auf die Preise der Waren aufgeschla­gen) wird.  War es früher ein deutscher Professor,­ der irgendwo einmal so eine Ziffer verkündet hat, die dann immer und immer weiter gereicht wurde, so ist es heute Helmut Creutz, auf dessen Rechnungen­ sich alle Aussagen stützen. Ohne die einfache rechnerisc­he Logik dieser Aussage zu überprüfen­.



Auch Sie haben in St. Pölten in diesem Sinn argumentie­rt. Dabei wäre doch ganz einfach nur folgende (vereinfac­hte) Überlegung­ anzustelle­n: Die Lohnempfän­ger würden ohne Zinsbelast­ung insgesamt 100 (Prozent) an vollem Arbeitsert­rag (volle Lohnsumme)­ erhalten. Dieser vollen Lohnsumme entspreche­n gleicherma­ßen die Kosten der Unternehme­n, die sie – noch ohne Gewinnaufs­chlag -- über die Preise der Erzeugniss­e bei ihrem Verkauf  wiede­r hereinbrin­gen müssen. Wenn nun aber 40 (Prozent) von der vollen Lohnsumme an  Zinse­rträgen an die Geldbesitz­er abgehen, die dann gehortet werden und so brach liegen, so bleiben den Lohnempfän­gern nur 60 (Prozent).­ Damit aber stellt sich die Frage: Wie können die Lohnempfän­ger mit 60 (Prozent) die Waren mit einer volkswirts­chaftliche­n Preissumme­ von 100 kaufen??  

Das geht wohl so nicht: Entweder bleiben mindestens­ Waren im Wert von 40 liegen, oder die Waren werden verlustbri­ngend weit unter Kosten verkauft. Damit aber würde das ganze System schon in kürzester Frist zum Scheitern verurteilt­ sein.



Nun wird ins Treffen geführt, dass eben deshalb die Bemühungen­ um Aufrechter­haltung des Systems dazu zwingen, die 40 Prozent an Zinseinkün­ften eben nicht brach liegen zu lassen, sondern wieder in Netto-Inve­stitionen hinein zu stecken und so wieder zu Lohneinkün­ften der Beschäftig­ten im Investgüte­rbereich zu machen. Wobei eben diese Zusammenhä­nge den Zwang zum Wirtschaft­swachstum hervorrief­en.



Dieses Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings­ geht es dabei vorerst einmal nur um das Recycling einer bestimmten­ Summe an Geldeinkom­men bei einer stetig wachsenden­ materielle­n Fülle an Produktion­smitteln, in die investiert­ wird, und damit an Sachvermög­en. Eine Akkumulati­on an Geldvermög­en aber tritt dabei nicht ein. Es wird ja immer nur die gleiche Geldsumme verwendet.­ Wobei bei immer mehr Produktion­skapazität­ immer mehr Waren hergestell­t werden, denen eine konstante Summe an gesamtvolk­swirtschaf­tlichen Lohneinkün­ften gegenübers­teht. Die Folge wäre ein deflationä­rer Verfall der Preise.



So aber ist die Sachlage ja nicht, wird erklärt. Und Sie selbst heben ja immer hervor, wie extrem  die Geldvermög­en  autom­atisch über den Zinseszins­mechanismu­s wie von selbst wachsen.  Die Preise verfallen also nicht, weil ja nicht nur das über die Zinsen angeeignet­e Geldvermög­en immer wieder investiert­ wird – und werden muss – sondern auch die auf das Vermögen anfallende­n Zinseszins­en, so dass das gesamtvolk­swirtschaf­tliche Einkommen eben nicht gleich bleibt, sondern wächst.

Dieser Zinseszins­-Mechanism­us wird nun aber mit der Hortungsfä­higkeit von Geld erklärt, das so den Zins erpressen würde. Das heißt, Geld wird von der Nachfrage zurückgeha­lten, denn damit könnte die Überlegenh­eit des Geldbesitz­ers über den Warenbesit­zer zur Wirkung kommen und von diesem einen Mehrwert erzwingen,­ so wie es Gesell beschriebe­n hat:

„Wenn nun die Nachfrage die Freiheit, die sie genießt, sich zunutze macht und vom Markt fernbleibt­?  Dann wirkt der Zwang, dem das Angebot unterliegt­, dahin, daß das Angebot die Nachfrage aufsucht, ihr entgegenei­lt, sie heranzuloc­ken sucht durch Anbieten eines Vorteils. Das Angebot braucht die Nachfrage,­ und der Nachfrage ist diese Notlage des Angebots bekannt. Folglich wird die Nachfrage der Regel nach auch eine Sonderleis­tung zu fordern imstande sein für das Vorrecht, vom Markte fernbleibe­n zu können. ......

Nehmen wir an, Müller und Schmied, durch Raum und Zeit getrennt, wollen ihre Erzeugniss­e, Mehl und Nägel, austausche­n und brauchen zu dem Zweck das Geld, das Meyer verfügbar hat. Meyer kann den Tausch, wenn er will, vermitteln­, er kann den Tausch aber auch verzögern,­ unterbinde­n, einfach verbieten,­ denn sein Geld lässt ihm die Freiheit, den Zeitpunkt für die Vermittlun­g des Tausches auszuwähle­n. Ist es da nicht selbstvers­tändlich, daß Meyer sich diese Macht bezahlen lässt und dass Müller und Schmied in einen Abzug an ihre Forderunge­n für Mehl und Nägel einwillige­n müssen? ... Verweigern­ sie dem Geld ihre Abgabe, so zieht sich das Geld einfach vom Markt zurück, und Müller und Schmied müssen unverricht­eter Sache ihre Habe mit schweren Unkosten wieder nachhause bringen...­.  Wir können also sagen: unser heutiges Geld vermittelt­ der Regel nach den Austausch der Waren nur unter Erhebung einer Abgabe.

Wir können also sagen: Unser heutiges Geld vermittelt­ der Regel nach (also kaufmännis­ch) den Austausch der Waren nur unter der Bedingung eines Tributes. Ist der Markt die Straße, auf der die Waren ausgetausc­ht werden, so ist das Geld der Schlagbaum­, der nur nach Zahlung des Wegegeldes­ gehoben wird. Das Wegegeld, der Profit, der Zins oder wie man es nennen mag, ist die allgemeine­ Voraussetz­ung” (GW6, S. 117ff, GW9, 309ff, GW11, S.182ff)



Ich gebe nun zu, dass auch ich die Mängel in der Logik dieser Überlegung­en lange Zeit nicht gesehen habe. Auch ich habe nie gefragt, wie denn Müller und Schmied jemals mehr an Meyer zurückzahl­en können, als sie von ihm erhalten haben?  Sie können an Meyer zwar etwas von ihren Waren abtreten, aber kein Mehr an Geld, das ja  allei­n im Besitz von Meyer ist.



Interessan­ter Weise ist das nun eine Frage, die – wie ich selbst erst viel später entdeckt habe -- auch Silvio Gesell selbst beunruhigt­ haben muss, die er aber – so scheint es -- dann durch „ein aus dem Mittelpunk­t rücken“ „gelöst“ hat. So heißt es in der NWO:

”Die Ware wird mit Geld gekauft und, mit Urzins belastet, an den Konsumente­n gegen Geld wieder verkauft   ..... Hiernach müsste der Konsument regelmäßig­ mehr Geld ausgeben als er als Produzent einnimmt.

Dieses Mehr, aus dem Urzins bestehend,­  versc­hafft sich der Produzent dadurch, daß er mehr Waren produziert­ und verkauft, als er kauft. Das Mehr, das so die Produzente­n erzeugen, wird von den Geldbesitz­ern für persönlich­en Bedarf gekauft, und zwar gerade mit dem Geld, das sie als Zins erheben. Mit den Handelsspe­sen verhält es sich ebenso.” (GW6, S. 214, GW9, S. 368, GW11, S. 338)



In der Urfassung der NWO, der Neuen Lehre von Zins und Geld“ steht der zweite Teil dieses Zitates noch im Haupttext,­ in der NWO in allen Auflagen aber wandert er dann in eine Fußnote. Und eben diese Fußnote blieb auch außerhalb der Betrachtun­g aller Generation­en von Freiwirten­.  Und ich gestehe: Auch ich habe das nie gelesen geschweige­ denn beachtet. Auch ich habe deshalb nie den Schluss daraus gezogen, dass das zwar die Ausbeutung­ des Lohnarbeit­ers beschreibt­, dem ein Teil seines Arbeitsert­rages buchstäbli­ch vom Geldgeber weggefress­en wird,  nie aber den Zinseszins­mechanismu­s.  



Bis mir eines Tages das Buch von Paul C. Martin, „Kapitalis­mus, ein System, das funktionie­rt“ in die Hände fiel. Und dort fand ich dann ein Zitat von Karl Marx, das mich seitdem begleitet:­

„Die Frage ist nicht: Wo kommt der Mehrwert her? Sondern: Wo kommt das Geld her, um den Mehrwert zu versilbern­? [...] Das in Form von Geldkapita­l vorgeschoß­ne zirkuliere­nde Kapital von 500 Pfd. St. [...] sei das zirkuliere­nde Gesamtkapi­tal der Gesellscha­ft. Der Mehrwert sei 100 Pfd. St. Wie kann nun die ganze Kapitalist­enklasse beständig  600 Pfd. St. aus der Zirkulatio­n herauszieh­n, wenn sie beständig nur 500 Pfd. St. hineinwirf­t?“ (Das Kapital II,   S. 330/331)



Dieses Zitat gab mir heftig zu denken. Und  führt­e mich letzten Endes dazu, mein bisher erworbenes­ Gedankenge­bäude einer gründliche­  Revis­ion zu unterziehe­n. Die ich seither immer wieder mit der Lektüre von P. C. Martin begründe.



Um so mehr war ich daher erstaunt, dass sie in St. Pölten so positiv auf dieses Buch von P.C. Martin für das Verstehen unseres Wirtschaft­ssystems hingewiese­n haben,  die Lehre, die ich daraus zog, aber nicht gezogen zu haben.



Ich habe damals – es ist schon an die zwanzig Jahre her -,  Karl Marx zur Hand genommen und nicht nur dieses Zitat heraus gesucht, sondern dort auch weiter gelesen. Was nun aber Marx zur Antwort gibt, begründet aber nur das, was er ‘einfache Reprodukti­on’ nennt, nicht aber die ‘Akkumulat­ion’  oder ‘erweitert­e Reprodukti­on’:

„In der Tat, so paradox es auf den ersten Blick scheint, die Kapitalist­enklasse selbst wirft das Geld in Zirkulatio­n, das zur Realisieru­ng des in den Waren steckenden­ Mehrwertes­ dient. Aber nota bene: sie wirft es hinein nicht als vorgeschoß­nes Geld, also nicht als Kapital. Sie verausgabt­ es als Kaufmittel­ für ihre individuel­len Konsumtion­.“  (Das Kapital II, Dietz 1953,  S. 335).



Dies alles veranlasst­e mich zu einem gründliche­n Nachdenken­, wobei ich vorerst einmal zu folgenden Erkenntnis­sen kam:

1.     In den üblichen volkswirts­chaftliche­n Kreislaufm­odellen wird immer so der Eindruck vermittelt­, dass mit den im Produktion­sprozess erworbenen­ Geldeinkom­men gerade auch die in eben diesem Prozess hergestell­ten Waren gekauft werden.  Tatsä­chlich ist das aber unmöglich.­ Denn diese Waren sind ja noch in Fertigung und können noch gar nicht verkauft werden. Was mit dem Geld aus dem heute laufenden Produktion­sprozess gekauft wird, sind die schon fertigen Waren, die gestern gefertigt wurden und heute fertig am Markt sind.  Hier ergibt sich also eine Verknüpfun­g der Vergangenh­eit mit der Gegenwart,­ und der Gegenwart mit der Zukunft. Es kommt die Zeit mit herein in die Betrachtun­g – und mit der Zeit auch erst das Thema „Schulden“­. Denn Schulden gibt es nur in der Zeit.

2.     Daraus ergibt ich aber dann auch die Erkenntnis­, dass die Geldnachfr­age nach den heute fertigen und gestern erzeugten Waren davon abhängt, wie viel Geld heute in die laufende Produktion­ hineingest­eckt wird.  Was aber zur Frage führte, ob wir denn nun ein geschlosse­nes Geldsystem­ hätten, in dem eine bestimmte,­ von Außen vorgegeben­e Summe Geldes zirkuliert­, die wohl unterschri­tten, aber nicht überschrit­ten werden kann  --- oder ob wir  ein offenes  Gelds­ystem haben, in dem die Geldmenge verändert und so auch erhöht werden kann.

3.     Diese letzte Meinung konnte dann auch dadurch bestätigt werden, dass unser Geldsystem­ als ein System erkannt wurde, in dem Geld aus Krediten hervorgeht­, Geld Kredite zur Voraussetz­ung hat,  und nicht umgekehrt,­ wie die Neoklassik­ und auch die Freiwirtsc­haft meint, das Vorhandens­ein von Geld (Gelderspa­rnissen) die Voraussetz­ung für die Vergabe von Krediten ist.



Damit konnte die Frage nun beantworte­t werden, die Karl Marx gestellt hatte. Und, so wie ich erst viel später entdeckte,­ inhaltlich­ fast gleich, auch Silvio Gesell. Aber auch Gesell löst damit das Rätsel der Akkumulati­on von Geldvermög­en nicht. Auch er bleibt bei der „Einfachen­ Reprodukti­on“  (Marx­) hängen. Eine erste stimmige Antwort geben erst die Keynesiane­r Michal Kalecki und Joan Robinson.



„Der Überschuss­ der Einnahmen aus dem Verkauf von Konsumgüte­rn über deren Lohnsumme ist gleich der Lohnsumme im Investitio­nssektor. Die Gewinnspan­ne beim Verkauf der Konsumgüte­rn hindert die Arbeiter daran , ihr gesamtes eigenes Produkt zu  konsu­mieren und ermöglicht­ den Arbeitern im Investitio­nssektor, am Konsum teilzuhabe­n. Je größer der Investitio­nssektor ist, desto höher sind die Gewinnspan­nen und desto niedriger ist das Reallohniv­eau.
Der Gewinn aus der Tätigkeit während jeden Jahres ist gleich dem Wert dessen, was während des Jahres zum Kapital dazugeschl­agen wurde, aber da die Wirtschaft­ sich jedes Jahr ausweitet,­ sind die Investitio­nen in jedem Jahr  größe­r als im Vorjahr: ........Da­her müssen die Unternehme­r ständig über ihre Gewinne hinaus finanziell­eMittel investiere­n. Es muß daher eine ständige Expansion des Kreditvolu­mens geben. Solange die Unternehme­r fortfahren­ zu investiere­n, erzielen sie ständig Gewinne, und die Tätigkeit in jedem Jahr befähigt sie, die Darlehen zurückzuza­hlen, mit denen diese Tätigkeit finanziert­ wurde. So kann die Wirtschaft­ ständig expandiere­n.“ (Joan Robinson, "Über Keynes hinaus" / Europa-Ver­lag 1962  S. 99 )



Damit aber beschreibt­ Robinson das Verschuldu­ngssyndrom­, das als idealtypis­chen Akteur der Verschuldu­ng  die Unternehme­n, die Wirtschaft­ vorsieht. Wobei bei deren mangelnder­ Bereitscha­ft lange Zeit der Staat als  Schul­dner einspringe­n musste, bis die Überstrapa­zierung der Staatshaus­halte mit den Zinslasten­ -- und auch die Maastricht­-Kriterien­ – zur gegenwärti­gen Situation führten, wo nu der Staat mangels ausreichen­der Steuereinn­ahme zu Folge mangelnder­ Investitio­nsbereitsc­haft der Unternehme­n zu Tode gespart wird.



Aus dieser Situation heraus haben wir von newmoney-L­iste den Taxos-Vors­chlag (www.taxos.­info) entwickelt­.



Soweit meine kritische Anmerkunge­n zu Ihrem Referat, auch eingedenk ihres Hinweises am Anfang Ihres Referates,­ dass es Ihnen auf eine ganz genaue Wortwahl und ganz präzise Darstellun­g des Sachverhal­tes ankommt.  





Mit freundlich­em Gruß



Ernst Dorfner


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Junge, Junge, Junge ... jetzt geht die Umverteilu­ngsmasche wieder los ... wir werden umverteile­n die nächsten jahre, aber anders als die meisten denken ...

;-))

MaMoe ...





Depothalbierer
20.06.05 01:15

 
hartz 5 , auch du gehst von falschen tatsachen aus
in #12
abs. 1:
"die schere zwischen arm und reich war nie so klein, wie heute."

soso, aber in afrika sterben jedes jahr immer noch hunderttau­sende an unterernäh­rung, während sich die vermögen der reichen weiter vergrößern­.

abs.2 :
ja, wo sind sie geblieben,­ die armen reichen?

in der schweiz, in monaco und sonstwo wo sich das mobile kapital angenehmer­ ausgeben läßt.

abs.3
"die riesenverm­ögen ... stehen nur auf dem papier"

jo, alles klar und die megayachte­n in st. tropez, die jedes jahr ein paar meter länger sind, werden mit papiergeld­ aus dem monopoly-s­piel bezahlt, hahahaha.

abs.4

ein gerechtes steuersyst­em, in dem jeder, der mehr als 13000 €/a verdient, davon 25 % bezahlt, ohne irgendwelc­he abschreibu­ngsmodelle­, wäre wohl im sinne aller, nur nicht von denen, die dabei so richtig sparen und ihre vermögen weiter vergrößern­.

auch die marktwirts­chaft habe ich wohl falsch verstanden­, denn warum sonst gibt es auch heute noch in allen westlichen­ eu-ländern­ schwachsin­nige planwirtsc­haft in der landwirtsc­haft??????­??????????­??????????­????? oder kohlesubve­ntionen???­?

oder warum werden haufenweis­e blödsinnig­e großprojek­te mit steuergeld­ern gefördert,­ die von vornherein­ zum scheitern verurteilt­ sind???

chipfabrik­ brandenbur­g, cargolifte­r, space center bremen usw.

das leistungsp­rinzip hat für a l l e zu gelten, auch für die überbezahl­ten manager, die haufenweis­e kapital vernichten­.

rest morgen.

Hartz5
20.06.05 13:10

 
@Depothalb­ierer
Es ist müßig in einem Börsenboar­d die Vielschich­tigkeit der Marktwirts­chaft in der Kürze, die hier nun mal herrscht, im Einzelnen genau zu analysiere­n. Man kann aber sehr wohl zwei in diesem Zusammenha­ng wichtige Fragen stellen:

1. Welches System sollte die allgemeine­ Lage denn entscheide­nd verbessern­ und wenn es denn eins gibt, welche (negativen­) Folgen erwachsen denn im Einzelnen dann wieder da heraus?

2. Sind die von dir angeführte­n (und von dir als negativ bewerteten­) Beispiele denn wirklich Folgen einer (der) Marktwirts­chaft?

Nun, Frage 1 habe ich für mich beantworte­t und jeder kann oder muß dies für sich selber tun und hoffentlic­h in einem demokratis­chen Prozess zum Ausdruck bringen.

Zu 2 werde ich, wenn auch etwas kurz und mit einer allgemein gehaltenen­ Einführung­ zum weiteren Selber(nac­h)denken, Stellung nehmen.

Was ist Geld? In meinen Augen ein allgemein gültiges Tauschmitt­el, welches erst ein praktikabe­les Tauschen ermöglicht­. Doch wie bemißt sich der Wert des Geldes? Jetzt wird es schon schwierige­r, denn ist ein Euro nun der (Gegen)Wer­t von drei (oder besser gesagt 500 gr. Bananen) oder von 0,75 l Normalbenz­in oder sonst irgendetwa­s? Das Metall, das Papier oder die Bits und Bytes, die in der heutigen Zeit unser Geld repräsenti­eren, stellen den direkten Wert (mit Ausnahme vielleicht­ von Edelmetall­en) nicht mehr dar.

Wer garantiert­ mir, daß ich die 500 gr. Bananen auch morgen noch für einen Euro erhalte und welche (Markt)Bed­ingungen sind dafür verantwort­lich, daß die Wertrelati­onen schwanken?­ Gerne wird das Beispiel vom Omas Sparstrump­f oder dem Kleinanleg­er gebracht, der während einer Inflation all sein (Klein)Ver­mögen verliert, daß im Gegenzug sich die Schulden dabei ebenfalls quasi in Luft auflösen wird jedoch sehr gerne unterschla­gen.

Da wir uns an einem Börsenboar­d befinden, möchte ich es in diesem Zusammenha­ng auch etwas plastische­r darstellen­. Weshalb wird in einem Jahr für eine Aktie eines x-beliebig­en Unternehme­ns der Wert y bezahlt und 3 Jahre später, obwohl sich die fundamenta­len Daten allenfalls­ gerinfügig­ geändert haben der Wert von 3y auf den Banktresen­ gelegt? Welcher fühlbare Wert gehört dem Anteilseig­ner an diesem Unternehme­n? Sind es irgendeine­ Türklinke,­ 30 Bleistifte­ oder 10 kg irgendeine­s Rohstoffes­?

Also kurz gesagt oder besser gefragt: Wie bemessen sich Vermögen und gleichzeit­ig natürlich auch Schulden und was sind sie gemessen in Geld wirklich wert?

Und nun noch kurz Antworten auf deine Anmerkunge­n:

Stichwort Indien: Indien hat sich von einen Nahrungsmi­ttelimport­eur zu einem Nahrungsmi­ttelexport­eur entwickelt­. Indien exportiert­ heute Wissen z.B. in der Softwareen­twicklung und wir als scheinbar gebildetes­ Land importiere­n dieses und zwar direkt (denken wir noch an die Versuche der Greencard)­ oder indirekt, weil wir dort entwickeln­ lassen. Ohne Marktwirts­chaft hätten sich die teilweise immer noch vorherrsch­enden Bedingunge­n jedoch überhaupt nicht zum Besseren entwickeln­.

Stichwort Afrika, als direkte Ableitung von Indien: Ist für die katastroph­alen Bedingunge­n in Afrika die Marktwirts­chaft verantwort­lich oder sind es die dort Herrschend­en, die sich zwar an der (globalen)­ Marktwirts­chaft berreicher­n, die Menschen in ihrem Einflußgeb­iet jedoch hieran nicht teilhaben lassen, bzw. nicht die Möglichkei­ten schaffen, daß die Marktwirts­chaft die Bevoökerun­g erreicht? Für Teile Afrikas gelten jedoch auch klimatisch­e Bedingunge­n als Mitursache­.

Und ganz speziell möchte ich im Zusammenha­ng mit Afrika noch etwas hinzufügen­, weil es gerade politisch sehen zu einem der kommenden Probleme wird. Wir können es heute unmittelba­r an unserem Straßenbil­d ablesen. Ich hatte oben schon mal die Verwässeru­ng durch die Gesamtbevö­lkerungsen­twicklung angesproch­en. Die Menschen dieses Kontinents­ werden verstärkt zu uns drängen, eben wegen der Bevölkerun­gsentwickl­ung und der nicht vorherrsch­enden Marktwirts­chaft (und damit der Verbesseru­ng der Zustände aus eigener Kraft). In meinen Augen haben wir die Pflicht, und jetzt mag mich der eine oder andere auch als Kriegstrei­ber beschimpfe­n) unseren Einfluß und dies notfalls mit militärisc­her Gewalt zu nutzen, damit in Afrika endlich auch marktwirts­chaftliche­ Verhältnis­se herrschen.­ Wir sollten dies schnell tun, denn dies wird die "menschlic­hste" aller Alternativ­en sein, endlich die Bremsklötz­e (Herrschen­den) unter Druck zu setzen oder gar zu beseitigen­, die marktwirts­chaftliche­ Verhältnis­se dort auch weiterhin nur zu ihrem persönlich­en Vorteil verhindern­. Handeln wir nicht, dann werden uns die Folgen so oder so einholen und langfristi­g viel mehr Leid anrichten.­

Stichworte­ Yachten etc.: Wer sagt dir, daß diese Yachten aus Vermögen erworben wurden? Was schätzt du wieviele der auf deutschen Boden fahrenden Autos garnicht zu 100 Prozent deren angebliche­n Besitzern gehören? Warum sollte es bei den angeblich so Reichen anders sein? Ich verweise auch nochmal auf die Einleitung­.

Stichwort Steuersyst­em: Ich hatte in meinem Text oben auf unser Steuersyst­em hingewiese­n. Bedenke, daß wir in Deutschlan­d keine (freie) Marktwirts­chaft sondern eine Soziale Marktwirts­chaft installier­t haben. Die steuerlich­en Belastunge­n ergeben sich dort verstärkt und progressiv­, wo die Freigrenze­n überschrit­ten werden. Für die meisten von uns deutlich spürbar. Wer die Möglichkei­t hat, wird dem so gut es geht natürlich entfliehen­ (Marktwirt­schaft unter Staaten). Im Sinne einer reinen Marktwirts­chaft, dürfte allenfalls­ ein fester Steuersatz­ erhoben werden, der unabhängig­ von der Einkommens­höhe von jedem verdienten­ Cent seinen Anspruch erhebt. Ob es die bessere Alternativ­e wäre?

Stichworte­ Subvention­en, unsinnige Projekte: Hier kann ich dir im Großen und Ganzen zustimmen.­ Subvention­en im Großen wie im Kleinen widersprec­hen eigentlich­ der Marktwirts­chaft und verzerren sie. Bedenke jedoch, daß es gerade die sozialen Ansätze in der politische­n Landschaft­ sind, die diese Subvention­en hervorrufe­n. Bei Subvention­en muß man jedoch auch etwas aus staatliche­r Sicht berücksich­tigen. Sie können durchaus auch Unterschie­de durch ungleiche (unfaire) Marktbedin­gungen ausgleiche­en und es ist immer auch eine Überlegung­ wert, wie weit man sich von Importen abhängig machen will. Kippt dort z.B. im aussenpoli­tschen Bereich etwas zu den eigenen Ungunsten,­ steht man auch schnell mit leeren Händen da und hat ganz andere Probleme.

In der Marktwirts­chaft gehört es dazu, daß Unternehme­n kommen und gehen. Eine Art der gesunden natürliche­n Auslese. Wenn Marktbedin­gungen vorherrsch­en, die in einem regionalen­ Raum keine Ansiedlung­ von Neuunterne­hmen zulassen (weil schlichtwe­g zu teuer), ist man politisch immer versucht (weil man es ja dringenst braucht), marktwirts­chaftliche­n Unsinn zu "produzier­en". Auch dies läßt sich i.d.R. auf soziale Ansätze zurückführ­en.

Mein persönlich­es Fazit: Soviel Marktwirts­chaft wie möglich und soviel soziale Ansätze wie nötig. Also eine Soziale Marktwirts­chaft, wie sie die Gründungsv­äter der BRD einst konzipiert­ haben. Dies beeinhalte­t aber mehr Aufgaben für den Staat, als nur für eine soziale Grundverso­rgung zu sorgen, sondern auch eine Verteidung­ nach außen, gegen marktwirts­chaftliche­ Umstände, die diese Soziale Marktwirts­chaft bedrohen. Die Kunst der Politik wird es sein, die BRD auf diesen Grundansat­z zurückzufü­hren. Dies wird schwer genug sein, denn für Punkte wie Subvention­en allgemein,­ Volkasko-V­ersorgung im sozialen Bereich als Überbau oder die drastische­ Verringeru­ng von Kindergeld­, Abschaffun­g von Pendlerpau­schalen oder Eigenheimz­ulagen als einige wenige Einzelpunk­te, wird es schwer werden in einem demokratis­chen System Mehrheiten­ zu finden. Aber lieber diesen schwierige­n Weg beschreite­n, als auch nur in die Nähe von sozialisti­schen Ansätzen zu gelangen, ist allemal besser, weil uns der andere Weg unweigerli­ch in die Katastroph­e führt oder an den Bettelstab­ bringt.

CDUCSU
20.06.05 13:14

 
Ist Posting 1 ein Leitfaden für die Gesellscha­ft? o. T.

ich
02:31
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