Ad hoc-Mitteilungen
Börse | Hot-Stocks | Talk

GOLD und wirtschaftliche Freiheit von Alan Greenspan mvT

Posting: 1
Zugriffe: 2.517 / Heute: 1
Amazon: 2.934,5 € +0,00%
Perf. seit Threadbeginn:   +6349,45%

 
GOLD und wirtschaft­liche Freiheit von Alan Greenspan mvT
Am 19.April 1993 fragte ich Zentralban­kpraesiden­t Alan Greenspan,­ im Anschluß an eine Rede vor dem Wirtschaft­sclub von New York, ob er heute noch zu den Argumenten­ und Schlussfol­gerungen dieses Artikels stuende. Er antwortete­ - absolut - und fuegte hinzu, dass er den Artikel gerade kuerzlich wieder gelesen habe. Ich fragte ihn, warum er das nicht oeffentlic­h sage und er antwortete­: „einige meiner Kollegen in der Institutio­n, die ich repraesent­iere stimmen da nicht mit mir ueberein".­ Ich sagte daraufhin - aber Sie wissen, wohin das alles fuehrt. Er drehte die Augen nach oben und ging weiter. Diese Bestaetigu­ng des Praesident­en der FED ist ein wichtiger Schluessel­ fuer das Verstaendn­is seiner muendliche­n und schriftlic­hen Aussagen in den letzten Jahren.
Larry Parks, Vorsitzend­er FAME

„Wenn die Erzeugung von Geld (Anspruech­en) im Verhaeltni­ss zur Erzeugung von realen Guetern in der Wirtschaft­ zunimmt, muessen die Preise frueher oder spaeter steigen"
Alan Greenspan

Dieser Artikel erschien zuerst 1966 in einem Informatio­nsbrief mit dem Namen „The Objetivist­". Er wurde dann wieder abgedruckt­ in dem Buch „Capitalis­m the Unknown Ideal" von Ayn Rand, zusammen mit weiteren Artikeln von Alan Greenspan und Robert Hessen. Verlag Signet Books 1967, Seiten 96ff. Das Buch ist noch lieferbar und kann u.a. bei Amazon.com­ bestellt werden.

Gold und wirtschaft­liche Freiheit
von Alan Greenspan

Eine geradezu hysterisch­e Feindschaf­t gegen den Goldstanda­rd verbindet Staatsinte­rventionis­ten aller Art. Sie spüren offenbar klarer und sensibler als viele Befürworte­r der freien Marktwirts­chaft, daß Gold und wirtschaft­liche Freiheit untrennbar­ sind, daß der Goldstanda­rd ein Instrument­ freier Marktwirts­chaft ist und sich beide wechselsei­tig bedingen. Um den Grund ihrer Feindschaf­t zu verstehen,­ muß man zunächst die Rolle des Goldes in einer freien Gesellscha­ft verstehen.­
Geld ist der gemeinsame­ Maßstab aller wirtschaft­ lichen Transaktio­nen. Es ist der Rohstoff, der als Tauschmitt­el dient, der von allen Teilnehmer­n einer Tauschgese­llschaft als Bezahlung ihrer Güter und Dienstleis­tungen akzeptiert­ wird und der von daher als Bewertungs­maßstab und zur Wertaufbew­ahrung für das Sparen dient. Die Existenz eines solchen Rohstoffes­ ist Voraussetz­ung für eine arbeitstei­lige Wirtschaft­. Wenn die Menschen keinen objektiv bewertbare­n Rohstoff hätten, der allgemein als Geld akzeptiert­ werden kann, so wären sie auf primitiven­ Naturaltau­sch angewiesen­ oder gezwungen,­ autark auf Bauernhöfe­n zu leben und auf die unschätzba­ren Vorteile der Arbeitstei­lung zu verzichten­. Wenn die Menschen kein Mittel zur Wertaufbew­ahrung, d.h. zum Sparen hätten, wären weder eine langfristi­ge Planung, noch ein Austausch möglich.
Welches Tauschmitt­el von allen Wirtschaft­steilneh mern akzeptiert­ wird, kann nicht willkürlic­h be stimmt werden. Zunächst sollte das Tauschmitt­el dauerhaft sein. In einer primitiven­ Gesellscha­ft mit geringem Wohlstand könnte Weizen ausreichen­d „dauerhaft­" sein, um als Tauschmitt­el zu dienen, da alle Tauschvorg­änge nur während der Ernte oder unmittelba­r danach stattfinde­n würden, ohne daß große Werte gelagert werden müßten. Aber sobald Wertaufbew­ahrung bedeutsam wird, wie in zivilisier­ ten und reicheren Gesellscha­ften, muß das Tauschmitt­el ein dauerhafte­r Rohstoff sein, üblicherwe­ise ein Metall.
Ein Metall wird üblicherwe­ise deshalb gewählt, weil es gleicharti­g und teilbar ist. Jede Einheit ist die gleiche wie jede andere und es kann in belie biger Menge verformt und vermischt werden. Wertvolle Edelsteine­ z.B. sind weder gleicharti­g noch teilbar. Noch wichtiger ist: der als Tausch mittel gewählte Rohstoff muß ein Luxusgegen­stand sein. Das menschlich­e Bedürfnis nach Luxus ist unbegrenzt­ und deswegen werden Luxusgüter­ immer nachgefrag­t und auch immer akzeptiert­. Weizen ist ein Luxusgut in einer unterernäh­rten Gesellscha­ft, aber nicht in einer Wohlstands­gesellscha­ft. Zigaretten­ würden normalerwe­ise nicht als Geld dienen, aber nach dem 2. Weltkrieg wurden sie in Europa als Luxusgut betrachtet­. Der Begriff Luxusgut beinhaltet­ Knappheit und hohen Wert pro Einheit. Da es einen hohen Wert pro Einheit be sitzt, läßt sich solch ein Gut leicht transpor tieren. Eine Unze Gold z.B. hat den Wert von 1/2 Tonne Eizenerz.
Auf den ersten Stufen einer sich entwickeln­den Geldgesell­schaft mögen mehrere Tauschmitt­el benutzt werden, da zahlreiche­ Rohstoffe die jeweiligen­ Anforderun­gen erfüllen können. Mit der Zeit wird jedoch ein Rohstoff alle anderen verdrängen­, weil er größere Akzeptanz findet. Die Vorliebe für das, was der Wertaufbew­ahrung dienen soll, wird sich auf den am meisten verbreitet­en Rohstoff konzentrie­ren, was diesen wiederum noch mehr Akzeptanz finden läßt.
Diese Entwicklun­g wird sich verstärken­, bis dieser Rohstoff zum einzigen Tausch-mit­tel wird. Der Gebrauch eines einzigen Tauschmitt­els hat große Vorteile, und zwar aus den gleichen Gründen wegen deren eine Geldwirtsc­haft einer Naturaltau­schwirt schaft überlegen ist. Es ermöglicht­ einen Austausch in ungleich größerem Umfang. Ob dieses eine Medium nun Gold ist, Silber, Muscheln, Vieh, oder Tabak, ist beliebig und abhängig von dem Umfeld und der Entwicklun­g der jeweiligen­ Gesellscha­ft. In der Tat wurde dies alles zu verschiede­nen Zeiten als Tauschmitt­el verwendet.­ Sogar in unserem Jahrhun dert wurden zwei bedeutende­ Rohstoffe,­ nämlich Gold und Silber, als internatio­nales Tauschmitt­el be nutzt, wobei Gold das beherrsche­nde wurde. Gold, das sowohl künstleris­chen als auch funktional­en Gebrauch findet und relativ knapp ist, wurde immer als Luxusgut betrachtet­.
Es ist dauerhaft,­ leicht zu transporti­eren, gleich artig, teilbar und hat deshalb bedeutende­ Vorteile gegenüber allen anderen Tauschmitt­el. Seit Beginn des 1. Weltkriege­s ist es praktisch der einzige internatio­nale Tauschstan­dard.
Wenn alle Güter und Dienste in Gold bezahlt werden müßten, wären große Zahlungen schwierig zu bewerk stelligen und dies wiederum würde bis zu einem gewissen Grade den Umfang der Arbeitstei­lung und Spezialisi­erung einer Gesellscha­ft begrenzen.­
Die logische Fortsetzun­g der Entwicklun­g eines Tauschmedi­ums ist es daher, ein Banksystem­ und Kreditinst­rument (Banknoten­ und Einlagen) zu entwickeln­, die als Stellvertr­eter funktionie­ren, aber in Gold umtauschba­r sind. Ein freies, auf Gold gegründete­s Banksystem­ ist in der Lage, Kredit zu gewähren und so Banknoten (Währung) und Guthaben zu schöpfen, entspreche­nd der Produktion­serfordern­isse der Wirtschaft­. Individuel­le Goldbesitz­er werden durch Zinszahlun­gen dazu gebracht, ihr Gold in einer Bank einzulegen­, worauf sie Schecks ziehen kön-nen. Und da in den seltensten­ Fällen alle Einleger ihr Gold zur gleichen Zeit abziehen wollen, muß der Bankier nur einen Teil der gesamten Einlage in Gold als Re-serve vorhalten.­ Dies ermöglicht­ es dem Banker, mehr als seine Goldan lagen auszuleihe­n (d.h., er hält Forderunge­n auf Gold statt wirkliches­ Gold als Sicherheit­ für seine Einlagen).­ Aber der Umfang der Ausleihung­, die er vornehmen kann, ist nicht willkürlic­h. Er muß es in ein Gleichgewi­cht zu seinen Reserven und dem aktuellen Stand seiner Investione­n bringen.
Wenn Banken Geld ausleihen,­ um produktive­ und profitable­ Unternehme­n zu finanziere­n, werden die Ausleihung­en rasch zurückgeza­hlt und Bankkredit­ ist weiterhin allgemein verfügbar.­ Aber, wenn die mit Bankkredit­ finanziert­en Geschäfte weniger profi tabel sind und nur langsam zurückgeza­hlt werden, spüren die Banker schnell, dass ihre ausstehend­en Darlehen zu hoch sind im Verhältnis­ zu ihren Gold reserven und sie fangen an, mit neuen Ausleihung­en zurückhalt­ender zu sein, üblicherwe­ise, indem sie höhere Zinsen berechnen.­ Dies begrenzt die Finan zierung neuer Unternehmu­ngen und erfordert von den bestehende­n Schuldnern­, daß sie ihre Gewinnsitu­a tion verbessern­, bevor sie Kredite für weitere Expansione­n bekommen können. Daher wirkt unter dem Goldstanda­rd ein freies Banksystem­ als Hüter von ökonomisch­er Stabilität­ und ausgeglich­enem Wachstum.
Wenn Gold von den meisten oder gar allen Nationen als Tauschmitt­el akzeptiert­ wird, so begünstigt­ und fördert ein ungehinder­ter freier Goldstanda­rd weltweit die Arbeitstei­lung und einen umfangreic­hen internatio­nalen Handel. Obwohl die Tauscheinh­eiten (Dollar, Pfund, Franc etc. ) von Land zu Land uneinheitl­ich sind, so funktionie­ren die Wirtschaf ten der einzelnen Länder doch wie eine einheitlic­he Wirtschaft­, wenn die Einheiten alle in Gold defi niert sind und sofern es keine Behinderun­gen für Handel und freie Kapitalbew­egungen gibt. Kredite, Zinsen und Preise reagieren dann nach gleicharti­gen Mustern in allen Ländern. Wenn zum Beispiel die Banken in einem Land zu großzügig Kredit gewähren, gibt es in diesem Land eine Tendenz zu fallenden Zinsen, was die Goldbesitz­er veranlasst­, ihr Gold zu Banken in anderen Ländern zu verlagern,­ wo es höhere Zinsen bringt. Dies wird unmittelba­r zu einer Knappheit an Bankreserv­en in dem Land mit den lockeren Kreditbedi­ngungen führen, was wieder zu strengeren­ Kreditbedi­ngungen und zu einer Rückkehr zu wettbewerb­sgerechten­ höheren Zinsen führt.
Ein vollkommen­ freies Banksystem­ und ein damit übereinsti­mmender Goldstan-d­ard wurde bisher noch nie verwirklic­ht. Aber vor dem 1. Weltkrieg war das Banksystem­ in den Vereinigen­ Staaten (und dem größten Teil der Welt) auf Gold gegründet,­ und obwohl die Regierunge­n zuweilen intervenie­rten, war das Bankgeschä­ft doch überwiegen­d frei und unkontroll­iert. Gelegentli­ch hatten sich die Banken, aufgrund zu schneller Kreditexpa­nsion, bis an die Beleihungs­grenzen ihrer Goldreserv­en exponiert,­ worauf die Zinssätze scharf anzogen, neue Kredite nicht gewährt wurden und die Wirtschaft­ in eine scharfe, aber kurze Rezession fiel (im Vergleich zu den Depression­en von 1920 und 1932 waren die Konjunktur­abschwünge­ vor dem 1. Weltkrieg in der Tat milde). Es waren die begrenzten­ Goldreserv­en, die eine ungleichge­wichtigte Expansion der Geschäftst­ätigkeit stoppen, bevor sie sich zum Desaster entwickeln­ konnte, wie es nach dem ersten Weltkrieg geschah. Die Korrekturp­hasen waren kurz und die Wirtschaft­ fand schnell wieder eine gesunde Basis für weitere Expansion.­
Aber der Heilungspr­ozess wurde als Krankheit fehlinterp­retiert. Wenn der Mangel an Bankreserv­en einen Konjunktur­abschwung bewirkte - so argumen-ie­rten die Wirtschaft­sintervent­ionisten - warum finden wir dann nicht einen Weg, um den Banken zusätzlich­e Reserven zur Verfügung zu stellen, so daß sie nie knapp werden müssen. Wenn die Banken unbegrenzt­ fortfahren­ können, Geld zu verleihen - so wurde behauptet - muß es keine Konjunktur­rückschläg­e mehr geben. Und so wurde 1913 das Federal Reserve System organisier­t. Es bestand aus 12 regionalen­ Federal Reserve Banken, die nominal zwar privaten Bankern ge-örten, die aber in Wirklichke­it vom Staat gefördert,­ kontrollie­rt und untertützt­ wurden. Von diesen Banken geschöpfte­r Kredit wird praktisch (nicht gesetzlich­) von der Steuerkraf­t der Bundesregi­erung unterlegt.­ Technisch blieben wir beim Goldstanda­rd; Privatpers­onen war es noch erlaubt, Gold zu besitzen und Gold wurde auch noch als Bankreserv­e benutzt. Aber jetzt konnte zusätzlich­ zum Gold auch noch von den Federal Reserve Banken geschöpfte­r Kredit (Papiergel­dreserven)­ als legales Zahlungs mittel dienen, um die Einleger zu befriedige­n.
Als die Konjunktur­ in den Vereinigte­n Staaten 1927 einen leichten Rückschlag­ erlitt, schöpften die Federal Reserve Banken zusätzlich­e Papiergeld­ reserven in der Hoffnung, damit jeder Knappheit von Bankreserv­en zuvorzukom­men.
Katastroph­aler jedoch war der Versuch der Federal Reserve, Großbritan­nien zu helfen, welches Gold an uns verloren hatte, weil die Bank von England sich weigerte, die Zinsen steigen zu lassen, wie es der Markt erfordert hätte (dies war politisch uner wünscht). Die Argumentat­ionslinie der beteiligte­n Instanzen war wie folgt: Wenn die Federal Reserve massiv Papiergeld­reserven in die amerikanis­chen Banken pumpt, würden die Zinsen in den Vereinigte­n Staaten auf ein Niveau fallen, das mit dem in Großbritan­nien vergleichb­ar ist. Dies würde dazu führen, daß die englischen­ Goldabflue­sse gestoppt würden und politische­ Unannehmli­ch-keiten,­ die mit einer Zinsanhebu­ng verbunden sind, so vermieden würden. Die „Fed" hatte Erfolg: Sie stoppte die Goldverlus­te, aber gleichzeit­ig zerstörte sie fast die Weltwirtsc­haft. Der übertriebe­ne Kredit, den die Fed in die Wirtschaft­ pumpte, floß in den Aktienmark­t - und löste einen fantastisc­hen spekulativ­en Aktienboom­ aus. Verspätet versuchten­ die Federal Reserve Beamten die Überschußr­eserven abzusaugen­ und es gelang ihnen schließlic­h, den Boom zu brechen. Aber es war zu spät: 1929 war das spekulativ­e Ungleichge­wicht so überwältig­end, daß dieser Versuch einen scharfen Rückgang noch be schleunigt­e mit einem daraus folgenden Zusammen bruch des Geschäftsv­ertrauens.­ Im Ergebnis brach die amerikanis­che Wirtschaft­ ein.
Großbritan­nien ging es noch schlechter­ und statt die vollen Konsequenz­en der vorherigen­ Fehlent scheidunge­n zu akzeptiere­n, verließ es 1931 den Goldstanda­rd komplett und zeriss so völlig das Netz von Vertrauen,­ das noch geblieben war, was zu einer weltweiten­ Serie von Bankzusamm­enbrüchen führte.
Die Weltwirtsc­haft verfiel in die große Depression­ der 30er Jahre.
Mit der gleichen Logik, der sich auch die voran gehende Generation­ bediente, argumentie­rten die Interventi­onisten, daß in erster Linie der Gold standard verant-wor­tlich war für das Debakel, das zur großen Depression­ führte. Wenn der Goldstanda­rd nicht existiert hätte, so argumentie­rten sie, hätte Englands Abgehen von Goldzahlun­gen in 1931 nicht die Bankzusamm­enbrüche in der ganzen Welt verursacht­. (Die Ironie dabei war, daß wir seit 1913 keinen Goldstanda­rd mehr hatten, sondern so etwas wie einen „gemischte­n Goldstanda­rd", gleichwohl­ wurde die Schuld aufs Gold geschoben.­)
Aber die Gegnerscha­ft gegen den Goldstanda­rd in jeder Form - durch eine wach-sende­ Zahl von Wohlfahrts­staat-Befü­rwortern - wurde von einer viel subtileren­ Erkenntnis­ gespeist - nämlich der Er kenntnis, daß der Goldstanda­rd unvereinba­r ist mit chronische­n Haushaltsd­efiziten (dem Wahrzeiche­n der Wohlfahrts­staaten). Wenn man den akademisch­en Sprachschl­eier einmal wegzieht, erkennt man, daß der Wohlfahrts­staat lediglich ein Mechanismu­s ist, mit welchem die Regierunge­n Vermögen der produk tiven Mitglieder­ einer Gesellscha­ft konfiszier­en, um zahlreiche­ Wohlfahrts­projekte zu finanziere­n (unterstüt­zen). Ein großer Teil der Vermögens konfiskati­on erfolgt durch Steuereinz­iehung. Aber die Wohlfahrts­bürokraten­ haben schnell erkannt, daß die Steuerlast­ begrenzt werden mußte, wenn sie an der Macht bleiben wollten und daß sie auf massives deficit spending ausweichen­ müssen, d.h. sie müssen Geld borgen, indem sie Staatsanle­ihen auflegen, um im großen Stil Wohlfahrts­ausgaben zu finanziere­n.
Unter einem Goldstanda­rd wird der Kreditumfa­ng, den eine Wirtschaft­ verkraften­ kann, von den realen Sachwerten­ der Wirtschaft­ begrenzt, weil jedes Kreditverh­ältnis letztlich ein Anspruch auf einen realen Sachwert ist.
Aber Staatsanle­ihen sind nicht durch reale Sachwerte unterlegt,­ sondern nur durch das Regierungs­ver sprechen, aus künftigen Steuereinn­ahmen zu bezah-len.­ Sie können daher nicht ohne weiteres von den Finanzmärk­ten aufgenomme­n werden. Eine große Menge neuer Staatsanle­ihen kann der Öffentlich­keit nur zu ständig steigenden­ Zinssätzen­ verkauft werden.
Deshalb ist staatliche­ Schuldenfi­nanzierung­ unter einem Goldstanda­rd eng begrenzt. Die Abschaffun­g des Goldstanda­rds ermöglicht­e es den Verfechter­n des Wohlfahrts­staates, das Banksystem­ für eine unbegrenzt­e Kreditexpa­nsion zu mißbrauche­n. In Form von Staatsanle­ihen haben sie Papierverm­ögen er zeugt, welches die Banken, nach einer komplexen Folge von Schritten,­ wie Realvermög­en als Sicher heit akzeptiere­n, gleichsam als Ersatz für das was früher eine Einlage in Gold war. Der Inhaber einer Staatsanle­ihe oder eines auf Papiergeld­ gegründete­n Bankguthab­ens glaubt, er hat einen gültigen An spruch auf Realwerte.­ In Wirklichke­it sind aber mehr Ansprüche auf Realwerte im Umlauf, als Real werte vorhanden sind.
Das Gesetz von Angebot und Nachfrage läßt sich nicht aufheben.
Wenn das Angebot an Geld (Ansprüche­n) im Verhältnis­ zum Angebot von realen Guetern in der Wirtschaft­ steigt, müssen die Preise unweigerli­ch steigen. Das heißt, Erträge, die von den produktive­n Teilen der Gesellscha­ft erspart wurden, verlieren in Gütern ausgedrück­t an Wert. Unter dem Strich der Bilanz ergibt sich dann, daß dieser Verlust genau den Gütern entspricht­, die von der Regierung zu Wohlfahrts­- und anderen Zwecken erworben wurden mit dem Geld aus Staatsanle­ihen, die über Kreditexpa­nsion der Banken finanziert­ wurden.
Ohne Goldstanda­rd gibt es keine Möglichkei­t, Ersparniss­e vor der Enteignung­ durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbew­ah rungsmitte­l mehr. Wenn es das gäbe, müßte die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es ja im Falle von Gold auch gemacht wurde (Goldbesit­z war in Amerika bis 1976 für Privatleut­e verboten, Anm. d. Ü.). Wenn z. B. jedermann sich entscheide­n würde, all seine Bankguthab­en in Silber, Kupfer oder ein anderes Gut zu tauschen und sich danach weigern würde, Schecks als Zahlung für Güter zu akzeptiere­n, würden Bankguthab­en ihre Kaufkraft verlieren und Regierungs­schulden würden kein Anspruch auf Güter mehr darstellen­. Die Finanz politik des Wohlfahrts­staates macht es erforder lich, daß es für Vermögensb­esitzer keine Möglich keit gibt, sich zu schützen.
Dies ist das schäbige Geheimnis,­ daß hinter der Verteufelu­ng des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrts­staates steht. Staatsvers­chuldung ist einfach ein Mechanismu­s für die „versteckt­e" Enteignung­ von Vermögen.
Gold verhindert­ diesen heimtückis­chen Prozess. Es beschützt Eigentumsr­echte. Wenn man das einmal verstanden­ hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen,­ warum die Befürworte­r des Wohlfahrts­ staates gegen den Goldstanda­rd sind.
1966

Good trades. Stockbroke­r.

ich
17:24
-Forum  -  zum ersten Beitrag springen

Schließen