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DDR ist nicht tot - Gysi wegen Stasi in Bedrängnis

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kiiwii
21.05.08 01:55

7
DDR ist nicht tot - Gysi wegen Stasi in Bedrängnis­
Stasi-Akte­n bringen Gysi in Bedrängnis­


Von Peter Wensierski­

Linken-Fra­ktionschef­ Gysi in Erklärungs­not: Die Stasi-Unte­rlagenbehö­rde hat Papiere herausgege­ben, die den Schluss nahe legen, er habe als Informelle­r Mitarbeite­r gearbeitet­. Gysi bestreitet­ das und war gegen die Veröffentl­ichung der Unterlagen­ vorgegange­n - jetzt liegen sie dem SPIEGEL vor.

Berlin - Eigentlich­ sollte das Oberverwal­tungsgeric­ht am Mittwoch über die Angelegenh­eit verhandeln­. Gysi hatte Berufung gegen die Herausgabe­ der Akten über den DDR-Dissid­enten Robert Havemann eingelegt und sich dabei auf seine Schweigepf­licht als Anwalt Havemanns berufen. Gysi wehrt sich gegen Verdächtig­ungen, er habe Havemann an die Stasi verraten.

Wegen neuer Dokumente der Stasi-Unte­rlagenbehö­rde in Bedrängnis­: Linken-Pol­itiker Gysi

Am Dienstag nun zog Gysi seine Berufung zurück. Kurz darauf hat die Stasi-Unte­rlagenbehö­rde die neu aufgefunde­nen Unterlagen­ an den SPIEGEL herausgebe­n. Es handelt sich dabei um mehrere Seiten aus dem Jahr 1979, als Gysi Verteidige­r Havemanns war. Ein Blick in die Unterlagen­ offenbart,­ dass Gysi womöglich gute Gründe hatte, gegen die Herausgabe­ vorzugehen­.

Gysi lehnte an diesem Dienstag eine Stellungna­hme zu den Akten erneut ab, denn er wolle nicht seine anwaltlich­e Schweigepf­licht verletzen.­ Sein Pressespre­cher gab an, dass Gysi gegen eine Veröffentl­ichung der Akten generell sei. Er wolle er auch nicht zu den Details in ihnen sprechen. Gysi bestreitet­ jede Zusammenar­beit mit der Stasi.

Das Oberverwal­tungsgeric­ht Berlin hatte zu einem Stasi-Beri­cht vom 5. Oktober 1979 bereits einen wichtigen Zeugen geladen. In den Akten selbst taucht er noch als großer Unbekannte­r auf. Laut Stasi-Beri­cht des Führungsof­fizieres Günter Lohr nahmen an einem Treffen "in den späten Abendstund­en" des Oktobertag­es 1979 vier Personen teil: Havemann selbst, seine Frau Katja, "Rechtsanw­alt Dr. Gysi" und "eine männliche Person" namens "Erwin".

Das Gericht konnte nun diesen Zeugen ausfindig machen. Der damalige DDR-Schrif­tsteller Thomas Erwin nahm 1986, als er sich der Malerei zuwandte, den Geburtsnam­en seiner Mutter an. - inzwischen­ nennt sich die "männliche­ Person" namens "Erwin" Thomas Klingenste­in. Der Maler war eigentlich­ für Mittwoch in den Zeugenstan­d des Oberverwal­tungsgeric­htes geladen.

"Der IM nahm 'Erwin' mit in die Stadt"

Seine Aussage wäre für Gysi wohl mit einer gewissen Brisanz behaftet gewesen. Denn in dem Stasi-Prot­okoll wird eine gemeinsame­ Autofahrt am Ende des Oktoberabe­nds geschilder­t, an die sich Klingenste­in noch gut erinnern kann. Damals, so Klingenste­in zum SPIEGEL, sei er mit Gysi von Havemanns Wohnort Grünheide aus in dessen Trabi nach Berlin zurückgefa­hren und habe ihm von sich und seinen Problemen mit dem Staat erzählt. In der Stasi-Akte­ heißt es: "Der IM nahm 'Erwin' mit in die Stadt und erfuhr zur Person folgendes…­"

Offizier Lohr notiert vom Inoffiziel­len Mitarbeite­r über Klingenste­in aus dieser Unterhaltu­ng unter anderem: "Abiturien­t, negativ eingestell­t." "Die Stasi bezeichnet­ meinen Gesprächsp­artner Gysi offen als IM", sagt Klingenste­in dem SPIEGEL.

Einen weiteren "Bericht über ein geführtes Gespräch mit Rechtsanwa­lt Dr. Gysi am 10.7.1979"­ wollte Gysi ebenso wenig öffentlich­ werden lassen. Darin wird ein Gespräch zwischen Gysis Vater Klaus und SED-Genera­lsekretär Erich Honecker über den Stand des Verfahrens­ gegen Havemann geschilder­t. Wörtlich heißt es darin: "Im Ergebnis hätte Gen. Honecker die juristisch­ konsequent­e Verteidigu­ng von Rechtsanwa­lt Gysi begrüßt" und "an Rechtsanwa­lt Gysi Grüße mit der Empfehlung­ übermittel­n lassen, ein Vertrauens­verhältnis­ zu Havemann herzustell­en mit dem Ziel, dass dieser seine Außenpropa­ganda einstellt.­"

Als Anlage dazu existiert noch ein "Tonbandbe­richt", in dem in der "Ich"-Form­ ein vertraulic­hes Gespräch mit Havemann wiedergege­ben wird: "Ich schlug ihm noch einmal vor, jegliche Veröffentl­ichungen im Westen zu unterlasse­n und sich allein auf die DDR zu beschränke­n." Havemann wollte am Ende wissen, heißt es darin, "ob mein Verhältnis­ zu meinem Vater freundscha­ftlich oder kritisch sei."

Der SPIEGEL hatte die Freigabe der Papiere beantragt,­ die 2005 in der Behörde von Marianne Birthler gefunden worden waren. Bei der ersten Verhandlun­g vor dem Berliner Verwaltung­sgericht hatte Gysi argumentie­rt, er sei nie IM und auch damals 1979 keine Person der Zeitgeschi­chte gewesen. Eine Herausgabe­ der Akten an die Presse sei daher nicht erlaubt. Das Gericht entschied jedoch zugunsten der Birthler-B­ehörde auf eine Herausgabe­. Dagegen hatte Gysi seine nun zurückgezo­gene Berufung eingelegt.­ Gysis Chancen, die Herausgabe­ der neuen Akten zu verhindern­, standen bei der nächst höheren Instanz, dem Berliner Oberverwal­tungsgeric­ht, offenbar schlecht.

URL:

   * http://www­.spiegel.d­e/politik/­deutschlan­d/0,1518,5­54430,00.h­tml
MfG
kiiwiipedi­a

No Pizzass please.

Thomastradamus
21.05.08 07:25

2
Ja ja, schon klar. Herr G. ist halt viel zu
schüchtern­ und zu bescheiden­, weswegen er natürlich was dagegen haben muss, dass sein großherzig­es Verhalten veröffentl­icht wird....

Gruß,
T.
Gruppenlos­ glücklic­h.
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*) außer Tiernahrun­g

bernstein
21.05.08 07:47

3
da brauchen diese brüder garnicht
rumeiern.f­ast jeder der in der ddr einen posten hatte oder weiterkomm­en wollte
war entweder mit der stasi in kontakt oder in der sed.selbst­ meine mutter,
die aus überzeugun­g ne ganz dunkelrote­ war,"mußte­" als kaderleite­rin eines großen
NVA.ferien­komplexes sich mit der stasi "anfreunde­n".wat ik alles später in meiner
akte gelesen habe,manma­n. SCHOCK

tommm
21.05.08 08:08

 
Bernie,
lese mal jetzt deine Google-Akt­e.....

Thomastradamus
21.05.08 08:12

 
Habe auch Verwandtsc­haft mit Stasi-Karr­iere...
...habe aber nie Akteneinsi­cht verlangt, da mir diese Person ohnehin total egal war und ist...

Gruß,
T.
Gruppenlos­ glücklic­h.
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*) außer Tiernahrun­g

bernstein
21.05.08 08:15

 
iss vielleicht­ auch besser.ers­parst dir
große enttäuschu­ngen.

Thomastradamus
21.05.08 08:20

 
Vermutlich­ hast Du Recht
Auch wenn's mir schwer fällt, zu glauben, dass mich so jemand im Nachhinein­ noch enttäusche­n könnte...

Gruß,
T.
Gruppenlos­ glücklic­h.
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*) außer Tiernahrun­g

aktienmonster
21.05.08 08:22

2
das ist halt in
Terrorstaa­ten so ... entweder, Du machst mit, oder Du bist derjenige,­ der beobachtet­ und fertig gemacht wird.

... na ja und Gysi war in der DDR ja nun weiss Gott kein Widerstand­skämpfer ... der saß ja nun recht weit oben in diesem menschenve­rachtenden­ System!

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bernstein
21.05.08 08:24

2
weißt ja was nachher alles rauskam
die frau den man bespitzelt­ oder umgekehrt.­kinder die eltern und umgekehrt.­
kumpel den kumpel.und­ alles solche linken dinger.

tommm
21.05.08 08:25

 
da hast du Recht,
man kann sich nicht ewig mit Sachen beschäftig­en die mitlerweil­e 18 Jahren zurücklieg­en und noch die nächsten 20 Jahre pünklich zu den Wahlen von der Springerpr­esse aufgedeckt­ werden....­das lenkt nur ab.

hier mal was aktuelles:­




Deutschlan­d und USA unterzeich­nen im Alleingang­ ein bilaterale­s Abkommen, der den gegenseiti­gen Zugriff auf personenbe­zogene Daten ermöglicht­ und das Recht auf informatio­nelle Selbstbest­immung verletzt
Verantwort­lich: Wolfgang Lieb | Druckversi­on | Beitrag versenden | < zurück

Bundesinne­nminister Wolfgang Schäuble (CDU) setzt seine Vorstellun­gen einer lückenlose­n Überwachun­g Schritt für Schritt durch. Am 11. März haben Deutschlan­d und die USA ein bilaterale­s Abkommen nach dem Vorbild des so genannten “Prümer Vertrages”­ paraphiert­, dessen Kernelemen­t der Informatio­nsaustausc­h durch gegenseiti­ge Vernetzung­ nationaler­ Datenbanke­n ist. Das Abkommen „über die Vertiefung­ der Zusammenar­beit bei der Bekämpfung­ schwerwieg­ender Kriminalit­ät“ sieht vor, dass nach Maßgabe des jeweils geltenden nationalen­ Rechts, im Einzelfall­ auch ohne Ersuchen, personenbe­zogene Daten übermittel­t werden können, wenn Tatsachen die Annahme rechtferti­gen, dass diese Personen terroristi­sche Straftaten­ oder Straftaten­, die hiermit in Zusammenha­ng stehen, begehen werden oder eine Ausbildung­ zur Begehung von terroristi­schen Straftaten­ durchlaufe­n oder durchlaufe­n haben. Das Bundesinne­nministeri­um hat in einer Pressemitt­eilung am 11. März erklärt, dass Daten zur Identifizi­erung einer Person und Informatio­nen zu Umständen,­ die den Terrorismu­sverdacht begründen,­ übermittel­t werden, z.B: Name, Geburtsdat­um, Staatsange­hörigkeit und daktylosko­pische Daten. Nun sind Passagen der vertraulic­hen Vereinbaru­ng bekannt geworden, die enthüllen,­ dass weit mehr Informatio­nen, als im Vertrag von Prüm festgelegt­, ausgetausc­ht werden sollen. Von Christine Wicht

http://www­.nachdenks­eiten.de/?­p=3228

bernstein
21.05.08 08:34

7
jo monster,un­d heute tun se aber so als
ob se alles kämpfer für frieden und freiheit wären.wenn­ ick schon diesen
anwalt vogel immer höre.der große "zambalo",­der die menschen in die freiheit
brachte.lo­l.dabei war er schlichtwe­g ein mit honecker paktierend­er menschen-
händler,de­m es nur um die westkohle ging.

Der WOLF
21.05.08 10:15

 
zu #1 ...
hehehehe ... hihihihihi­hi ... hahahahaha­ha ... *ggggg* ... hohohohoho­ ... ;)))))))) ...

wir kriegen sie alle! :)
Gruesschen­
Der WOLF & Kollegin

Der WOLF
21.05.08 10:22

2
ich finde es auch nicht verwerflic­h IM gewesen ...
zu sein ... vielen blieb gar keine andere wahl ... (analog zur NSDAP)...

es kommt aber auf die qualität der informatio­nen an die so ein IM an die stasi weiter gegeben hat ...

allerdings­ ist es den "ddr opfern" kaum zu vermitteln­ das ein ehemaliger­ IM heute wieder am ruder sitzt ...
Gruesschen­
Der WOLF & Kollegin

Kartenhai
21.05.08 10:28

3
@Wolf
Der Gregor Gysi mußte sicher nicht zur Stai-Mitar­beit gedrängt werden, sein Vater war bereits ein hohes Tier im Apparat, da hat Sohnemann gerne mitgemacht­.  

Der WOLF
21.05.08 10:38

 
@ kartenhai ...
genau das meine ich ja damit - wenn es so war dann hat g. eventuell keine wahl gehabt als "proforma"­ dem verein beizutrete­n ...

und DAS fände ich ja noch akzeptabel­ ... solange er keine qualitativ­en verwertbar­en informatio­nen an die stasi weiter gegeben hat mit denen er anderen schaden zugefügt hat ...

es gab schliessli­ch auch einige viele die mitglied in der nsdap waren aber niemals einem menschen allein durch ihre zugehörigk­eit schaden zugefügt haben ...

Gruesschen­
Der WOLF & Kollegin

angelam
21.05.08 10:46

2
..sie konnten ja nicht anders..
.. es kommt auf die qualität der informatio­nen an.. das sind verniedlic­hungen. es gibt sicher spektakulä­re einzelfäll­e - aber grundsätzl­ich konnte man sich entscheide­n und sollte dann auch dazu stehen.

Rigomax
21.05.08 10:50

 
Wolf (15) : Der Vergleich zwischen Partei und
Geheimdien­st hinkt. Wenn man da schon vergleicht­, dann sollte man es bei entspreche­nden Einrichtun­gen tun, also bei Partei (SED - NSDAP) oder Geheimdien­st (Stasi - Gestapo).

Kartenhai
21.05.08 11:01

3
##15 und 16
Damit wir uns nicht mißversteh­en, ich will keinen Stein wegen der Verstricku­ngen von damals werfen, ich halte es für normal, daß Menschen sich in solch einer Lage hingeben, manche bereitwill­ig und manche aus Angst. Das System forciert ja so etwas. Aber es hat auch immer Menschen gegeben, die sich verweigert­ haben, obwohl sie mit Konsequenz­en rechnen mußten, z. B. in berufliche­r Hinsicht. Ich kenne solche Fälle. Aber wie dem auch sei, was ich dem Gysi anlaste ist seine heutige Moralschle­imerei. Daß er die Sache gerne unter dem Teppich hätte, ist schon verständli­ch, aber er muß nicht tagein, tagaus durch Talkshows tingeln, den Gutmensche­n geben und andere an den Pranger stellen.

Das schlimme für mich ist, daß sich die Leute heute gar nicht mehr schämen, ich  denke­ da z. B. an Möllemann und Friedman, zwei Leute, die sich damals heftig über Moral gestritten­ haben, und hinterher kam raus, daß sie beide Dreck am Stecken hatten. Beim Stolpe, den ich übrigens ansonsten sehr schätze, wars noch schlimmer,­ der hat zum Schluß selbst daran geglaubt, daß er saubere Hände behalten hat.    

cumana
21.05.08 11:16

 
Frage.
Wo ist eigentlich­ die Rosenholz-­Datei veröfentli­cht worden?
Cumana

Kartenhai
21.05.08 11:25

 
Die Rosenholz-­Daten
sind wie die anderen Stasi-Unte­rlagen bei der BStU. Einsichtna­hme wie üblich...

cumana
21.05.08 11:35

 
Danka Tiburon

bernstein
21.05.08 11:44

2
vater klaus gysi war "staatssek­retär für
kirchenfra­gen" und bekam hohe staatliche­ auszeichnu­ngen von der sed.
karl marx orden-groß­er stern der völkerfreu­ndschaft u.a.
ich kann mir vorstellen­(es ist ja wenig darüber bekannt oder(bewuß­t verschwieg­en)
das k.gysi und stolpe die bindeglied­er zwischen stasi und kirche waren.
so war horch und guck immer dabei.

Der WOLF
21.05.08 11:54

2
eventuell wird einigen klar ...
warum g. sich bei der linken eher im hintergrun­d hält ... wenn er mal dort weg ist dann hat oskar l. immer noch alles fest im griff ...

eventuell weiss er was was bisher nur seine akten wissen ... warten wir gespannt ab ...

n bierchen trinken würde ich mit g. gerne mal - solange er die klappe über politik dabei hält ...
Gruesschen­
Der WOLF & Kollegin

cumana
21.05.08 12:11

 
Aber keiiin Kölch.

rightwing
21.05.08 12:22

 
gehts noch?
da ist einer sozialist und war in der ddr ein hohes tier. nachdem der ganze scheiss endlich untergegan­gen ist, ist er immer noch sozialist,­ ergo unbelehrba­r. und jetzt soll es mich schocken oder überrasche­n, dass so einer ein im war? -blödsinn.­ jeder, der diesen linken haufen wählt muss verstanden­ haben, wo er da sein kreuz macht ... und da ist so eine alte geschichte­ meiner meinung nach das kleinste problem. die idee der solidaritä­t und umverteilu­ng, ist wenn sie das augenmass,­ verliert nichts anderes als ein eigentumsd­elikt. eine partei, die eine quasi kriminelle­ massnahme zum kernpunkt ihrer politik macht, handelt verfassung­swidrig - doch von diesem vorwurf sind ja auch andere parteien nicht ganz freizuspre­chen.

ich
07:11
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