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KGV 3,6 - Lang&Schwarz ab heute handelbar

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Lang & Schwarz: 18,40 € +1,66%
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Triade
28.09.06 09:38

42
KGV 3,6 - Lang&Schwarz ab heute handelbar
Lang & Schwarz WPK: 645932 könnte der Highflyer in diesem Herbst werden (ähnlich wie damals VEM und Sino)

Es gibt 3.146.000 Aktien.

Gewinn 2005 – 1.933.000 Euro
Gewinn 1. Halbjahr 2006 –2.928.000­ Euro
(wohlgemer­kt nur in den ersten 6 Monaten bereits den Gewinn des gesamten Vorjahres um mehr als 50 % gesteigert­)

Das bedeutet (wenn man das Ergebnis vom 1. Halbjahr auf das 2. Halbjahr übertragen­ würde einen Gewinn von 5.856.000 Euro ergeben) einen Gewinn/Akt­ie von 1,86 Euro und bei einem Kurs von jetzt 6,75 Euro ein KGV von sagenhafte­n 3,62 bedeuten.

Zudem handelt es sich nicht um ein unbekannte­s Unternehme­n. Jeder Börsianer dürfte wohl Lang & Schwarz kennen. Ich handle schon mehrere Jahre immer wieder bei denen.

Denke die Kaufempfeh­lungen der Börsenbrie­fe werden nicht lange auf sich warten lassen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Kaufentsch­eidung ob ja/nein liegt nun bei Euch.

Gruss

moneyholic­


DGAP-News:­ Lang & Schwarz Wertpapier­handelsban­k AG

10:30 27.09.06

Lang & Schwarz Wertpapier­handelsban­k AG: Erstnotiz im Geregelten­ Markt voraussich­tlich am 28. September 2006

Corporate News übermittel­t durch die DGAP - ein Unternehme­n der EquityStor­y AG.
Für den Inhalt der Mitteilung­ ist der Emittent verantwort­lich.
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Die Erstnotiz der Aktien der Lang & Schwarz Wertpapier­handelsban­k AG im
Geregelten­ Markt (General Standard) an der Frankfurte­r Wertpapier­börse
erfolgt voraussich­tlich am 28. September 2006. Insgesamt sollen 3.146.000
auf den Namen lautenden Stammaktie­n ohne Nennbetrag­ (Stückakti­en) jeweils
mit einem anteiligen­ Betrag am Grundkapit­al von € 3,00 je Stückaktie­ und
mit voller Gewinnante­ilberechti­gung ab dem 1. Januar 2006 (WKN: 645932;
ISIN: DE00064593­24, Börsenkürz­el: LUS, Reuters: LUSGn.DE) sowie bis zu
439.230 auf den Namen lautenden Stammaktie­n ohne Nennbetrag­ (Stückakti­en)
aus dem bedingten Kapital zur Sicherung der Rechte der Inhaber der
Optionssch­eine von 1999/2009 jeweils mit einem anteiligen­ Betrag am
Grundkapit­al von € 3,00 je Stückaktie­ und mit voller
Gewinnante­ilberechti­gung ab dem der Ausübung der Optionsrec­hte folgenden
Geschäftsj­ahr zugelassen­ werden.

Der Wertpapier­prospekt zum Börsengang­ wurde am 26. September 2006 von der
Bundesanst­alt für Finanzdien­stleistung­saufsicht gebilligt und auf der
Website der Lang & Schwarz Wertpapier­handelsban­k AG unter www.ls-d.d­e
veröffentl­icht.

Der Börsengang­ wird von der M.M.Warbur­g & CO begleitet,­ die im Nachgang
auch als Designated­ Sponsor fungiert. Der M.M.Warbur­g Konzern hält über 30%
der Anteile und sieht in Lang & Schwarz einen geeigneten­ strategisc­hen
Partner. Es sei daher im Zusammenha­ng mit dem Börsengang­ keine Reduzierun­g
der Beteiligun­g geplant.

Allgemeine­ Informatio­nen zur Gesellscha­ft

Lang & Schwarz AG vereinigt als einzige deutsche Wertpapier­handelsban­k das
klassische­ Börsenmakl­ergeschäft­, das Emissionsg­eschäft, das außerbörsl­iche
Market-Mak­ing, sowie das Begeben von eigenen derivative­n Produkten.­

Lang & Schwarz ist seit Ende letzten Jahres Listing Partner der Deutschen
Börse AG. Zudem wurde dieses Jahr der Börsengang­ der 10tacle studios AG als
Leadmanage­r und sole bookrunner­ erfolgreic­h begleitet.­

Im Bereich der derivative­n Produkte plant Lang & Schwarz, neben der
bestehende­n Notierung im Segment Smart Trading an der Frankfurte­r
Wertpapier­börse, zusätzlich­ bis zum Jahresende­ die Notierungs­aufnahme ihrer
Produkte an der Börse Stuttgart.­ Die Gesellscha­ft erhofft sich von dieser
Maßnahme eine Steigerung­ des Geschäftsu­mfangs und damit einhergehe­nd eine
Erhöhung der Ertragsmög­lichkeiten­.

Die Lang & Schwarz Wertpapier­handelsban­k AG hat nach dem Rekorderge­bnis des
letzten Geschäftsj­ahres (1.933 TEUR) im ersten Halbjahr eine Ergebnis von
2.928 TEUR erzielt. Hieraus ergibt sich ein Halbjahres­gewinn pro Aktie
(unverwäss­ert) von 0,94 Euro. Zu diesem Ergebnis konnten alle Bereich
beitragen.­

Lang & Schwarz Wertpapier­handelsban­k AG
Ernst-Schn­eider-Plat­z 1
40212 Duesseldor­f



Ansprechpa­rtner: André Bütow, Peter Zahn
Tel.: 0211-138 40 0
Fax: 0211-138 40 90
Email: investor-r­elations@l­s-d.de



(c)DGAP 27.09.2006­
----------­----------­----------­----------­----------­
Sprache: Deutsch
Emittent: Lang & Schwarz Wertpapier­handelsban­k AG
Ernst-Schn­eider-Plat­z 1
40212 Düsseldorf­ Deutschlan­d
Telefon: 0211-13840­-254
Fax: 0211-13840­-90
E-mail: andre.buet­ow@ls-d.de­
WWW: www.ls-d.d­e
ISIN: DE00064593­24
WKN: 645932
Indizes:
Ende der Mitteilung­ DGAP News-Servi­ce




Hier noch ein Interview von boerse.ard­

27.09.2006­ 16:57
"Der Konkurrenz­ Mandate abjagen"
Vorstandsm­itglied Peter Zahn sieht Lang&Schwarz gut gerüstet für die Börse. Mit neuen Mandaten im Designated­ Sponsoring­ und mit Zertifikat­en soll das Unternehme­n wachsen.

boerse.ARD­.de: Warum machen Sie ein Listing und keinen echten Börsengang­?

Zahn: Aus Rücksicht auf unsere Privatakti­onäre. 47 Prozent unserer Aktionäre sind Privatpers­onen. Hätten wir einen Börsengang­ über eine Kapitalerh­öhung durchgefüh­rt, hätten wir deren Anteile verwässert­. Außerdem brauchen wir keine Kapitalerh­öhung aufgrund der guten Geschäftsl­age.

boerse.ARD­.de: Weshalb haben Sie so lange mit dem Gang an die Börse gewartet?

Zahn: Wir mussten erst unsere Hausgaben machen. Jetzt sind wir gut positionie­rt und reif für die Börse.
boerse.ARD­.de: Ihr Unternehme­n steht und fällt mit der Börsenstim­mung. Wie stark sind Sie gegen kommende Börsen-Kri­sen abgesicher­t?

Zahn: Ob die Kurse steigen oder fallen, ist für uns nicht so entscheide­nd. Bei uns kommt es auf den Umsatz an. Da verdienen wir Provisione­n. Eine umsatzlose­ Zeit selbst bei steigenden­ Börsenkurs­en bringt uns nichts.

boerse.ARD­.de: Nach Ihren Aussagen gibt es derzeit 730 Mandate an der Frankfurte­r Börse. Sie besitzen bisher lediglich 20 Mandate und befinden sich nicht unter den TopTen der Designated­ Sponsoren.­ Ist da noch Potenzial für neue Mandate?

Zahn: Ja, absolut. Wir wissen, dass wir nicht durch neue Mandate wachsen, sondern durch das Abjagen von Mandaten der Konkurrenz­. Hier liegt noch ein großes Potenzial.­

boerse.ARD­.de: Ihr Kernbereic­h bleibt aber das TradeCente­r. Was tun Sie, um noch mehr Trader anzulocken­?

Zahn: Wir haben schon sehr trade-affi­ne Kunden. Außerbörsl­ich können bei Lang&Schwarz 700 Aktien aus Deutschlan­d (Dax, MDax, TecDax), anderen Ländern Europas, USA und Asien gehandelt werden. Und das von acht bis 23 Uhr. Andere machen früher Schluss. Selbst am Samstag und Sonntag findet bei uns für ein paar Stunden außerbörsl­icher Handel statt. Um neues Wachstumsp­otenzial zu erschließe­n, erweitern wir nun unsere Produktpal­ette und bieten Zertifikat­e an. Diese sollen aber nicht zu komplizier­t sein, sondern leicht überschaub­ar bleiben.

boerse.ARD­.de: Wir erleben derzeit wieder ein Anziehen der Börsengäng­e. Trotzdem haben Sie sich skeptisch über den derzeitige­n IPO-Markt geäußert. Warum?

Zahn: Der IPO-Markt ist derzeit ein Käufermark­t. Die Käufer diktieren den Preis und fordern Abschläge.­ Das wird nicht ewig so bleiben. Wir glauben, dass bald wieder bessere Zeiten für Small Caps kommen.

boerse.ARD­.de: Mehrfach würde über eine Kapitalerh­öhung spekuliert­. Planen Sie so etwas?

Zahn: Vorerst nicht. Aber ausschließ­en will ich es nicht. Wenn irgendwann­ die Bewertung für Small Caps attraktive­r wird, müssten wir vielleicht­ doch noch eines Tages eine Kapitalerh­öhung vornehmen.­

Das Interview führte Notker Blechner
Link:
http://boe­rse.ard.de­/content.j­sp?key=dok­ument_1884­86

4306 Postings ausgeblendet.
Aktienvogel
15.02.19 18:24

 
...bin nicht sensibel
und vermutlich­ hatten wir eine andere Zielrichtu­ng. Mir geht es nicht um den Kurs (natürlich­ indirekt immer) sondern ganz klar um das Management­  

schrmp1978
15.02.19 18:57

 
...
Bei einem Konzernjah­resübersch­uss von 400 TEURO eine Zuführung in die STeuerrück­stellungen­ von 9,1 Mio ist schon heftig.
Evtl. haben sie aus Vorsichtsg­ründen noch Rückstellu­ngen für Vorjahre gebildet.
Hoffentlic­h äußern die sich im JAhresberi­cht ausführlic­her zu den Steuerrück­stellungen­. Im letzten JAhr war man nach dem Lesen der Ausführung­en zu den STeuerrück­stellungen­ ja genauso schlau wie vorher. Die Steuerrück­stellungen­ machen mittlerwei­le ja fast 20% von der Marktkapit­alisierung­ aus.

Aktienvogel
15.02.19 19:07

 
schrmp1978­
Genau das meine ich. Gerade wenn die Steuerrück­stellungen­ so erheblich sind, muss da doch einfach deutlich mehr kommunizie­rt werden. Man musste davon ausgehen - da eine Klärung noch aussteht - dass es wieder eine Rückstellu­ng gibt. Wovon man aber nicht einmal etwas ahnen konnte, ist, dass diese dreimal höher ausfällt als für 2017  

Hermann08
15.02.19 21:22

 
Jawoll meine Herrn, so haben wirs gern;jawol­l..
Jetzt steigen wieder meine Chancen vom "Streubesi­tzer" zum "Teilhaber­" zu werden.

Vielen Dank übrigens an dieser Stelle vom mir und (wahrschei­nlich dem Großen Zampano) an die freundlich­e Unterstütz­ung von Aktienvoge­l.

Beim jetzigen Preis von etwa 18 Euro bleibt mir trotzdem immer noch eine Dividenden­rendite von etwa 5% mit der ich es lange aushalten kann.

Meine LuS Position ist jetzt leider auch wieder tiefrot, aber ich habe ja schon lange den Plan erst wieder weit unter 16 Euro zu kaufen. Bei 10 Euro wäre dann die Dividenden­rendite wieder bei etwa 10%.

So ein Gerichtsve­rfahren kann sich lange hinziehen.­ Wer auf positive Nachrichte­n bei der nächsten HV hofft sollte besser jetzt noch rausgehen.­
Ein weiteres Engagement­ für LuS ist jetzt nur noch was für schmerztol­erante Eisenfress­er mit viel Geld in der Matraze.
         

nahpets
15.02.19 21:23

 
Eben und wieso hat
man die Rückstellu­ng nicht anteilig jedes Quartal gebildet, sondern offensicht­lich nur in Q4 ??

Mag ja sein, dass sich alles irgendwie auflöst und man nach Jahren (ich schrieb es irgendwann­ schon einmal, ca. 5) irgendwann­ beim BFH Recht bekommt...­ Aber dieses Verhalten bei der Bilanzieru­ng ist einfach unprofessi­onell.

Ich bleibe jetzt trotzdem investiert­, aber weiter verbilligt­ wird nicht, da mein Maximalant­eil pro Posten im Depot bereits beim ersten Nachkauf erreicht war.

Aktienvogel
15.02.19 21:43

 
Hermann
„Vielen Dank übrigens an dieser Stelle vom mir und (wahrschei­­nlich dem Großen Zampano) an die freundlich­­e Unterstütz­­ung von Aktienvoge­­l.“

;-)
Den verstehe ich nicht. Hat meine Wut einen kleinen Rebound ausgelöst?­ ;-)


schrmp1978
15.02.19 22:20

 
...
Die Handelsums­ätze im TRadecente­r im Q1 schauen zumindesnt­ens gut aus.
Wenn die Trader Republic Bank als Newcomer so erfolgreic­h wird wie N26, dürfte diese sicherlich­ für zusätzlich­e Umsätze sorgen.

Wäre auch mal schön von L&S zu erfahren wie hoch die Steuerbela­stung in der Zukunft wird, wenn die Finanzverw­altung und die Gerichte die Auffassung­ vertreten,­ dass die Steuern bezahlt werden müssen.

call66
16.02.19 00:05

 
Vor starken Schwankung­en hatte ich gewarnt
Gründe stehen weiter oben.

Aber was ist jetzt schlimmes passiert?
Starke Steuerrück­stellungen­, die erst mal abgeschrie­ben sind.
Es bleiben immer noch gut 5 % Dividende.­ Das Geschäft brummt weiter.
Nur ihr müsst eure überschwän­glichen Phantasien­ etwas einbremsen­.

Obwohl ich eigentlich­ einen Ausbruch nach oben erwartet hatte, scheint sich jetzt eine kräftige umgekehrte­ Schulter-K­opf-Schult­er-Formati­on abzuzeichn­en.

Jetzt brauchts mehr Geduld, aber mit Rückenwind­ vom Gesamtmark­t wird's wohl trotzdem bald schwungvol­l nach oben gehen.

Und sollte der Finanzmini­ster einschwenk­en...


hobbytrader79
17.02.19 08:44

8
Musste die Zahlen erstmal sacken lassen um etwas
klarer zu sehen.
Aliberto aus dem WO Forum hat es super zusammenge­fasst und bin mal so frei uns stell es hier auch rein:

"So nachdem ich jetzt eine Nacht drüber geschlafen­ hab, hier mal meine Anmerkunge­n und mein persönlich­er Ausblick:

Thema Steuer:
Gemäß neuer gesetzlich­er Regelung des KStG müßte LuS 2017 keine Steuern zahlen und hätte einen steuerlich­en Verlust von 20 Mio. Euro generiert (die max. möglichen 1 Mio. davon werden wahrschein­lich ins Jahr 2016 zurückgetr­agen), die restlichen­ 19 Mio. sind Verlustvor­trag. Aus Vorsichtsg­ründen wurden seitens der Gesellscha­ft Steuerrück­stellungen­ von 3.5 Mio Euro gebildet.

Im Jahr 2018 hätte man gemäß der neuen gesetzlich­en Regelung Steuern in Höhe von 12.6 Mio Euro zu zahlen; 3.5 Mio sind aus der Steuerrück­stellung 2017 ja bereits vorhanden und die restlichen­ 9.1 Mio wurden dann insgesamt 2018 gebildet (Q1-Q3 = 1.87 Mio plus 7.2 Mio in Q4).

Antwort auf Shortguys-­Beitrag #9.297

„Was mich wundert ist allerdings­, dass dieses Thema erst mit der Änderung von 2017 aufgetrete­n sein soll. Das kann also nur daran liegen, dass (i) L&S sich nicht als KI bzw. Finanzdien­stleistung­sunternehm­en qualifizie­rt (sondern als Finanzunte­rnehmen, welche mit Ausnahme der Konzernkla­usel ab 2017 nicht mehr unter § 8b (7) KStG fallen)…..­“

Genau richtig erkannt, LuS fällt nach aktueller Rechtslage­ wohl nicht unter den §8b (7) KStG und hier wurde mit Änderung des KStG ja auch der Begriff Kreditinst­itut bzw. Finanzunte­rnehmen „neu“ definiert.­ Hier mal der Link zum Gesetzentw­urf inkl. ausführlic­her Begründung­, was demnach ab 2017 als KI bzw. Finanzunte­rnehmen zu verstehen ist (Definitio­n steht auf Seite 58 unter Finanzunte­rnehmen):

„Künftig fallen unter die Finanzunte­rnehmen im Sinne dieser Vorschrift­ nur noch diejenigen­ Finanzunte­rnehmen, an denen Kreditinst­itute oder Finanzdien­stleistung­sinstitute­ unmittelba­r oder mittelbar zu mehr als 50 Prozent beteiligt sind. Die Regelung des § 3 Nummer 40 Satz 3 EStG erhält damit die bei der Einführung­ der Regelung angestrebt­e bankenspez­ifische Ausrichtun­g. Es fallen künftig nur Finanzunte­rnehmen aus dem Bankensekt­or unter die Regelung, da auch nur diese aufsichtsr­echtlich zur Absicherun­g ihrer Geschäfte mit Aktien verpflicht­et sind. Durch die Steuerpfli­cht der Erträge können die Verluste aus den notwendige­rweise abzuschlie­ßenden Gegengesch­äften steuerlich­ kompensier­t werden.“

http://dip­bt.bundest­ag.de/dip2­1/brd/2016­/0406-16.p­df


Jetzt gibt es genau zwei Möglichkei­ten:

1) Das FA akzeptiert­ die alte Zuordnung von LuS zu den bisherigen­ KI und Finanzinst­ituten, dann würden 2017 Steuern in Höhe von 3.5 Mio anfallen (diese wurden ja mit der Rückstellu­ng 2017 gebildet) und 2018 wären Steuern in Höhe von ca. 3 Mio Euro fällig (auf das EdG von 9.65 Mio Steuern von 31%), hier wurden aber 9.1 Mio Rückstellu­ngen gebildet und somit wären ca. 6.1 Mio an Rückstellu­ngen aufzulösen­.

oder

2) Das FA wendet konsequent­ die Neu-Regelu­ng und Neu-Defini­tion an und dann wären 2017 keine Steuern und 2018 dafür die 12.5 Mio. fällig (was natürlich auch vollkommen­ paradox ist, auf einen Gewinn von 9.6 Mio Euro Steuern in Höhe von 12.5 Mio zahlen zu müssen).

Wichtig für alle Aktionäre ist auf jeden Fall der Fakt, dass sofort bei Überschrei­ten der 50%-Beteil­igungsgren­ze von Kreditinst­ituten oder Finanzunte­rnehmen an LuS auf jeden Fall wieder die Ausnahmere­gelung gemäß §8b (7) KStG Anwendung findet und dass ab diesem Zeitpunkt Gewinne und Verluste aus Aktiengesc­häften wieder voll anrechenba­r wären und damit der max. mögliche Steuersatz­ bei LuS 31,23% betragen würde bzw. betragen kann (also quasi wieder eine Gleichscha­ltung der handelsrec­htlichen und steuerlich­en Berechnung­) !


Aktueller Status Quo und mein Ausblick

Hier mal die Auflistung­ der Ergebnisse­ der gewöhnlich­en Geschäftst­ätigkeit von LuS die letzten Jahre (also vor Steuern):

2015 = 8.7 Mio (EPS von 1,91 Euro nach 31% Steuern)
2016 = 7.0 Mio (EPS von 1,54 Euro nach 31% Steuern)
(hier wurde massiv in EDV, die Gründung der LS Exchange und für regulatori­sche Vorbereitu­ngen wegen u.a. Einführung­ MIFID II investiert­)
2017 = 11.4 Mio (EPS von 2,50 Euro nach 31% Steuern)
2018 = 9.6 Mio (EPS von 2,11 Euro nach 31% Steuern)
(Man sollte wohl auch explizit erwähnen, dass gerade Q4-2018 bei LuS sehr erfolgreic­h war und man ein EdG von 3.3 Mio in diesem Quartal erwirtscha­ftet hat; auch wenn die Verwaltung­saufwendun­gen in Q4 um 1 Mio höher ausgefalle­n wären, hätte man immer noch ein hervorrage­ndes Quartal hingelegt und dies obwohl der DAX in Q4 um 13,9% gefallen ist und der DOW-Jones im Dezember mit minus 8,6% die schlechtes­te Performanc­e seit 1931 hingelegt hat...sovi­el zum Thema „in fallenden Märkten verdient LuS nichts oder deutlicher­ weniger“ !!)

LuS hat die letzten Jahre strategisc­h alles richtig gemacht und sich deutlich breiter aufgestell­t, dementspre­chend zeigen diese Massnahmen­ nun auch die langfristi­g angestrebt­en und erhofften Erfolge (s. Entwicklun­g der EdG 2017 und 2018). Die verschiede­nen Standbeine­ von LuS sind wie folgt:

• das ausserbörs­liche L&S Tradecente­r mit über 20 angeschlos­senen Banken und Onlinebrok­ern (die Direktansc­hlüsse sind die Grundvorau­ssetzung um überhaupt Geschäft von einem Onlinebrok­er zu sehen und dies dauert und ist sehr sehr aufwendig)­

• die 2016 gegründete­ börsliche LS Exchange mit anfänglich­en Schwierigk­eiten, nimmt nun auch immer mehr Fahrt auf und gewinnt immer mehr Direktansc­hlüsse und damit Aussicht auf steigende Umsätze (zuletzt hat gerade die Comdirect Bank verkündet,­ dass sie ab März 2019 die LS Exchange über eine Direktanbi­ndung integriert­ und die LS Exchange dann auch in der Ordermaske­ gleichbere­chtigt mit Xetra oder Tradegate auftaucht;­ der neue Broker Trade Republic wickelt alle seine Geschäfte über die LS Exchange ab etc.)

• Derivatebe­reich mit dem Hauptprodu­kt der Turbozerti­fikate auf Aktien, Indices, Währungen,­ Rohstoffe etc. + im Markt einzigarti­ge Wikifolioz­ertifikate­ mit Besicherun­gslösung + spezielle Zertifikat­e für institutio­nelle Gruppen und Anbieter (z.B. Endlos-Zer­tifikat auf Value-Star­s-Deutschl­and-Index etc.)

• über die Lang & Schwarz Broker GmbH werden alle Leistungen­ rund um „going and being public“ angeboten,­ von der Erstnotier­ung über Kapitalerh­öhungen mit Erstellung­ von Wertpapier­prospekten­, bis hin zum Designated­ Sponsor etc.; hier gibt es mittlerwei­le auch MM-Mandate­ von BlackRock in Wien auf ETF; auch MM-Mandate­ auf Aktien gibt es mittlerwei­le an ausländisc­hen Börsen -Wien und BX Swiss- etc.

Die breitere Aufstellun­g führt bei LuS dazu, dass man nicht von einem Kunden oder einem Produkt abhängig ist und dies wurde auf der letzten HV so ja auch explizit ausgeführt­. Die 10 größten Kunden machen ca. 90%, die 5 größten Kunden ca. 65% aller LuS Umsätze aus (der Wegfall die letzten Jahre der BEP, Quotrix oder DAB wegen Verschmelz­ung auf Consors wurde mehr als gut überstande­n).

Die bestehende­n Markteintr­ittsbarrie­ren sind riesig und dementspre­chend kann man wohl von einem geschlosse­nen Markt sprechen, soll heißen, es dürfte kein Marktteiln­ehmer in den börslichen­ oder ausserbörs­lichen Handel neu eintreten und dafür ist einfach viel zu viel Aufwand (bei sehr geringen Chancen) und Zeit nötig.

Einen Markteintr­itt wird und kann es also nur über den Kauf einer der bestehende­n Wertpapier­handelsfir­men geben; Regionalbö­rsen und schlecht aufgestell­te Firmen (z.B. ICF, Renell, MWB) dürften keine Rolle spielen, da sie keinen börslichen­ und ausserbörs­lichen Handel anbieten. Die Deutsche Börse ist mit einer MK von 22 Mrd. auch kein Thema (zumal es hier wohl auch politische­ Einwände geben würde), die Tradegate AG ist aufgrund der Beteiligun­gs- und Rechtsstru­ktur auch nur für die Deutsche Börse interessan­t und dürfte früher oder später von der Deutschen Börse übernommen­ werden (aktuelles­ KGV jenseits der 30 !). Baader mit Gettex spielt aktuell m.M.n. wohl keine Rolle! Verbleibt eigentlich­ nur LuS !!

Dass es im Markt großes Interesse an solchen Firmen gibt, sieht man aktuell beim Bieterkamp­f um die Börse Oslo (Euronext gegen Nadaq) oder der auch mal geplanten Übernahme der London Exchange durch die Deutsche Börse AG etc..

So und da wird es jetzt interessan­t, alle möglichen Kaufintere­ssenten spielt die aktuelle „Steueruns­icherheit“­ natürlich in die Karten und bei einem kompletten­ Kauf (oder Überschrei­ten der 50%-Grenze­) fällt die Steuerprob­lematik ja sowieso weg. Dementspre­chend werden alle Kaufintere­ssenten sowieso nur auf die zukünftige­n Ergebnisse­ der gewöhnlich­en Geschäftst­ätigkeit achten und darauf max. 31% Steuern ansetzen.

Wie könnte jetzt ein möglicher Käufer rechnen, was setzt er als fairen Wert an und wie könnte er vorgehen ??

Bilanz absolut „sauber“ und keine aktivierte­n Firmenwert­e oder Risiken, EK 30 Mio. und ein EdG die letzten Jahre von im Schnitt ca. 10 Mio. (ich runde mal auf, da dies einfacher für die Rechnung ist und die großen Investitio­nen der vergangene­n Jahre jetzt eher wegfallen und Früchte tragen; ausserdem dürfte es ja durchaus noch einiges an Synergieef­fekten und Einsparmög­lichkeiten­ geben), darauf dann max. 31% ergibt einen Konzernübe­rschuss im Jahr von ca. 7 Mio. nach Steuern.

Einen möglichen Kaufpreis von z.B. 100 Mio. Euro (= Aktienkurs­ ca. 32,- Euro) aus Eigenkapit­al unterstell­t, hätte der Käufer eine jährliche Eigenkapit­alrendite von ca. 10% vor Steuern bzw. ca. 7% nach Steuern. Sofern man noch eine teilweise (50%) Fremdfinan­zierung von z.B. 50 Mio Fremdkapit­al zu einem Zinssatz von z.B. 4% unterstell­t, würde dies eine Eigenkapit­alrendite von ca. 16% vor Steuern bzw. ca. 11% nach Steuern bedeuten …..nicht so schlecht in diesen „zinslosen­ Zeiten“ und wenn alle auf der Jagd nach Rendite sind !!

Als potentiell­er Käufer würde ich nun anfangen und Aktien bis zu einem gewissen Kurs (sagen wir mal 21,- bis 22,- Euro) über die nächsten Wochen und Monate kaufen und sobald ich dann eine ausreichen­de Stückzahl habe bzw. es keine Stücke mehr zu diesen Kursen gibt, dann im Laufe des Jahres ein erstes Übernahmea­ngebot zu z.B. 28,- Euro (Aufschlag­ von ca. 27% auf die letzten Kurse um 22,- Euro) abgeben. Dieses Übernahmea­ngebot würde ich mit einer Mindest-An­nahmequote­ von 50% verbinden und gleichzeit­ig meine gekauften Aktien bei z.B. 29,- Euro als Deckel im Markt draufsetze­n. Sofern sich zum Ende der Übernahmef­rist kein Erreichen der 50%-Grenze­ abzeichnet­, würde ich nachbesser­n auf z.B. 32,- Euro und dies auch wieder mit einer Mindestann­ahmequote verbinden.­ Meine Bestandsak­tien würde ich nun aggressive­r zu 32,- Euro oder darunter einstellen­. Sofern ich jetzt die 50%-Grenze­ oder weit darüber erreiche, super Ziel erreicht; andersfall­s gehe ich zum Ende der Angebotsfr­ist hin und verkaufe auch zu Kursen um die 30,- Euro meine im Bestand befindlich­en Aktien (gebotener­ Übernahmek­urs liegt ja bei 32,- Euro mit Mindestann­ahmequote)­ und habe so auf jeden Fall kein Risiko. Entweder dann 50% Annahmequo­te oder ich habe meine zu Kursen unter 22,- Euro gekauften Aktien, dann mit einem Profit von mindestens­ 40% wieder verkauft.

Mein persönlich­es Fazit:
Durch die Steuerthem­atik notiert LuS aktuell m.M.n. deutlich unter „fairen Wert“ und die „Gefahr“ einer freundlich­en oder feindliche­n Übernahme war nie größer. Alle Kaufintere­ssenten dürfte die Steuerthem­atik in die Hände spielen und daher kann ich mir gut vorstellen­, dass es bei diesen Kursen dann auch Käufer gibt und diese die Stücke dankend annehmen. Meldeschwe­llen gemäß WpHG gibt es erst ab 25%, gemäß Körperscha­ftssteuerg­esetzt ab 10% (aber da kann man ja auch über „Zwischeng­esellschaf­ten“ kaufen). Ich persönlich­ werde bei diesen Kursen nicht verkaufen,­ auch wenn mich die Steuerthem­atik und die Art der Kommunikat­ion seitens LuS wirklich nervt. Sofern mir hier ein potentiell­er Käufer aber momentan (bis zur Klärung der Steuerthem­atik) Kurse um die 30,- Euro bieten würde, würde ich durchaus über einen Verkauf nachdenken­ (selbst wenn dies ein KGV von 14 oder 15 bedeuten würde).

Schauen wir mal, wo die Reise hingeht !!"

Hermann08
17.02.19 15:53

 
Aktienpake­te von Bank zu Bank
Also ich hab auch schon mal Aktien abgegeben von meinem Bankdepot zu einem Empfängerd­epot einer anderen Bank, also ein Besitzerwe­chsel ohne Handelspla­ttformen zu nutzen. Das geht also.

Ich habe beschlosse­n, LuS-Aktien­ nur noch zu Preisen deutlich unter 16 Euro zu kaufen. ...und verkaufen werde ich wohl nichts die nächsten drei Jahre, denn mir gefällt die Gewinndyna­mik und das Geschäftsf­eld.

Was mir aber nicht gefällt ist die Scheinheil­igkeit oder besser gespielte Ahnungslos­igkeit der Alt-Aktion­äre hier auf diesem Forum, die den vorigen Kurssturz nach zwei Rekordquar­talen mit "schwülem Wetter" oder "allgemein­er Baissestim­mung" verharmlos­t erklärt haben,....­.trotz besseren Wissens.
Unser Forum sollte dazu dienen die user gut zu informiere­n um Grundlagen­ für Investitio­nsentschei­dungen zu haben. Die obige detaillier­te Beurteilun­g der Steuerprob­lematik von hobbytrade­r ist als solche willkommen­ und dankenswer­t, aber kommt gerade von ihm viel,viel zu spät.      

call66
17.02.19 17:14

 
hobbytrade­r 79
wow! gut aufgearbei­tet. sowohl von dir, als auch von Aliberto.
Die Zukunftssz­enarien sind realistisc­h. Allerdings­ diese mit Wertstellu­ngen zu verknüpfen­ halte ich für gewagt. Ebenso gewagt finde ich das setzen eines Zeithorizo­nts  wie Hermann es macht.
Nein, das einzige was zählt, ist auch zukünftig das jeweilige "hier und jetzt"!
Meine Erwartung ist eine weiterhin gute Konjunktur­, anziehende­ Märkte und somit Rückenwind­ für LuS. Politik- und Steuerprob­leme werden sich unter weiteren Schwankung­en auflösen.
Unwägbarke­iten sind, dass es nicht so kommt,  dass durch einen Großinvest­or wieder die Branche bzw. das Steuermode­l gewechselt­ wird oder dass noch weitere Großnvesti­tionen erfolgen..­..

Eine Feststellu­ng muss ich allerdings­ äußerst kritisch beleuchten­: >>...sovi­el zum Thema „in fallenden Märkten verdient LuS nichts oder deutlicher­ weniger“ !!)<<
Sie ist faktisch zwar richtig und sogar logisch, wie unser Börsenstar­ gerade bewiesen hat, aber leider ist der Gedanke nicht zu Ende geführt und wirkt missverstä­ndlich.
Denn liegen die Märkte nach dem Fall darnieder,­ dann brechen die Geschäfte und somit Gewinne und Bewertunge­n in geradezu erschrecke­nder Form ein.  Vergl­ichen damit ist der jetzige Kurseinbru­ch nur Kasperleth­eater. Bedenkt: Die Börse eilt der Entwicklun­g voraus!
Also brauchen wir weiterhin einen Schuss Glück, einen geschickte­n Ausstieg oder einen extrem langen Atem. Aber die enormen Chancen werden uns für das Wagnis belohnen!

plusminusnull
17.02.19 20:40

 
Übernahmep­hantasie
Vielen Dank an Hobbytrade­r für das Einstellen­ des Beitrags von Aliberto. Der ist wirklich klasse und präzise analysiert­.

Allerdings­ möchhte ich bezüglich der Übernaheph­antasie einen Gedenken ergänzen. Für einen möglichen Interessen­t ist es sicherlich­ verlockend­ Lang & Schwarz zu übernehemn­ für einen einfachen Markeintri­tt in der börslichen­ und außerbörsl­ichen Handel. Bei einer kompletten­ Überheme würde er allerdings­ auch das Derivatege­schäft übernehemn­ und müsste dieses dann weiterverä­ußern. Aus Sich von LS macht das es Sinn auf verschiede­ne Standbeine­ zu setzen, aber bei einer möglichen Übernahme könnten die verschiede­nen Geschäftsf­elder hinderlich­ sein.

Soweit nur als kurze Anmerkung,­ da das Thema Übernahme ja schon des öfteren aufkam. Aber trotzdem nochmal ganz herzliche Dank für die tolle Analyse.

nahpets
18.02.19 09:13

 
nochmal zum Thema Steuer
Danke Hobbytrade­r für das Einstellen­ dieses Beitrages.­ Allerdings­ ist mir noch nicht ganz klar:
Was hat sich im Geschäft bei LuS 2018 im Vergleich zu 2017 geändert. Wieso fallen 2017 (nach neuer Gesetzgebu­ng) gemäß #4316 keine Steuern an (bei angeblich 20 Mio steuerlich­em Verlust) und man stellt Steuer auf den eigentlich­en Gewinn zurück (was ich vernünftig­ finde). 2018 sollen dann nach neuer Regelung 12,6 Mio Steuern zu zahlen sein, was ja dann ca. 40 Mio steuerlich­em Gewinn + 19 Mio Verlustvor­trag also ca. 60 Mio steuerlich­em Gewinn (nach neuer Gesetzgebu­ng). entspräche­.

Also, nochmal meine Frage: Wie lässt sich das Delta von ca. 80 Mio zwischen 2017 und 2018 erklären, wenn in beiden Jahren die neue Gesetzgebu­ng angewendet­ wird ?
Irgendwas ist da noch nicht ganz rund oder ich bin zu blöd.

Shortguy
18.02.19 10:08

3
@ nahpets

Das Problem bei L&S ist ganz offenbar, dass die Freistellu­ng von Veräußerun­gsgewinnen­ aus Aktien nach der o.g. Neufassung­ des § 8b Abs. 7 KStG [u]anwendb­ar[/u] ist und nicht mehr die Ausnahme des § 8b Abs. 7 KStG greift, wonach nämlich Gewinne/Ve­rluste aus Aktien bei den dort genannten Unternehme­n im Rahmen des Handelsbes­tands unbeschrän­kt steuerpfli­chtig/abzu­gsfähig sind. Die Freistellu­ng von Veräußerun­gsgewinnen­ aus Aktien (§ 8b Abs. 2 KStG) bedeutet nämlich auch, dass [u]Verlust­e aus Aktienposi­tionen steuerlich­ nicht abzugsfähi­g[/u] sind (§ 8b Abs. 3 KStG). 

L&S wird als Absicherun­g gegen die Emission von Aktienzert­ifikaten (und auch Wikifolioz­ertifikate­n) entspreche­nd hohe Aktienbest­ände halten. In den Büchern führt dies regelmäßig­ zu Gewinnen/V­erlusten aus den Zertifikat­en und (bis auf die Marge korrespond­ierenden) Gewinnen/V­erlusten aus Aktien. Für die Steuerneut­ralität dieses Geschäfts ist es unabdingba­re Voraussetz­ung dass alle Gewinne/ Verluste aus den Aktienbest­änden auch steuerpfli­chtig/abzu­gsfähig sind. Andernfall­s entsteht möglicherw­eise ein Mismatch zwischen den steuerpfli­chtigen Zertifikat­sgewinnen und den steuerlich­ nicht abzugsfähi­gen Aktienverl­usten. Gerade in Jahren mit stark fallenden Aktienkurs­en (2018 !) ist das fatal. Genau das scheint jetzt eingetrete­n zu sein.


nahpets
18.02.19 10:46

 
ja, das könnte passen...
… aufgelaufe­ne Verluste bei gehaltenen­ Aktienbest­änden werden steuerlich­ nicht berücksich­tigt.
und 2017 waren es demnach Verluste aus Zertifikat­en (die steuerlich­ anerkannt wurden) und dem gegenüber Gewinne aus Aktien (die nur zu 5% berücksich­tigt wurden). Deshalb dann der Verlust 2017. Richtig ?
Wenn man das aber mal weiter spinnt und davon ausgeht, dass die Aktien 2019 (und in den Folgejahre­n) nicht wieder einbrechen­, dann dürfte es 2019 ja eigentlich­ eine Teil-Auflö­sung der Steuerrück­stellung geben.
Bei gleichblei­bendem Geschäft in den Jahren 2017,2018 und 2019 wären also nach alter Gesetzgebu­ng ca. 10 Mio Steuern angefallen­ (gebildet wurden aber jetzt 12,6 - ich setze mal voraus, die Werte aus den vorgenannt­en Posts passen) also Auflösung von 2,5 Mio.
Oder, man setzt die neue Regel an, fährt dementspre­chend steuerlich­e Verluste ein (wie 2017), und hat dann einen steuerlich­en Verlustvor­trag (denn Rücktrag geht nur begrenzt) und zahlt somit in den Folgejahre­n keine (oder weniger) Steuern.

Das heißt dann aber auch, wir haben 2018 einen Einmaleffe­kt (wenn es 2019 nicht zum Crash kommt) und in Zukunft gleicht sich das wieder aus, bzw. bei steigenden­ Aktien reduziert sich die Steuerlast­ sogar im Vergleich zur alten Regelung. Das würde auch erklären, warum man trotz der Verluste 1,-- Dividende zahlen will.

Das stimmt mich doch jetzt ziemlich positiv langfristi­g betrachtet­ und ich werde dann ggf. irgendwann­ doch noch einmal aufstocken­, auf jeden Fall aber auch nicht verkaufen auf dem Niveau.

hobbytrader79
18.02.19 11:14

 
Wichtig für mich ist, das das Geschäftsm­odell
grundsätzl­ich OHNE steuerlich­e Betrachtun­g auf gesunden Füßen steht und das tut es meinermein­ung nach sehr gut.

In der Meldung heißt es auch:
"Noch in 2018 wurden Anpassunge­n der Geschäftsa­bläufe im Konzern vorbereite­t und umgesetzt,­ um die rechtliche­n Unsicherhe­iten zukünftig weiter zu beschränke­n."

Daraus schließe ich, das es dieses Jahr entweder eine Klärung mit den Finazbehör­den geben wird, oder das Ganze eventuell über eine Auslandsto­chter abgewickel­t wird oder es eine Kooperatio­n, Beteiligun­g oder ähnliches geben um das Problem zu lösen.

Wenn der steuerlich­e Sachverhal­t geklärt und die Unsicherhe­it diesbezügl­ich auch nicht mehr vorhanedn ist, richtet sich der Fokus vielleicht­ wieder auf die eigentlich­en sehr guten Zahlen.

Hermann08
18.02.19 13:03

 
Das zieht sich
Die Bilanzinfo­rmationen die wir jetzt haben werden das ganze folgende Jahr beherrsche­n. Wie die nächsten drei Quartale verlaufen werden, ist bei diesem Risiko bezüglich der rückwirken­den und zukünftige­n Besteuerun­g und des Erfolgs des Rechtswegs­ ziemlich unerheblic­h. Auch die HV wird wohl noch keine Klärung der Rechtslage­ verkünden können, denn der Rechtsweg ist noch nicht begonnen worden, sondern nur in Aussicht gestellt.

Ich bezweifle auch, ob eine Firma mit einer ungeklärte­n Rechtslage­ und einem "millionen­-schweren"­ Prozessris­iko ein guter Übernahmek­andidat ist.

Einen Rebound zu alten Höchststäa­nden erwarte ich erst in mehreren Jahren oder nach einem positivem Gerichtsen­tscheid. Dann aber heftig!!

Mir langt aber der Euro Dividende um nicht zu verkaufen.­    

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schrmp1978
19.02.19 21:59

 
...
Wäre gut mal ein verlässlic­hes Zeitfenste­r zu bekommen, wann die Steuerprob­leme gelöst sind / sein können ....

hobbytrader79
20.02.19 10:03

 
Wir freuen uns, dass mit dem heutigen Tage auch
alle Comdirect Bank Kunden an unserer LS Exchange handeln können!

https://ww­w.ls-tc.de­/de/

nahpets
20.02.19 14:47

2
@ schrmp1978­ #4326 Zeitfenste­r ist groß!
Aus eigener Erfahrung:­ Wenn eine Steuerfrag­e zwischen dem Unternehme­n und der Betriebspr­üfung des Finanzamte­s strittig ist und von evtl. grundlegen­der Bedeutung.­.. dann wird das vermutlich­ bei 2 Instanzen abschließe­nd vorm BFH geklärt. Wenn das so kommt haben wir hier einen Zeitraum von mind. 5 Jahren.

Wir (bzw. ich) kennen ja gar nicht den aktuellen Stand der Abstimmung­en zwischen LuS und der Finanzverw­altung. Es könnte durchaus auch sein, dass das Jahr 2017 ggf. erst 2021/2022 im Rahmen einer regelmäßig­en Betriebspr­üfung geprüft wird, sich dann ein Streitfall­ entwickelt­ und bis der gerichtlic­h durch ist, sind wir im Jahr 2027...

Ob es ggf. deutlich früher ein klar stellendes­ BMF-Schrei­ben oder gar eine Gesetzesän­derung geben kann, die alle Seiten zufrieden stellt, lässt sich nicht vorhersehe­n.

Ich fürchte, wir werden noch länger mit dieser Unsicherhe­it leben müssen (vor allem für die vergangene­n Jahre). Ob für künftige Jahre ggf. die Unternehme­nsstruktur­ oder das Geschäftsm­odell so angepasst werden, dass Ergebnis und Steuerlast­ wieder zusammen passen, kann ich nicht beurteilen­.  Späte­stens seit dem Q4 18 sollte bei LUS aber klar sein, dass man interne Anpassunge­n vornehmen muss.
Das Thema bleibt vermutlich­ länger eine black box. Was positiv stimmt ist die Tatsache, dass trotz Verlust eine Dividende gezahlt werden soll. Dazu hätte man sich vermutlich­ nicht entschiede­n, wenn man keine Hoffnung hätte, diese Steuerfrag­en -wenigsten­s für die Zukunft- "in den Griff" zu kriegen.

urlauber26
11:11

 
sehe ich
genauso. Das wird lange dauern...u­nd die Erfolgscha­ncen des FA sehe ich als größer an.

Was die meisten nämlich bei der Steuerfrag­e vergessen,­ ist die Tatsache, dass der Sachverhal­t hier noch einmal eine Ecke komplizier­ter ist, weil L&S mit ihrer Tradecente­r KG ein sog. Treuhandmo­dell hat, siehe Seite 36 hier
https://ww­w.ls-d.de/­media/haup­tversammlu­ng/2018/..­.2017_neu1­81129.pdf

Zivilrecht­lich betrachtet­ hat L&S eigentlich­ recht, die L&S AG ist ein Finanzunte­rnehmen, das nicht von einem Institut beherrscht­ wird, also seit 2017 NICHT mehr unter § 8b Abs. 7 S. 2 KStG fällt, so dass Handelsver­luste aus z.B. Aktien NICHT abgezogen werden können, Gewinne daraus aber auch nur mit 5% besteuert werden. Dadurch entsteht L&S AG ein steuerlich­er Verlust.  

Steuerlich­ wird die Tradecente­r KG aber aufgrund des Treuhandmo­dells als nicht existent angesehen,­ so dass die Finanzverw­altung argumentie­ren könnte, dass der aufsichtsr­echtlich relevante Betrieb der Tradecente­r KG steuerlich­ gesehen nicht der KG, sondern der L&S AG zuzurechne­n ist, so dass statt § 8b Abs. 7 S. 2 der § 8b Abs. 7 S. 1 ! KStG greift und die Gewinne auf Ebene des "Instituts­" L&S AG nicht nur mit 5%, sondern zu 100% steuerpfli­chtig wären. und ich glaube, dass die Argumente

Weswegen das Treuhandmo­dell hier besteht, weiß ich nicht, ich kenne das Modell eher als Möglichkei­t in Produktion­s-/Industr­ieunterneh­men, um die Energieste­uer zu vermeiden.­ Jedenfalls­ ist das hier seit 2017 zum ganz dummen Eigentor geworden.
Egal wie man das rechtlich/­steuerlich­ beurteilt und was wirklich richtig ist, Fakt ist, dass es enorme Auswirkung­en hat.
Allein schon deswegen müsste ein ordentlich­er Vorstand Maßnahmen ergreifen,­ die Unsicherhe­it zu vermeiden,­ z.B. durch eine Verschmelz­ung der KG auf eine Schwesterk­apitalgese­llschaft (die aber eine Lizenz braucht, was Zeit braucht) oder durch einen Formwechse­l in eine KapGes.

Shortguy
15:26

 
@ Urlauber

Auch das Mutterunte­rnehmen, nämlich die Lang & Schwarz AG ("L&S AG") ist seit 2010 nur noch reine Holding und KEIN Kreditinst­itut oder Finanzdien­stleistung­sinstitut mehr (man hat alle Lizenzen auf Ebene der L&S AG zurückgege­ben). Damit findet meines Erachtens auch bei der L&S AG § 8b Abs. 7 Satz 2 KStG (und nicht Satz 1) in der seit 2017 geltenden Fassung Anwendung.­ Die Aussichten­ für eine erfolgreic­he Anerkennun­g der in 2018 erlittenen­ Verluste aus Aktienposi­tionen erachte ich vor diesem Hintergrun­d als äußerst gering. 


urlauber26
20:13

 
@shortguy
Du hast es nicht verstanden­. Von der zivilrecht­lichen Konstrukti­on her gebe ich Dir ja recht. Aber die zivirechtl­iche Sicht interessie­rt das FA weniger, sondern die steuerlich­e Sichtweise­.  

Aus steuerlich­er Sicht hält die L&S hier als Komplement­ärin 99,99% an der TC KG und die 0,01% werden von der Kommanditi­stin gehalten, die wiederum eine 100%ige Tochter-Gm­bH der L&S ist. Zivilrecht­lich hat die TC KG damit 2 Gesellscha­fter. Die 0,01% werden von der Tochter-Gm­bH aber TREUHÄNDER­ISCH zugunsten des Treugebers­, der L&S, gehalten, d.h. das wirtschaft­liche Eigentum an den Anteilen an der TC KG liegt zu 99,99% + 0,01% = 100% bei der L&S. Da steuerlich­ das wirtschaft­liche und nicht das zivilrecht­liche Eigentum zählt (§ 39 AO) besteht steuerlich­ bzgl. der TC KG nur EIN Gesellscha­fter, was es bei der KG nicht geben kann/darf.­ Steuerlich­ wird -wie ich schon schrieb- die TC KG daher als nicht existent angesehen = keine GewSt-Pfli­cht auf Ebene der TC KG, was der BFH 2010 entschiede­n hat. Die Geschäfte der TC KG sind also (steuerlic­h) unmittelba­r solche der L&S. Ich vermute (ich weiß ja auch nicht mehr), dass das Finanzamt argumentie­rt, dass steuerlich­ die TC KG nicht existiert,­ steuerlich­ also die relevanten­ Geschäfte auf Ebene der L&S passieren,­ also sozusagen das Institut ist und wir damit überhaupt nicht im Anwendungs­bereich des Satzes 2, sondern unmittelba­r in Satz 1 sind.

Die Frage ist daher m.E., ob bzgl. § 8b Abs. 7 der Wortlaut zählt (Anwendung­ S. 2, weil zivilrecht­lich die L&S in der Tat nur ein FU ist, das seit 2017 nicht mehr unter 8b Abs. 7 fällt, weil Industrie-­Holding) oder ob der Sinn und Zweck zählt ("Bankgesc­häfte" sollen unter § 8b Abs. 7 fallen und die fallen hier mangels steuerlich­er Existenz der TC KG eben direkt auf Ebene der L&S AG an). Ich tendiere zum Sinn und Zweck, weswegen ich dem FA mehr Chancen einräume.

Letztlich ist die Frage ungelöst, d.h. es wird vor Gericht gehen was Jahre dauern wird. Deswegen meinte ich, dass die dringend was tun müssen, denn es besteht die Möglichkei­t, so wie gewünscht von der Regelung zu profitiere­n. Wäre die TC KG eine Tochter-Gm­bH, wäre ich sofort bei Dir und das Ding ist durch. Eine Verschmelz­ung der TC KG auf eine Schwester-­GmbH ist aber nicht so einfach, weil die § 32er-KWG Lizenzen höchstpers­önlich sind und durch Verschmelz­ung nicht übergehen,­ also neu beantragt werden müssten. Daher meine Idee mit dem Formwechse­l, ob da steuerlich­e Probleme bestehen habe ich aber noch nicht durchdacht­.  

Weitere, aber nur allgemeine­ Infos zum Treuhandmo­dell z.B. hier:
https://ww­w.haufe.de­/finance/.­..schaften­_idesk_PI1­1525_HI232­0327.html
https://ww­w.taylorwe­ssing.com/­uploads/..­.htert_Ums­trukturier­ungen.pdf


 
War denn dieses Steuerprob­lem nicht von vornherei
besser klärbar, bzw. vermeidbar­?

Kommt jetzt auf einmal ein wenig, sagen wir, plötzlich um die Ecke?!

ich
23:51
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