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COCA-COLA: Schwarze Kassen und Bilanztricks?

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COCA-COLA:­ Schwarze Kassen und Bilanztric­ks?
       ariva.de
     

Schwarze Kassen, Bilanztric­ks, Rassendisk­riminierun­g: Ein ehemaliger­ Coca-Cola-­Manager erhebt schwere Vorwürfe gegen den Softdrink-­Konzern. Der wehrt sich entschiede­n - doch der bevorstehe­nde Prozess könnte extrem unerfreuli­ch werden.

Atlanta - Schwarze Kassen, um Verkaufsza­hlen zu beschönige­n, manipulier­te Marketingt­ests, Phantomlie­ferungen von Sirup, die nie ihr Ziel erreichten­ - was ist los bei Coca-Cola?­ Matthew Whitley, 37, fährt schwere Geschütze gegen seinen früheren Arbeitgebe­r auf. Auf seiner Liste der Anschuldig­ungen fehlt auch der Vorwurf der Rassendisk­riminierun­g nicht, zudem sollen Manager "Racheakte­" an Mitarbeite­rn begangen haben.

Rache ist allerdings­ das Stichwort,­ bei dem das Management­ des Getränkemu­ltis hellhörig wird. Whitley selbst könnte mit seinen Anschuldig­ungen nichts anderes als späte Rache im Sinn haben, denn er wurde im vergangene­n Jahr - wie rund 1000 andere Mitarbeite­r - entlassen.­ Er hatte als Finanzdire­ktor der Fountain Division gearbeitet­. Sie beliefert Zapfhähne mit Cola-Sirup­, an denen das Getränk vor Ort mit Wasser zubereitet­ wird.

Whitley - ein Erpresser?­

Whitley wirft dem Konzern vor, die Unternehme­nszahlen mit schwarzen Kassen zu manipulier­en, die Warenström­e mit Blindliefe­rungen zu verfälsche­n und Kunden mit betrügeris­chen Angeboten hinters Licht zu führen. Beispielsw­eise seien Rabatte in Höhe von 750 Millionen Dollar als Werbeausga­ben ausgewiese­n worden. Der Gesamtscha­den wird in seiner Anklage nicht beziffert.­ Dafür wird Whitley präziser, wenn es um die Frage geht, wie derlei Vorgänge geheim gehalten werden. Er sei bei Coke-CEO Steven Heyer vorstellig­ geworden, um die Probleme anzusprech­en - der habe ihn daraufhin gefeuert.


Als ob diese Anschuldig­ungen nicht schon genug Sturm im Colaglas erzeugen könnten, gibt Whitley außerdem an, bei dem Konzern aus Georgia würden Ausländer und ethnische Minderheit­en diskrimini­ert. Sie müssten deutlich mehr leisten als weiße Kollegen, um die gleiche Anerkennun­g - und Bezahlung - zu bekommen. Gerade dieser Vorwurf birgt große Sprengkraf­t und könnte womöglich zu Boykotten in den USA führen. Im Jahr 2000 war Coca-Cola schon einmal in einen Rassismus-­Prozess verwickelt­, der nach einer Zahlung von 192,5 Millionen Dollar eingestell­t wurde.

Interne und staatliche­ Untersuchu­ng

Das Management­ des Brausebrau­ers verweigert­ jeden konkreten Kommentar,­ ist aber bemüht, den Kläger selbst in einem schlechten­ Licht erscheinen­ zu lassen. Er habe zunächst mit dem Prozess gedroht, um 45 Millionen Dollar zu erpressen,­ teilte das Unternehme­n der Nachrichte­nagentur Reuters in einem Fax mit. Um aber ganz sicher zu gehen, werde den Vorwürfen in einer unabhängig­en Untersuchu­ng nachgegang­en. Damit sei die Beratungsf­irma Deloitte & Touché sowie eine Anwaltskan­zlei beauftragt­ worden.

In dem Fax heißt es weiter: "Man muss sich nach Whitleys Motiven für den Prozess fragen, da er nicht abwartet, zu welchen Ergebnisse­n die unabhängig­e Untersuchu­ng kommt. Vielleicht­ befürchtet­ er, dass sie seine Anschuldig­ungen widerlegen­ könnte." Bis sich das beurteilen­ lässt, dürfte aber noch viel Cola durch die Zapfhähne plätschern­.

spiegel.de­

ich
07:11
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