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Fed

Das Federal Reserve System, kurz Fed, ist die zentrale geldpolitische Behörde der USA und wird auch als US-Notenbank bezeichnet.

Funktionen und Verantwortlichkeiten

Als oberste Behörde geldpolitischer Entscheidungen kommt dem Fed eine Vielzahl von Aufgaben zu. So ist es verantwortlich für die Umsetzung der Geldpolitik, erhält das Zahlungssystem aufrecht und versorgt die Wirtschaft mit Liquidität. Außerdem wirkt es an der Aufsicht und Regulierung des Finanzmarktes mit. Seine Ziele sind durch den Humphrey-Hawkins-Act von 1978 festgelegt. Diesem Beschluss zufolge soll das Fed eine maximale Beschäftigung, ein langfristig moderates Zinsniveau und Preisstabilität anstreben. Zur Durchsetzung seiner Ziele stehen dem Fed drei geldpolitische Instrumente zur Verfügung:

  • Diskontkredite
  • Mindestreserven
  • Offenmarktgeschäfte

Aufbau

Das Federal Reserve System umfasst fünf Bestandteile.

Board of Governors

Sein Aufsichtsgremium besteht aus sieben vom US-Präsidenten bestimmten Gouverneuren. Diesem Board of Governors sind verschiedene Räte unterstellt, die Handlungsempfehlungen aussprechen.

Member Banks, Federal Reserve Banks, Federal Open Market Committee

Zum Fed zählen ferner die angehörenden Geschäftsbanken (Member Banks) sowie die regionalen Notenbanken (Federal Reserve Banks). Ihre Präsidenten bilden gemeinsam mit dem Board of Governors das Federal Open Market Committee (FOMC), das wichtigste Gremium des Fed. Es trifft Entscheidungen über die Geld- und Währungspolitik der USA, die anschließend vom Board of Governors umgesetzt werden. Diesem sind diverse Beratungsräte unterstellt und geben Empfehlungen.

Fed im Vergleich zur EZB

Das Federal Reserve System und die Europäische Zentralbank, kurz EZB, sind die zwei einflussreichsten Zentralbanken der Welt. Beide Institutionen verfügen über ein Währungsmonopol, betreiben die Geldpolitik in ihrem Einflussbereich und steuern die Versorgung der Wirtschaft mit Liquidität. Während das Fed eine nationale Institution darstellt, ist die EZB als Zentralbank der 19 Euro-Mitgliedstaaten eine supranationale Einrichtung. Ein weiterer zentraler Unterschied besteht in der Zielsetzung von Fed und EZB: Während das Fed die drei oben genannten Ziele zugleich verfolgt, steht für die Europäische Zentralbank die Preisstabilität an der Spitze ihres Handelns.

Aktuelle Entwicklungen

Im Zuge der Finanzkrise senkte das Fed seinen Leitzins, die Federal Funds Rate, 2008 auf einen historisch niedrigen Zielbereich von 0,0 bis 0,25 Prozent, der über die Dauer von sieben Jahren unverändert blieb. Es versuchte auf diese Weise, die Kreditzinsen für Verbraucher und Unternehmen niedrig zu halten, um die Wirtschaftsleistung während der Krise anzukurbeln (Zinswende).

Die aktuelle Geldpolitik des Fed wird durch die unsichere Gemengelage aus der Arbeitsmarktsituation, dem erwarteten Wirtschaftswachstum und der Inflationsentwicklung bestimmt. Nach der Ende 2015 durchgeführten Erhöhung um 25 Basispunkte blieb der Leitzins angesichts der negativen globalen Konjunkturentwicklung, dem Verfall des Ölpreises und der unsicheren Brexit-Folgen im bisherigen Jahresverlauf unangetastet. Zur Julimitte 2016 äußerte einer der Fed-Regionalpräsidenten, Patrick Harker, dass bis zum Jahresende „zwei zusätzliche Zinserhöhungen angemessen“ seien. Die letztendlichen Entscheidungen werden innerhalb des Fed kontrovers diskutiert und sind gegenwärtig (Stand: Juli 2016) in der Schwebe.

Auswirkungen auf Deutschland und den Euro-Raum

Die Auswirkungen der Geldpolitik des Fed auf die europäische bzw. deutsche Wirtschaft speisen sich aus dem hierzulande gleichermaßen niedrigen Zinsniveau. Eine Zinserhöhung seitens des Fed stärkt den Dollar gegenüber anderen Währungen – werden Gelder aus dem Euroraum abgezogen, fehlen diese dort als Investitionsmittel. Auf der anderen Seite profitiert die hiesige Exportwirtschaft von einem steigenden Dollarkurs, da dieser europäische Produkte im Dollarraum verbilligt. Einer Abwanderung von Kapital aus dem Euroraum müssten die europäischen Banken dadurch begegnen, dass sie den Anlegern ihrerseits höhere Zinsen zahlen. Eine solche Entwicklung wäre nicht im Interesse der EZB und riefe gegenteilige Reaktionen hervor: Um die gegenwärtige Versorgung der Euro-Krisenländer mit billigem Geld sicherzustellen, muss sie ein niedriges Zinsniveau aufrecht erhalten.