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EBITA

Der Begriff EBITA gehört zu den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und soll Informationen über den Gewinn eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum liefern.

Definition

EBITA ist die Abkürzung für „earnings before interest, taxes and amortization“ (dt.: „Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände“). Das EBITA ignoriert außerordentliche Kosten, Aufwendungen, Zinsen sowie sonstige Finanzierungsaufwendungen, Steuern und Abschreibungen auf Firmenwerte. Es soll das Betriebsergebnis ohne verzerrende Faktoren darstellen.

EBITDA, EBITA und EBIT

Das EBITA ist eine Variation zum gebräuchlicheren EBITDA (engl.: „earnings before interest, taxes, depreciation and amortization“, dt.: „Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände“). Das EBITDA gewann in den 1980er Jahren wegen vermehrter Leveraged Buy-Outs an Popularität und sollte dazu beitragen ein genaues Bild davon zu vermitteln, wie rentabel ein Unternehmen tatsächlich ist. Beim EBITDA werden zusätzlich Abschreibungen auf Sachanlagevermögen vernachlässigt. Das EBIT (engl.: „earnings before interest and taxes“; dt.: „Gewinn vor Zinsen und Steuern“) wird auch als operatives Ergebnis oder Betriebsergebnis bezeichnet.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis ist das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens. Es umfasst auch das betriebliche Ergebnis, das weder Steuern noch das außerordentliche Ergebnis berücksichtigt, neben dem Finanz- und Beteiligungsergebnis. Das operative Ergebnis ist also die Differenz zwischen den betrieblichen Leistungen und Kosten des Abrechnungszeitraums und weicht meist vom Gewinn in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ab.

Anwendung und Kriterien

Das EBITA sowie die anderen Kennzahlen dienen dazu den betrieblichen Gewinn eines Unternehmens in verschiedenen Zeiträumen miteinander zu vergleichen, ohne das schwankende Steuersätze, Zinsaufwendungen oder andere Faktoren das Ergebnis verzerren. Kapitalgesellschaften sind rechtlich zur Erstellung einer Gewinn- und Verlustrechnung verpflichtet. Grundsätzlich ist dafür eine Rechnung nach § 275 Abs. 2 HGB oder § 275 Abs. 3 HGB anzuwenden. Dabei sollen rechtliche Mindeststandards und Kriterien berücksichtigt werden. Nach § 275 Abs. 1 Satz 1 HGB wird die Staffelform, also eine Art „Tabelle“, vorgeschrieben, um auch Zwischenergebnisse deutlich zu kennzeichnen. Eine stetige Darstellung der Zahlen nach § 265 Abs. 1 HGB und die Angabe der Vorjahreszahlen § 265 Abs. 2 HGB sind ebenfalls Pflicht.

Zweck des EBITA

Das EBITA ist eine Korrektur um die als Aufwand verbuchten Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und soll bilanz- und steuerpolitische Maßnahmen herausrechnen. Die Abschreibungsmethoden sind von nationalen Bilanzierungsvorschriften und Steuervorgaben abhängig. Das EBITA nimmt diese veränderlichen Einflüsse aus der Rechnung heraus, damit die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens dargestellt werden kann. Die beim EBITA vernachlässigten Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände betreffen in der Regel Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert. Des Weiteren dient das EBITA neben den anderen Kennzahlen der Vergleichbarkeit mit Ergebnissen anderer Unternehmen oder Ergebnissen aus früheren Abrechnungszeiträumen.

Ermittlung der Kennzahlen

Es gibt zwei Berechnungsverfahren: Beim Gesamtkostenverfahren findet eine Gegenüberstellung der Erlöse unter Berücksichtigung der zu Herstellungskosten bewerteten Bestandsveränderungen zu den Gesamtkosten in einem Abrechnungszeitraum statt. Beim Umsatzkostenverfahren werden die als Selbstkosten bewerteten verkauften Erzeugnisse von den Erlösen abgezogen. Grundsätzlich werden die Kennzahlen EBITDA, EBITA und EBIT in mehreren Schritten ermittelt. Zunächst wird das EBITDA um verschiedene Abschreibungen reduziert. In einem Zwischenschritt ergibt sich daraus das EBITA, das den Betriebserfolg vor der Firmenwertabschreibung wiedergibt. Zieht man letztere davon ab, ergibt sich das EBIT.

Muster nach Gesamtkostenverfahren:

Umsatzerlöse
+/- Bestandsveränderungen der Erzeugnisse
+ Eigenleistungen
+ Sonstige betriebliche Erträge
= Betriebsleistung
- Materialaufwand
- Personalaufwand
- Sonstige betriebliche Aufwendungen
= Betriebserfolg vor Abschreibungen (EBITDA)
- Abschreibungen
= Betriebserfolg vor Firmenwertabschreibungen (EBITA)
- Firmenwertabschreibungen
= Betriebserfolg (EBIT)

Anmerkungen

Der Vorteil solcher Kennzahlen ist die Vergleichbarkeit verschiedener Bilanzen, ohne Verzerrung durch unterschiedlich hohe Steuerbelastungen oder die Finanzstruktur. Allerdings darf nicht vernachlässigt werden, dass auch andere Faktoren zahlungspflichtigen Aufwand darstellen. Zudem bietet die Ausweisung der Kennzahlen den Unternehmen Spielraum ihre Zahlen zu „optimieren“, da durch die Ausklammerung von Zinsen, Steuern oder Abschreibungen ein nach außen hin positives Ergebnis ergeben kann, dass negativ ausfällt, wenn die zunächst vernachlässigten Punkte einbezogen werden.

Zusammenfassend können EBITA, EBITDA und EBIT einen Eindruck über die wirtschaftliche Lage, Rentabilität und Profitabilität eines Unternehmens vermitteln, allerdings sollte die Gesamtsituation, was auch Abschreibungen, Zinsen und Steuern einbezieht, nicht außer Acht gelassen werden.