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Dividendenrendite

Die Dividendenrendite eines Geschäftes ist ein wichtiges Anlagekriterium und spielt für den langfristigen Anlageerfolg eine große Rolle.

Definition

Die Dividende selbst ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an die Aktionäre ausschüttet. Die Dividendenrendite gibt die prozentuale Ausschüttung an die Aktionäre im Hinblick auf den aktuellen Aktienkurs an. Sie kann damit auch als Vergleichswert zwischen verschiedenen Aktien herangezogen werden.

Rendite und Berechnung der Dividendenrendite

Die Rendite bezeichnet den Gesamterfolg einer Kapitalanlage und wird als tatsächliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals gemessen. Sie ist der Effektivzins, den Anleger bei Finanzprodukten oder Investoren bei Investitionen innerhalb eines Jahres erzielen und wird in Prozent eines Bezugswerts angegeben.

Die Dividendenrendite wird am jeweiligen Aktienkurs gemessen, woraus sich folgende Formel zur Berechnung der Rendite ergibt:

DividendeAktienkurs x 100 (Prozent)

Dabei geht die Dividendenrendite, wie auch bei anderen Renditeberechnungen, von einer bestimmten Sichtweise aus: Was ein Aktionär an Gewinnbeteiligung erhält, wird ins Verhältnis gesetzt zu dem, was er eingesetzt hat. In diesem Fall also das Halten der Aktie und damit der aktuelle Kurswert.

Dividendenpolitik und Arten der Dividende

Die Dividendenpolitik ist Teil der Bilanzpolitik und diese zielt darauf ab Höhe und Zeitpunkt der Dividende für die Aktionäre so festzulegen, dass diese auch in Zukunft an ihrem Investment festhalten oder dieses ausbauen. Es kommt vor, dass ein Unternehmen den gesamten Gewinn einbehält, um zu investieren und das weitere Wachstum zu finanzieren, oder umgekehrt den gesamten Gewinn an die Aktionäre ausschüttet. In der Regel ist ein Unternehmen bestrebt über einen längeren Zeitraum hinweg eine möglichst gleich bleibende Dividende auszuschütten. Aus diesem Grund wird es seinen Gewinn in guten Geschäftsjahren nicht voll ausschütten, sondern für schlechtere Zeiten Reserven zurückhalten, um dann trotzdem die gewohnte Dividende auszahlen zu können. Die Zahlung einer kontinuierlichen Dividende wird Dividendenkontinuität genannt. Der Gegensatz dazu ist die variable, gewinnorientierte Dividende. Mit der Dividendenpolitik sind bilanzpolitische Maßnahmen zur Ergebnisglättung sowie Maßnahmen zur Auflösung und Bildung von Rücklagen verbunden.

Neben der klassischen Barauszahlung gibt es auch noch die Sach- und die Stockdividende. Bei der Sachdividende handelt es sich um die Ausschüttung von Wirtschaftsgütern statt Bargeld und bei der Stockdividende um die Ausgabe kostenloser Aktien.

Schwankungen, Risiken und Dividendenabschlag

Selten reicht als alleiniges Kriterium zur Anlageentscheidung die Dividendenrendite aus, da diese Schwankungen unterliegt – je nach Geschäftserfolg des Unternehmens. Auf keinen Fall sollten Anleger die Dividendenrendite als „Zahlungsversprechen“ bewerten, sondern immer berücksichtigen, dass es sich um einen börsentäglich schwankenden Wert handelt. Es kann ein Warnzeichen sein, wenn ein Geschäft, bei dem es eigentlich nicht so gut läuft, eine verlockend hohe Dividendenrendite ausweist. In einem solchen Fall ist die Dividendenrendite eine rein rechnerische Größe, da die Probleme des Geschäftes zu einem Kurseinbruch geführt haben können. In den Folgejahren können diese Probleme die Dividende natürlich schmälern, wenn es nicht sogar zum vollständigen Ausfall kommt. Es ist für Anleger also wichtig immer die gesamte Nachrichtenlage und Dividendenankündigungen eines Geschäftes zu überblicken sowie die Regelmäßigkeit der ausgezahlten Dividende zu prüfen.

Als problematisch kann sich außerdem der Dividendenabschlag erweisen. Da die Aktie mit dem Tag der Dividendenauszahlung auch den entsprechenden Kupon verliert, wird sie ab diesem Tag an der Börse auch niedriger bewertet. Der Abschlag kommt automatisch zustande, da Käufer und Verkäufer ihre Orders nach der Auszahlung entsprechend anpassen.

Dividendenstarke Aktien

Geschäfte, die nachhaltig Gewinne erwirtschaften und diese regelmäßig an ihre Aktionäre ausschütten, gelten als besonders dividendenstark. Experten der DZ Bank suchen regelmäßig nach den entsprechenden Aktien und im Endeffekt kommt es dabei zu einer Liste von Unternehmen, die innerhalb der letzten zehn Jahre regelmäßig Dividenden ausgezahlt oder angehoben haben. Eine stabile Dividende gilt als Zeichen wirtschaftlicher Stärke, da man in einem solchen Fall von einem funktionierenden Geschäftsmodell und sicheren Zahlungsströmen ausgehen kann.