Liquidität der Banken hat sich deutlich verbessert

Donnerstag, 06.12.2012 17:40 von

Die KfW sieht den Refinanzierungsmarkt trotz eines angespannten Marktumfeldes in ruhigerem Fahrwasser. Die Notenbanken hätten die Nöte der Geldhäuser gelindert. Dennoch sei die Schuldenkrise noch nicht vorbei.

Die Refinanzierungsnöte von Europas Banken haben nach Einschätzung der Förderbank KfW spürbar nachgelassen. "Derzeit lässt sich das Marktumfeld als angespannt, aber weitestgehend ruhig bezeichnen, was vor allem den Maßnahmen der Notenbanken zu verdanken ist", sagte Kapitalmarktvorstand Günther Bräunig am Donnerstag in Frankfurt. "Die Liquidität der Banken hat sich deutlich verbessert."

Außerdem hätten die Geldhäuser bei ihrer Eigenkapitalausstattung Fortschritte gemacht und in den Bilanzen aufgeräumt. In vielen Fällen könnten die Institute deshalb wieder unbesicherte Anleihen platzieren. "Die Investoren sind risikobereiter geworden." Für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh, warnte Bräunig. Die Schuldenkrise sei noch lange nicht vorbei. "2013 wird für die Euro-Zone abermals ein herausforderndes Jahr."

Vor einem Jahr war die Stimmung sehr viel düsterer. Viele Institute hatten Schwierigkeiten, sich für zwei Jahre und länger zu refinanzieren, denn die Investoren zweifelten an der Widerstandsfähigkeit gerade jener Banken, die in den Schuldenstaaten angesiedelt sind oder dort mit Milliardensummen engagiert waren. Geldmarktfonds zogen zudem Dollar-Liquidität ab. Bräunig verglich die Lage damals mit der Situation unmittelbar nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008.

Davon sei der Refinanzierungsmarkt heute meilenweit entfernt, betonte er nun und verwies vor allem darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Finanzsektor mit milliardenschweren Geldspritzen aufgepäppelt hat. Die müssten zwar irgendwann zurückgezahlt werden. Dennoch gelte: Das Lehman-Gespenst könne begraben werden.

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