Die CDU und der fehlende Geist von Lothar Späth

Sonntag, 09.12.2018 20:31 von

Die Unternehmer im Südwesten der Republik hätten gerne Friedrich Merz an der Spitze der CDU gesehen. Die Enttäuschung nach der Wahl sitzt tief.

Der Tunnelbauer Martin Herrenknecht hat vor zwei Jahren mit Lothar Späth einen Freund verloren. Der Unternehmer, der mit eigenen Händen einen Weltmarktführer aufgebaut und sich mit seinen Maschinen durch den Granit des Gotthards gefressen hat, ist keiner, der mit dem Begriff Freundschaft inflationär umgeht. Dem Weggefährten hat er einen mit 40.000 Euro dotierten Preis für findige Unternehmer und Forscher gewidmet. Es ist eine Koinzidenz, dass der „Lothar Späth Award“ einen Tag nach der Wahl der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer erstmals im weißen Saal den Neuen Schlosses in Stuttgart vergeben wurde.

„Das Können und das Wollen kannte bei Lothar Späth nur eine Richtung: Vorwärts, mit unverbrüchlichem Mut und Tatendrang immer vorwärts, fortschrittlich und der eigenen Zeit voraus, mit klaren Visionen ausgestattet, in den Gebieten, Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie, in Kunst und Kultur, in der Politik Gesellschaft“, sagte Herrenknecht vor 500 geladenen Gästen, darunter auch Altbundeskanzler Gerhard Schröder.

Späth sei ein „Macher und Voranschreiter“ gewesen, betonte der südbadische Unternehmer. Mit jedem Wort über Späth, das er sagte, wurde klarer, was er in der Politik und in der CDU im Besonderen vermisst: Mehr Mut, wie Späth ihn hatte. Bei Friedrich Merz glaubte er, ihn etwas wiederentdeckt zu haben. Um so tiefer die Enttäuschung über den Ausgang der Wahlen zum CDU-Parteivorsitz. „Ich werde jetzt meine Partei-Mitgliedschaft ruhen lassen.“ Was die CDU einfach nicht kapiere, es gehe nicht um die Zukunftsperspektiven seiner Generation, sondern um die Perspektiven der jungen Leute in Deutschland und welche Rolle wir als Nation im internationalen Wettbewerb spielen.

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