Asiatisches Säbelrasseln

Dienstag, 23.06.2015 16:40 von

Frankfurt soll das Tor zu Chinas Finanzmarkt werden. Doch in den Banken der Volksrepublik wächst der Frust, vor allem über die Behandlung durch die Bafin. Manch ein Institut hat bereits eine Ausweichmöglichkeit gefunden.

Volker Bouffier sparte nicht an Eigenlob, als Frankfurt im vergangenen Jahr zum Handelszentrum für die chinesische Währung Yuan wurde. Die Stadt werde „noch internationaler und attraktiver für Investoren aus aller Welt“, freute sich der hessische Ministerpräsident damals. Doch so manche chinesische Bank findet den Standort Frankfurt gar nicht mehr so attraktiv.

„Es gibt Unmut über die Behandlung durch die Finanzaufsicht “, berichtet ein Insider. Und der Vorstand eines chinesischen Instituts beschwert sich: Die Aufsicht messe „mit zweierlei Maß“. Ein Institut soll bereits mit einer Verlagerung des Geschäftssitzes nach Luxemburg gedroht haben.

Der Stein des Anstoßes: die Kapitalausstattung der Banken. Die sollte eigentlich kein Problem sein, wissen die fünf chinesischen Institute in Frankfurt doch finanzstarke Mutterhäuser hinter sich, die zu den größten Banken der Welt zählen. Doch hierzulande unterhalten die Banken nur sogenannte Zweigniederlassungen.

Rüge am „Online-Pranger“

Das sind rechtlich unselbstständige Filialen. Aufseher fürchten deshalb, dass ein Kollaps der chinesischen Mutter auch die deutschen Niederlassungen mit sich reißen würde. Die Aufsicht dränge die Banken deshalb dazu, Tochtergesellschaften zu gründen, heißt es in Finanzkreisen. Das aber wollen die Chinesen nicht – es würde Geld kosten.

Nun scheint es, als sei der Streit eskaliert: Denn die China Construction Bank fand sich im Mai – neben Instituten aus anderen Ländern – auf der Webseite der Bafin wieder, inoffiziell auch „Online-Pranger“ genannt. Die Aufsicht rügte einen Verstoß gegen die „ordnungsgemäße Geschäftsorganisation“ – eine Ohrfeige. Die Aufsicht ordnete an, dass die Bank mit mehr eigenem Kapital ausgestattet werden muss.

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